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    U1 Untersuchung nach der Geburt

    Sofort nach der Geburt findet die erste Früherkennungsuntersuchung, die sogenannte U1, statt. Der Kinderarzt oder die Hebamme überprüfen dabei, ob alle lebenswichtigen Funktionen des Neugeborenen vorhanden sind, um bei Bedarf im Problemfall die richtigen Maßnahmen einleiten zu können. Die Beurteilung erfolgt durch den Apgar-Wert, die Bestimmung des pH-Wertes aus der Nabelschnur und äußerlich sichtbaren Fehlbildungen. Gleichzeitig werden bei der U1 das Geburtsgewicht, die Größe und der Kopfumfang gemessen. Der Kinderarzt klärt die Eltern bei der U1 zudem über die Gabe von Vitamin K und weitere sinnvolle Screenings des Neugeborenen sowie über die Ernährung des Babys auf.

    Die Erstuntersuchung unmittelbar nach der Geburt

    Die erste ärztliche Untersuchung des Babys erfolgt in der Regel innerhalb der ersten halben Stunde nach der Geburt. Ist der Gesundheitszustand augenscheinlich kritisch, muss das Baby sofort untersucht werden. Ist auf den ersten Blick alles in Ordnung, kann die Untersuchung etwas warten und Mutter und Kind können sich erst einmal in Ruhe kennenlernen. Für die U1 muss das Baby nicht in einen anderen Raum gebracht werden. Im Beisein der Eltern wird das Baby untersucht. Je nachdem, wo entbunden wurde, findet die U1 im Kreißsaal, im Geburtshaus oder Zuhause statt. Sowohl ein Kinderarzt als auch eine Hebamme dürfen diese Untersuchung durchführen.

    Behandlungsbedürftige Zustände des Babys erkennen

    Im Mittelpunkt der U1 steht die Überprüfung der lebenswichtigen Funktionen des Neugeborenen. Lebensbedrohliche Komplikationen und Beeinträchtigungen können so effektiv erkannt werden. Eine unverzügliche Behandlung kann bei Bedarf folgen, um Komplikationen zu vermeiden. Um solche Bedrohungen zu erkennen, bestimmen der Kinderarzt oder die Hebamme den Apgar-Wert sowie den pH-Wert aus der Nabelschnur. Fehlbildungen des Körpers sieht das geschulte Auge ebenfalls.

    Der Apgar-Wert

    Der Gesundheitszustand des Babys kann durch den Apgar-Wert, auch Apgar-Score oder Apgar-Index genannt, beurteilt werden. Die Beurteilung erfolgt eine Minute, fünf Minuten und zehn Minuten nach der Geburt. Folgende Kriterien werden ausgewertet:

    • Aussehen (Hautfarbe)
    • Puls (Herzfrequenz)
    • Grundtonus (Spannung der Muskulatur)
    • Atmung
    • Reflexverhalten

    Für die verschiedenen Kriterien werden jeweils null bis zwei Punkte vergeben. Insgesamt kann das Baby zehn Punkte erreichen. Abhängig von der erreichten Punktzahl, lässt sich der Apgar-Wert in drei Gruppen einteilen:

    1. Gruppe 1 (8 – 10 Punkte): Es handelt sich um ein lebensfrisches Baby. Es kann abgetrocknet, gewogen und gemessen werden und danach wieder zur Mutter.
    2. Gruppe 2 (4 – 7 Punkte): Das Baby leidet unter einer mittelgradigen Depression. Die Atemwege des Babys werden abgesaugt und es wird mit Sauerstoff beatmet. Kann das Baby daraufhin noch nicht selbstständig atmen und bekommt keine rosige Hautfarbe, muss es auf die Überwachungsstation verlegt werden.
    3. Gruppe 3 (0 – 3 Punkte): Das Baby leidet unter einer schweren Depression. Es wird sofort beatmet und erhält eine Herzmassage bei niedriger Herzfrequenz. Auch Medikamente können bei der Wiederbelebung helfen.

    Punktevergabe des Apgar-Wertes

    Kriterium 0 Punkte 1 Punkt 2 Punkte
    Aussehen weiß oder blau Extremitäten blau Insgesamt rosig
    Puls Kein Puls Niedriger Puls Normaler Puls
    Grundtonus Schlaff Leichte Beugebewegungen Aktive Bewegungen
    Atmung Keine Atmung Unregelmäßige Atmung Regelmäßige Atmung
    Reflexverhalten Keine Reflexe Grimassen schneiden Husten und weinen

    pH-Bestimmung aus der Nabelschnur

    Ist die Nabelschnur auspulsiert und somit der Blutkreislauf zwischen Mutter und Baby unterbrochen, wird die Nabelschnur durchgeschnitten. Um zu überprüfen, ob das Baby während der Geburt genug Sauerstoff bekommen hat, wird vor dem Abnabeln Blut aus der Nabelschnuraterie genommen und dessen pH-Wert bestimmt. Auf Grund eines Sauerstoffmangels kann der Körper übersäuert sein, man spricht von einer Azidose.

    • pH-Wert > 7,2 – das Baby wurde optimal versorgt
    • PH Wert 7,10 – 7,19 – leichte Azidose
    • pH-Wert 7,0 – 7,09 – mittelschwere Azidose    
    • pH-Wert < 7,0 – schwere Azidose

    Äußerlich erkennbare Fehlbildungen

    Nach äußerlich erkennbaren Fehlbildungen wird bei der U1 gezielt geschaut. Die Hebamme oder der Kinderarzt untersuchen das Baby bezüglich der häufigsten Fehlbildungen wie einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte, Klumpfüßen, Missbildungen an den Händen und Füßen oder fehlenden oder ungenügend ausgebildeten Knochen an den Extremitäten. Circa 3 % der Neugeborenen leiden unter einer Fehlbildung mit unterschiedlichem Schweregrad.

    Die körperliche Untersuchung

    Eine erste körperliche Untersuchung bei der U1 erleichtert die Einschätzung über den Zustand des neugeborenen Babys. Sowohl Größe, Gewicht und Kopfumfang als auch die Reifezeichen geben Aufschluss. Geburtsverletzungen können ebenfalls direkt festgestellt und bei Bedarf behandelt werden.

    Bestimmung von Größe, Gewicht und Kopfumfang

    • Die Körpergröße von Jungen bei der U1 beträgt durchschnittlich 48 cm – 56,5 cm
    • Die Körpergröße von Mädchen bei der U1 beträgt durchschnittlich 47 cm – 55,5 cm
    • Das Gewicht von Jungen bei der U1 beträgt durchschnittlich 2700 g – 4400 g
    • Das Gewicht von Mädchen bei der U1 beträgt durchschnittlich 2600 – 4200 g
    • Der Kopfumfang von Jungen bei der U1 beträgt durchschnittlich 32,9 cm – 37,9 cm
    • Der Kopfumfang von Mädchen bei der U1 beträgt durchschnittlich 32,3 cm – 37,2 cm

    Reifezeichen und Geburtstraumata

    Zur weiteren körperlichen Untersuchung bei der U1 zählen die Untersuchung der Reifezeichen des Babys und die Untersuchung auf Geburtsverletzungen. Auch auf Neugeborenen-Gelbsucht und Ödeme wird das Baby untersucht. Reifezeichen sind zum Beispiel lange Fingernägel, eine ausgebildete Ohrmuschel mit Knorpel, erkennbare Brustdüsen und faltige Fußsohlen. Gerade wenn die Schwangerschaftsdauer nicht eindeutig bestimmt werden konnte, ist diese Untersuchung wichtig, um herauszufinden, ob das Baby bereits vollständig ausgereift ist. Geburtsverletzungen, Gelbsucht und Ödeme müssen versorgt und beobachtet werden.

    Babyberatung

    Im Rahmen der U1 werden die Eltern über verschiedene Themen die das Baby betreffen aufgeklärt. Die Eltern können ihre ungeklärten Fragen stellen. Eine fachkundige Beratung erfolgt zu den Themen Ernährung, Hygiene, Unfallgefahren und Umgang mit dem Neugeborenen. Gerade bei anfänglichen Ernährungsproblemen zum Beispiel beim Stillen oder der Auswahl der richtigen Anfangsmilch helfen der Arzt oder die Hebamme gerne.

    Vitamin K-Gabe für die Blutgerinnung

    Neugeborene haben häufig einen Mangel an Vitamin K, jedoch ist das Vitamin K wichtig für die Blutgerinnung. Bei zu niedrigem Vitamin K-Wert kann das Baby zu Blutungen neigen. Um einen Mangel und somit schwere Blutungen vorzubeugen, werden dem Baby bei der U1 2mg Vitamin K tröpfchenweise verabreicht.

    Empfehlung weiterer wichtiger Untersuchungen für das Neugeborene

    Neben den Routine-Untersuchungen der U1 weißt der Kinderarzt oder die Hebamme sie auf weitere Untersuchungen hin, die in den ersten Tagen des Lebens des Neugeborenen durchgeführt werden können, um Krankheiten frühzeitig zu erkennen. Zu diesen Untersuchungen zählen das Neugeborenen-Hörscreening, um Hörstörungen zu erkennen, das Neugeborenen-Screening, welches auf Stoffwechselerkrankungen und endokrine Störungen testet und die umstrittene Augenprophylaxe.

    Das Neugeborenen-Hörscreening

    Auf das Hörscreening haben Neugeborene seit 2009 einen gesetzlichen Anspruch. Einige Kinder kommen mit behandlungsbedürftigen Hörstörungen auf die Welt. Werden diese nicht behandelt, kann dies negative Auswirkungen auf die gesamte Babyentwicklung haben. Das Hörscreening ist für das Neugeborene bedenkenlos. Mittels eines Gerätes wird ein Sondenton ausgesendet, auf den das gesunde Ohr einen Ton als Antwort sendet. Ist dieser Ton vorhanden, kann eine Gehörlosigkeit ausgeschlossen werden. Damit das Messverfahren funktioniert, muss das Baby schlafen. Fällt der Text negativ aus, kann eine weitere Diagnostik vorgenommen werden.

    Früherkennung von Erkrankungen durch das Neugeborenen Screening

    Das Neugeborenen-Screening wird den Eltern bei der U1 empfohlen. Dabei werden dem Baby einige Tropfen Blut aus der Ferse entnommen, um diese auf diverse Stoffwechselkrankheiten und Hormonstörungen zu testen. Mukoviszidose, Hypothyreose, Galaktosämie und weitere schwere Erkrankungen können so ausgeschlossen oder diagnostiziert werden. Der Test kann zwischen der 49. Und 72. Lebensstunde durchgeführt werden.

    Umstrittene Augenprophylaxe

    Um Augenentzündungen vorzubeugen, werden heutzutage immer noch vielen Babys bei der U1 Augentropfen prophylaktisch verabreicht. Durch die Geburt können über die Schleimhäute der Mutter Infektionen übertragen werden. Doch die Augentropfen enthalten Silbernitrat oder Antibiotika, die eigentlich nur im Notfall verabreicht werden sollten. Während der Schwangerschaftsvorsorge wird die Mutter auf ansteckende Krankheiten, die bei der Geburt übertragen werden könnten, untersucht. Nur wenn solche Krankheiten diagnostiziert worden sind, ist die Augenprophylaxe notwendig.

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