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    U10 Untersuchung mit 7 bis 8 Jahren

    Die U10 ist eine ergänzende Vorsorgeuntersuchung, die im Zeitraum vom Anfang des 8. Lebensjahres bis zum Ende des 9. Lebensjahres stattfinden kann. Ihr Kind ist nun über ein Jahr in der Schule. Störungen der motorischen und intellektuellen Entwicklung, die im Mittelpunkt der U10 stehen, wären jetzt besonders auffällig. Auch andere Verhaltensstörungen und das Medienverhalten des Kindes sind neben einer gründlichen körperlichen Untersuchung und der weiteren Entwicklungsuntersuchung Schwerpunkte der 10. Vorsorge. Schließlich erfolgt ein Beratungsgespräch zu verschiedenen alters spezifischen Themen.

    U10 – Die erste zusätzliche Vorsorgeuntersuchung

    Die zusätzliche Vorsorgeuntersuchung, die U10, soll eine Lücke zwischen der U9, die mit fünf Jahren stattfindet und der J1, die mit 12 bis 14 Jahren stattfindet, schließen. In der Grundschulzeit treten häufig Probleme auf, die im Kindergartenalter noch nicht ersichtlich waren. Dazu zählen vor allem Verhaltensstörungen wie ADHS oder eine Lese-Rechtschreib-Schwäche beziehungsweise Dyskalkulie. Der Kinderarzt befragt Sie und Ihr Kind deshalb vornehmlich zu Schulleistungen, Integrations- und Sozialverhalten in der Schule, Ausdauer und Konzentration. Nicht alle Krankenkassen übernehmen diese Früherkennungsuntersuchung, da sie nicht zu den gesetzlich festgeschriebenen Leistungen zählt. Fragen Sie am Besten direkt bei Ihrer Krankenkasse nach.

    Die körperliche Untersuchung bei der U10 – Was wird gemacht?

    Wie bei jeder Vorsorgeuntersuchung wird Ihr Kind auf körperliche Auffälligkeiten untersucht. Dabei wird der gesamte Körper von Kopf bis Fuß untersucht. Außerdem muss Ihr Kind Urin abgeben und es wird sowohl ein EKG als auch ein Hör- und Sehtest gemacht. So kann der Kinderarzt eventuelle Erkrankungen oder Verletzungen feststellen und entsprechend frühzeitig behandeln.

    • Allgemeine körperliche Untersuchung: Gibt es auffällige Befunde der Haut, des Bauches, der Genitalien, beim Abhören des Herzes und der Lungen oder der Untersuchung der Organe? Hat das Kind häufig Kopf oder Bauchschmerzen?
    • Orthopädische Untersuchung: Ist der Bewegungsapparat insbesondere Knochen, Muskeln und Nerven unauffällig?
    • Blutdruckmessung: Leidet das Kind an Bluthochdruck oder zu niedrigem Blutdruck?
    • EKG: Gibt es Hinweise auf Erkrankungen des Herzes? Liegen Herzrhythmusstörungen, Entzündungen oder sonstige Anomalien des Herzens vor?
    • Urinprobe (Gibt es Hinweise auf Krankheiten? Sind Blut, Zucker oder Proteine im Urin enthalten?)
    • Hörtest: Kann das Kind gut hören?
    • Sehtest: Wie gut ist das Sehvermögen des Kindes?
    • Allergien: Sind Allergien wie Neurodermitis, Asthma oder andere bekannt? Gibt es Anzeichen dafür, dass das Kind unter einer Allergie leiden könnte?
    • Mund und Zähne: Wie ist der Gesundheitsstatus der Zähne? Ist die Zahnstellung behandlungsbedürftig? Kann der Mund bei entspannter Gesichtsmuskulatur geschlossen werden?

    Verfrühte Genitalentwicklung?

    Treten vor dem 8. Geburtstag bereits erste Anzeichen der Pubertät, wie eine verfrühte Genitalentwicklung auf, kann dies auf eine Krankheit hindeuten. Dazu zählen zum Beispiel ein frühzeitiges Einsetzen der Periode, der Schambehaarung oder der Brustentwicklung. Die Ursachen für die verfrühte Pubertät sind noch nicht gänzlich geklärt, können aber auf Tumore oder Entzündungen im Gehirn hinweisen. Solche frühen Pubertätsmerkmale müssen deswegen unbedingt abgeklärt werden.

    Bestimmung von Gewicht und Größe

    • Die Körpergröße von Jungen bei der U10 beträgt durchschnittlich 116 cm – 140 cm 
    • Die Körpergröße von Mädchen bei der U10 beträgt durchschnittlich 112 cm – 142 cm
    • Das Gewicht von Jungen bei der U10 beträgt durchschnittlich 18 kg – 34 kg
    • Das Gewicht von Mädchen bei der U10 beträgt durchschnittlich 17 kg – 34 kg

    Der Zeitraum, in welchem die Untersuchung stattfindet, ist nun größer als bei den vorangegangenen Vorsorgeuntersuchungen. Es ergeben sich größere Spannbreiten bezüglich Körpergewicht und Körpergröße. Der Kinderarzt bestimmt deswegen den BMI des Kindes. Bei einem BMI zwischen 13,3 und 18,7 sind Kinder normalgewichtig.

    Untersuchung der Schulleistung

    Um Schulleistungsstörungen frühzeitig zu erkennen, eignet sich der Zeitpunkt der U10 sehr gut. Defizite in der Schule zum Beispiel eine Lese-Rechtschreib-Schwäche, Dyskalkulie oder das Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom können sehr gut behandelt werden, wenn sie frühzeitig diagnostiziert werden. Hat Ihr Kind Probleme in der Schule beim Schreiben, Rechnen oder mit der Konzentration, sprechen Sie dies unbedingt an. Der Kinderarzt weiß, wie man hier helfen kann und leitet entsprechende Tests und Fördermaßnahmen ein.

    Die Untersuchung der Entwicklung bei der U10 – Was muss das Kind können?

    Ist Ihr Kind altersgemäß entwickelt? Dies prüft der Kinderarzt bei der U10. Durch verschiedene spielerische Tests kann er feststellen, wie weit Ihr Kind in den Bereichen Motorik, Sprache, Kognition, emotionale und soziale Fähigkeiten und Interaktion entwickelt ist. Diese Entwicklungsuntersuchung gibt auch Aufschluss über eventuelle Schulleistungsstörungen. Wird ein Kind in der Schule auffällig, ist es meist auch in einem der Bereiche eingeschränkt.

    Untersuchung der Motorik

    Motorische Fähigkeiten und Defizite zeigen sich bei diversen Motoriktests im Rahmen der U10. Auch Ihr Kind und Sie als Eltern werden befragt, zum Beispiel, ob Ihr Kind schon Fahrrad fahren kann, ob es sich gerne bewegt oder ob es regelmäßig Sport macht. Der Test soll das Kind nicht unter Druck setzen, sondern nur zeigen, wie fit das Kind ist, um Entwicklungsverzögerungen auszuschließen. Dazu zählen beispielsweise Balancierübungen, seitliches hin- und herhüpfen, ein Sprung aus dem Stand oder das Stehen auf einem Bein.

    • Das Kind kann sicher Fahrrad fahren, Inliner fahren und schwimmen
    • Es hat Spaß an Bewegung

    Untersuchung der Sprache

    Defizite und Fähigkeiten in der Sprachentwicklung zeigen sich spätestens in der Schule. Hat das Kind Schwierigkeiten beim Sprechen oder Verstehen der Sprache, werden auch das Schreiben und Lesen Schwierigkeiten bereiten. Der Kinderarzt versucht durch gezielte Tests herauszufinden, was die Ursache ist. Hat das Kind körperliche Probleme, zum Beispiel mit den Ohren oder liegt eine Sprachstörung vor? Auf Grundlage der Diagnose kann eine geeignete Therapie zum Beispiel Logopädie erfolgen.

    • Das Kind kann lesen und schreiben
    • Es verfügt über altersentsprechende Fähigkeiten der Kommunikation
    • Es spricht auch mit Fremden und wird verstanden

    Untersuchung der Kognition

    Auch die kognitiven Fähigkeiten, wie Problemlösestrategien, räumliches Denken und weitere Bereiche können mithilfe von präzisen Tests festgestellt werden. Diese Tests helfen, die neurokognitiven Fähigkeiten professionell zu bewerten. Auf Basis dieser Tests können zum Beispiel Gehirnstörungen, neurologische Entwicklungsverzögerungen und andere Diagnosen erkannt und rehabilitiert werden. Die Kognition setzt sich aus den Bereichen Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Wahrnehmung, Koordination und logischem Denken zusammen.

    • Das Kind kommt gut in der Schule mit
    • Es kann entsprechend der Klassenstufe rechnen
    • Es hat einen Forscherdrang

    Untersuchung der emotionalen und sozialen Fähigkeiten

    Die Untersuchung der emotionalen und sozialen Kompetenzen im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen U10 ist deshalb so wichtig, da frühe Prävention nachhaltig wirkt. In einem Gespräch mit dem Kind bekommt der Kinderarzt einen guten Überblick über dessen Fähigkeiten und auch Defizite in diesem Bereich. Fehlen altersangemessene soziale Fähigkeiten, zum Beispiel Empathie, eine angemessene Reaktion auf äußere Ereignisse und weitere, hat dies einen starken Einfluss auf zwischenmenschliche Beziehungen und die Interaktion mit anderen Menschen.

    • Das Kind kann sich auch über einen längeren Zeitraum konzentrieren und zeigt auch bei schwierigeren Aufgaben und Herausforderungen Ausdauer
    • Die Essgewohnheiten des Kindes sind normal
    • Es kann allein in einem eignen Raum spielen, ohne dass die Eltern anwesend sind
    • Es kann sich an vorher besprochene Regeln ohne Probleme halten

    Untersuchung der Interaktion

    Eine gelingende Interaktion zwischen Menschen ist nicht nur in der Schule, sondern auch in allen weiteren Bereichen des Lebens für gelingende Beziehungen wichtig. Der Kinderarzt testet und befragt Sie bei der U10 zu verschiedenen Bedingungsfaktoren der Interaktion des Kindes.

    • Das Kind kann sich gut in Gruppen integrieren
    • Es beteiligt sich an Individual- und Mannschaftssportarten
    • Es übernachtet bei Freunden oder Verwandten

    Medienkonsum im Grundschulalter

    Gesundheitsschädigendem Medienverhalten sollte vorgebeugt werden. Wie gestaltet sich das Medienverhalten Ihres Kindes? Hat es einen eigenen Fernseher, Computer oder eine Spielekonsole im Zimmer? Besitzt es bereits ein eigenes Smartphone? Wie viele Stunden verbringt es täglich mit diesen Geräten und was macht es damit? Um diese Fragen geht es bei der U10. Es ist wichtig, dass Kinder lernen sinnvoll mit solchen Medien umzugehen. Das Internet eröffnet dem Kind unendlich viele Möglichkeiten zu kommunizieren, zu lernen und sich zu informieren, auch unterwegs, aber es birgt auch ein riesiges Suchtpotenzial. Der Kinderarzt kann Ihnen und Ihrem bei der U10 wichtige Tipps für den Umgang mit Medien für Kinder im Grundschulalter mit an die Hand geben. Für Kinder im Grundschulalter empfiehlt sich eine Höchstdauer der Nutzung von 60 Minuten am Tag.

    Ärztliche Beratung bei der U10 – Zeit für Fragen

    Das Beratungsgespräch der U10 kann sehr individuell ausfallen. Je nach dem, in welchem Bereich der Kinderarzt Beratungsbedarf sieht oder zu welchen Themen Sie Fragen haben, fällt das Gespräch aus. Es können zum Beispiel schulische Probleme und Stress oder Auffälligkeiten im emotionalen und sozialen Umfeld thematisiert werden. Auch die Mediennutzung, die Suchtberatung, Sport und Ernährung sowie Unfall- und Gewaltprävention können Beratungsthemen sein.

    Bewegung und Sport in den Alltag integrieren

    Wer sich viel bewegt, bleibt nicht nur körperlich, sondern auch geistig fit. Bewegung und Sport ist ein grundlegendes kindliches Bedürfnis. In der Schule muss Ihr Kind mitunter viele Stunden sitzen, sodass es besonders wichtig ist, dass es am Nachmittag genügend Möglichkeiten hat, sich zu bewegen. Bewegung dient unter anderem auch dem Spannungs- und Aggressionsabbau, beugt Haltungsschäden und Herz-Kreislauf-Krankheiten vor und fördert die Wahrnehmungsfähigkeit. Fahren Sie lieber zusammen Fahrrad statt Auto, gehen Sie in die Natur und lassen Sie Ihr Kind auf Bäume klettern oder melden Sie es im Sportverein an.

    Mit Stress umgehen

    In der Schule wird jedes Kind mit mehr Stress und Leistungsdruck konfrontiert als noch im Kindergarten. Es ist wichtig, richtig mit diesem Stress umzugehen, da sonst schwerwiegende Folgen wie ein Nachlassen der schulischen Leistungen oder auch emotionale Störungen auftreten können. Der Kinderarzt erklärt Ihnen und Ihrem Kind wie Sie mit akutem Stress umgehen und wie Sie Stress vermeiden können. Gute Voraussetzungen sind ausreichend Schlaf, ein fester Tagesablauf, ausreichend Bewegung, gesunde Ernährung und eine unterstützende statt bestrafende Haltung der Eltern.

    Gewaltprävention bei Kindern

    Immer mehr Kinder sind auch schon in jungen Jahren gewaltbereit. Es ist wichtig, dem Kind Alternativen zu bieten, um präventiv auf die Gewalt zu reagieren. Auch hier kann der Kinderarzt gute fachliche Tipps geben. Je früher man dieses Problem angeht, desto besseren Erfolg hat man, weil sich Gewaltmuster noch nicht verfestigt haben. Das wichtigste Vorbild sind Sie als Eltern. Hat Ihr Kind Probleme mit Gewalt, muss es lernen anders mit der Wut und dem Ärger umzugehen und Empathie für die Gefühle anderer entwickeln.

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