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    U2 Untersuchung am 3. bis 10. Lebenstag

    Die 2. Früherkennungsuntersuchung U2 erfolgt am 3. bis 10. Lebenstag des Neugeborenen. Ein paar Tage nach der Geburt macht sich ein Kinderarzt davon ein Bild, wie sich das Kind in dieser Zeit an seine Umgebung angepasst hat. Bei der U2 wird das Baby von Kopf bis Fuß untersucht, um Störungen des gesamten Körpers auszuschließen oder erkennen zu können. Neben den üblichen Messungen wie Größe, Gewicht und Kopfumfang werden bei der U2 die Reflexe überprüft und das Baby auf angeborene Krankheiten und Fehlbildungen getestet. Die Eltern werden außerdem rund rum beraten. Alle Ergebnisse werden in dem gelben Untersuchungsheft vermerkt.

    Die U2 bei der Entlassung aus dem Krankenhaus

    Bei den meisten Babys erfolgt die U2 kurz vor der Entlassung aus dem Krankenhaus. Hat die Mutter ambulant, im Geburtshaus oder Zuhause entbunden, wird die U2 bei einem Kinderarzt durchgeführt. Eltern sollten dann frühzeitig einen Termin vereinbaren. Am besten sollte schon vor der Geburt ein passender Arzt gefunden werden. Oft macht der Kinderarzt für die U2 dann auch einen Hausbesuch, damit sich Mutter und Kind noch ausruhen können.

    Die körperliche Untersuchung bei der U2

    Ein paar Tage nach der Geburt wird das Baby noch einmal besonders gründlich untersucht. Wie zu jeder U-Untersuchung gehört auch zur U2 eine körperliche Untersuchung. Die Maße des Babys werden nun bei jeder Vorsorgeuntersuchung dokumentiert. Anhand der Dokumentation von Gewicht, Größe und Kopfumfang kann der Kinderarzt die körperliche Entwicklung des Babys verfolgen und einschätzen. Innerhalb der wenigen Tage zwischen der U1 und der U2 haben sich die Maße noch nicht verändert. Der Kinderarzt achtet jedoch darauf, dass das Geburtsgewicht des Babys möglichst wieder erreicht wurde. Auch das Testen der Neugeborenenreflexe gehört zur körperlichen Untersuchung der U2.

    Einen besonderen Blick wirft der Kinderarzt dabei auf:

    • Körpermaße (Hat das Baby Über- oder Untergewicht? Ist es normal proportioniert? Hat es einen auffälligen Gesichtsausdruck?)
    • Reifezeichen (Gibt es Anzeichen darauf, dass das Baby übertragen wurde oder zu früh auf die Welt kam?)
    • Haut (Ist das Baby auffällig blass? Hat es Hautverletzungen oder sonstige Hautveränderungen? Leidet es unter Gelbsucht?)
    • Brustorgane (Sind Herz und Lunge in Ordnung? Atmet das Baby gleichmäßig? Schlägt sein Herz gleichmäßig?)
    • Bauchorgane (Ist der Nabel in Ordnung? Sind Milz oder Leber vergrößert? Funktioniert die Verdauung des Babys?)
    • Geschlechtsorgane (Leidet das Baby an Anomalien der Geschlechtsorgane wie zum Beispiel einem Hodenhochstand?)
    • Skelettsystem (Hat der Schädel eine normale Form? Ist die Fontanelle noch geöffnet? Leidet das Baby unter einer Fehlhaltung der Wirbelsäule? Sind die Hüftgelenke in Ordnung? Weisen die Gliedmaßen eine Fraktur durch die Geburt auf? Sind sie uneingeschränkt bewegbar?
    • Sinnesorgane (Haben Nase, Ohren oder Mund Fehlbildungen? Kann das Baby sehen und hören?)
    • Motorik und Nervensystem (Sind die Reflexe und die Bewegungen des Babys normal? Ist das Baby besonders unruhig? Bewegt sich das Baby auffällig wenig? Bewegt es sich stark einseitig?)

    Neben der Befundaufnahme des Kinderarztes fragt dieser auch die Eltern, ob irgendwelche Auffälligkeiten bemerkt wurden wie zum Beispiel Krämpfe oder Atemstillstände. Auch zu Schwierigkeiten beim Trinken und Schluckstörungen, dem Schreiverhalten und der Stuhlfarbe befragt der Arzt die Eltern. Risikofaktoren der Familienanamnese werden mit aufgenommen.

    Bestimmung von Gewicht, Größe und Kopfumfang

    • Die Körpergröße von Jungen bei der U1 beträgt durchschnittlich 48 cm – 56,5 cm
    • Die Körpergröße von Mädchen bei der U1 beträgt durchschnittlich 47 cm – 55,5 cm
    • Das Gewicht von Jungen bei der U1 beträgt durchschnittlich 2700 g – 4400 g
    • Das Gewicht von Mädchen bei der U1 beträgt durchschnittlich 2600 – 4200 g
    • Der Kopfumfang von Jungen bei der U1 beträgt durchschnittlich 32,9 cm – 37,9 cm
    • Der Kopfumfang von Mädchen bei der U1 beträgt durchschnittlich 32,3 cm – 37,2 cm

    Die Reflexe des Babys werden getestet

    Die frühkindlichen Reflexe eines Neugeborenen sind zum Überleben lebenswichtig, deswegen testet der Kinderarzt bei der U2 verschiedene Reflexe des Babys. Asymmetrien oder Einschränkungen in der Bewegung kann er so ebenfalls erkennen.

    Moro-Reaktion: Wird ein Baby erschreckt, reagiert es mit dem Mororeflex. In bedrohlichen Situationen löst der Überlebensreflex automatisch aus. Das Kind atmet im ersten Moment stark ein und streckt Arme, Beine und Finger, um beim Ausatmen die Arme und Beine an den Körper zu ziehen und die Fäuste zu schließen oder sich an die Bezugsperson zu klammern.

    Galant-Reflex: Um den Galant-Reflex auszulösen, berührt der Arzt das Baby rechts und links von der Lendenwirbelsäule. Daraufhin dreht das Baby seine Hüfte auf der jeweiligen Seite nach außen, streckt seine Arme und Beine und hebt die Hüfte an.

    Schreitautomatismus: Der Schreitreflex wird ausgelöst, wenn das Baby aufgerichtet mit seinen Füßen einen festen Untergrund berührt. Das Baby macht dann schreitähnliche Bewegungen.

    Vorbeugen mit Vitamin D und Fluorid

    Zur U2-Untersuchung gehört eine Beratung zur Gabe von Vitamin D sowie Fluorid. Vitamin D ist wichtig für das Immunsystem sowie für die Einlagerung von Kalzium in die Knochen. Um Krankheiten wie eine Rachitis vorzubeugen, sollte Babys Vitamin D verabreicht werden, da es vor allem im Winter nicht ausreichend vom Baby gebildet werden kann. Die Einnahme von Fluorid ist für die spätere Zahnhärtung und die Kariesprophylaxe von Bedeutung. Vitamin D und Fluorid gibt es als Kombipräparat. Da dieses bei empfindlichen Babys jedoch Bauchschmerzen auslösen kann, ist das wichtigere Vitamin D auch einzeln erhältlich. Fluorid kann dann zu einem späteren Zeitpunkt, wenn das Baby Zähne bekommt, zum Beispiel über die Zahnpasta gegeben werden. Bei der U2 erhalten die Eltern gleich das entsprechende Präparat oder das Rezept.

    Hüftultraschall bei der U2

    Liegen Risikofaktoren für eine Hüftdysplasie vor, wird bei der U2 bereits ein Hüftultraschall gemacht. Zu den Risikofaktoren zählen beispielsweise die Steißlage bei der Geburt oder eine Erkrankung der Eltern an einer Hüftdysplasie. Bei der angeborenen Fehlbildung der Hüftgelenke findet der Oberschenkelkopf keinen Halt in der Hüftgelenkspfanne. Wird eine Hüftdysplasie im Ultraschall frühzeitig entdeckt, kann diese mithilfe von speziellen Windeln, Tragen im Tragetuch oder Spreizhosen leicht therapiert werden.

    Ärztliche Beratung bei der U2 – Zeit für Fragen

    Da die U2 in den meisten Fällen mit der Entlassung aus dem Krankenhaus nach der Geburt zusammenhängt, können die frischgebackenen Eltern noch einmal alle ihre Fragen rund um das Baby einem erfahrenen Kinderarzt stellen. Kompetent berät der Kinderarzt sie zu den Themen der Vitamin K-Prophylaxe, die bei der U2 wiederholt wird, der Karies- und Vitamin D-Prophylaxe sowie zu regionalen Unterstützungsangeboten, wie zum Beispiel Eltern-Kind-Hilfen. Außerdem ist eine ausführliche Aufklärung über den plötzlichen Kindstod und eine Ernährungsberatung Teil der U2.

    Aufklärung über den plötzlichen Kindstod (SIDS)

    Noch immer sterben Babys unbemerkt und lautlos an dem plötzlichen Kindstod. Die möglichen Ursachen sind weitestgehend unbekannt, dennoch ergeben sich einige Risikofaktoren, über die der Kinderarzt bei der U2 aufklärt. Werden diese Risikofaktoren beeinflusst, lässt sich das Risiko für einen SIDS-Fall stark senken. Zu den Faktoren zählen:

    • Schlafen in Bauchlage
    • Passivrauchen
    • Alkohol- und Drogenkonsum der Eltern
    • Überwärmung
    • Ungenügende Luftzirkulation
    • Verzicht auf Stillen
    • Schlafen im eigenen Zimmer

    Stillberatung bei der U2

    Stillen ist nicht nur die günstigste, sondern vor allem die gesündeste Methode ein Baby zu ernähren. Doch gerade in den ersten Tagen ergeben sich häufig Fragen und Probleme beim Stillen. Damit die Mutter in ihrem Wunsch zu stillen bestärkt wird, erfolgt bei der U2 eine Stillberatung. Von dem Arzt oder einer Hebamme kann die Mutter noch einmal fundierte Tipps erhalten, wie es mit dem Stillen klappt. Hat sich die Mutter dazu entschieden nicht zu stillen, berät der Kinderarzt sie zur Auswahl einer geeigneten Anfangsnahrung für Neugeborene.

    Alle Untersuchungen vollständig?

    Zur Entlassung aus dem Krankenhaus sollten alle Untersuchungen der ersten Tage vollständig sein. Bei der U2 prüft der Kinderarzt, ob das Neugeborenen-Screening, der Hörtest und die Vitamin-K-Prophylaxe stattgefunden haben. Bei Bedarf werden die Untersuchungen bei der U2 nachgeholt, um sicherzustellen, dass das Baby gesund entlassen wird.

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