- Werbung -
  • Home
  • Schwangerschaft
More

    Trauma Frühgeburt: Wie es Eltern von Frühchen geht und was ihnen hilft

    Die Zeit nach der Geburt eines Frühchens ist für viele Eltern eine schwere Belastungsprobe. Ständig bangen sie um das Überleben ihres Kindes. Statt einer unbeschwerten Babyzeit zu Hause warten viele Klinikaufenthalte auf die Eltern. Denn nur dort können sie ihr Baby sehen – angeschlossen an angsteinflößende Apparaturen und Schläuche. Oft sind die Eltern von ihrem Frühchen getrennt und müssen darauf vertrauen, dass alles gut wird. Nicht wenige Eltern erleiden aufgrund dieser belastenden Erfahrung ein Trauma.

    Trauma Frühgeburt: Wie viele Eltern entwickeln psychische Folgen?

    Über die Hälfte der Eltern von Frühgeborenen trägt psychische Folgen von der Frühgeburt ihres Babys davon. So leiden laut einer Studie 60% der Eltern so stark unter der traumatischen Erfahrung, dass sie Symptome einer schweren seelischen Belastung entwickeln, die psychologisch abgeklärt werden muss. Manche Eltern trifft es schon während der medizinischen Behandlung in der Klinik. Andere werden von dem Trauma erst in der nachfolgenden Zeit zu Hause eingeholt. Aber nahezu alle Eltern von Frühgeborenen sind in der Zeit nach der Geburt stark belastet und zeigen mehr oder weniger ausgeprägte psychische Symptome.

    Trauma Frühgeburt: Welche Eltern sind besonders anfällig für psychische Folgen?

    Kurz und bündig: Es kann jeden treffen. Niemand ist davor gefeit, infolge dieser erschütternden Erfahrung in ein dunkles Loch zu rutschen. Studien haben gezeigt, dass Eltern quer durch alle sozialen Schichten und unabhängig vom jeweiligen Lebensverlauf psychische Folgen von einer Frühgeburt davontragen können. Menschen, die bereits in früheren Zeiten eine psychische Erkrankung hatten, sind laut Studien anfälliger für die Entwicklung psychischer Symptome durch das Erlebnis einer Frühgeburt.

    Trauma Frühgeburt: Welche psychischen Symptome können Eltern entwickeln?

    Die erste Zeit nach der Geburt des Frühchens verbringen Eltern in einem Wechselbad der Gefühle. Folgende Gefühle und Folgen können bei Eltern von Frühgeborenen auftreten:

    • Ängste
    • Sorgen
    • Freude
    • Traurigkeit
    • Depressive Verstimmung
    • Gereiztheit
    • Innere Unruhe
    • Konzentrationsstörungen
    • Schlafstörungen
    • Hilflosigkeit
    • Panikattacken mit Herzrasen, Atemnot, Schwindel, Übelkeit, Schwitzen
    • Erschöpfung
    • Chronische Schmerzen ohne körperliche Ursache
    • Depression

    Trauma Frühgeburt: typische Ängste und Sorgen der Eltern

    Ängste und Sorgen stehen ganz weit oben auf der Liste von Gefühlen, die Frühchen-Eltern meist zeigen. Die Angst, das eigene Kind zu verlieren, ist ein erschreckendes und überwältigendes Gefühl. Die Eltern leben in einer Daueranspannung. Sie können in einer chronischen Angst gefangen sein, die unter Umständen monatelang anhält. Die Angst, das Baby durch eine Komplikation zu verlieren, ist allgegenwärtig. Auch steht die Angst vor der weiteren Entwicklung des Kindes im Raum. Eltern fragen sich: „Wird unser Baby bleibende Schäden davontragen?“, „Wie gravierend sind diese?“, „Wie wirken sich die Folgen der frühen Geburt auf unser Familienleben aus?“, „Wie kommen wir als Eltern mit diesen Problemen zurecht?“ Diese und ähnliche Ängste und Sorgen gehen jungen Eltern in dieser Situation oftmals durch den Kopf.

    Eine Frühgeburt kann bei Eltern auch zu finanziellen Sorgen führen. Dann machen sich Eltern Gedanken, wie sich mögliche gesundheitliche Folgen ihres Frühchens finanziell auswirken werden. „Wird es zu Problemen im Job kommen?“, „Ist mit Gehaltseinbußen durch den erhöhten Zeitaufwand für das Kind zu rechnen?“ Auch stehen etwaige gesundheitliche Beeinträchtigungen des Frühchens immer mit mehr Ausgaben in Verbindung. Gerade bei den frühen Frühchen vor der 32. Schwangerschaftswoche ist in den ersten Lebensjahren mit erhöhten Fahrtkosten zum Arzt, mit höheren Kosten für Medikamente, Untersuchungen oder Therapien zu rechnen – wenngleich die Kassen oft einen bestimmten Anteil übernehmen. Auch die Betreuung kann im Falle eines speziellen Förderbedarfs teurer werden als gedacht.

    Trauma Frühgeburt: Sorge um Partnerschaft und Familie

    Menschen gehen unterschiedlich mit extremen Problemlagen um. Das kann beim Paar zu Missverständnissen, Konflikten und damit zu vermehrtem Streit führen. Daher zieht bei Eltern von einem Frühchen oft auch die Sorge um die Beziehung in die Gedankenwelt ein. Natürlich machen sich die Eltern auch darüber Sorgen, wie der jeweils andere Elternteil mit diesem Trauma fertig wird. In der Tat gehen nicht wenige Beziehungen an dem Trauma einer Frühgeburt zugrunde.

    Wenn es noch Geschwisterkinder in der Familie gibt, machen sich Eltern auch um diese Sorgen. Dann können Gedanken wie „Inwieweit muss das Geschwisterkind zurückstecken?“, „Wie organisieren wir jetzt das Leben der Geschwister?“ oder „Wie verkraften die anderen Kinder die Frühgeburt ihres Geschwisterchens?“ auftauchen.

    Trauma Frühgeburt: Erschöpfung und depressive Verstimmungen bei Eltern möglich

    Neben all den Ängsten und Sorgen kann sich bei Eltern von Frühgeborenen nach einiger Zeit auch eine tiefe Erschöpfung breitmachen. Denn die Sorgen um das Kind und die Organisation des Familienalltags sind zermürbend für die Eltern. In Folge der seelischen Belastung kann es zu Gereiztheit, Schlafproblemen, innerer Unruhe und Traurigkeitsgefühlen kommen. Oft befinden sich Eltern, die eine Frühgeburt erleben im Schockmodus und funktionieren nur noch. Die Erschöpfung, Sorgen und Ängste der Eltern machen es ihnen noch schwerer, die belastende Situation durchzustehen. Häufig kommt es infolge der andauernden Belastung der Eltern auch vermehrt zu Auseinandersetzungen mit den Ärzten und den Pflegekräften auf der Frühchenstation.

    Trauma Frühgeburt: Psychische Folgen für die Mutter

    Mütter von Frühchen haben laut Studien ein höheres Risiko für eine postpartale („nach der Geburt“) Depression als Frauen, die ihr Kind termingerecht zur Welt bringen. Betroffene Mütter fühlen sich wenige Wochen nach der Geburt niedergeschlagen, freudlos, hoffnungslos, ängstlich, gereizt und antriebslos. Ihre Gedanken kreisen womöglich oft unaufhörlich um ein bestimmtes Thema. Bei der postpartalen Depression hat die Mutter Probleme damit, eine Bindung zu ihrem Kind aufzubauen. Ohnehin ist der Aufbau einer Mutter-Kind-Bindung bei einem Frühchen erschwert, denn viel zu häufig ist die Mutter von ihrem Kind getrennt. Angeraten ist im Fall einer postpartalen Depression eine Psychotherapie, damit die Mutter die Bindung zum Kind doch noch gut aufbauen kann. Das Erlebnis der vorzeitig beendeten Schwangerschaft und der Verlust der unbeschwerten Babyzeit führen bei Müttern von Frühchen oft zu Schuld- und Trauergefühlen.

    Trauma Frühgeburt: Hilfe für die Eltern

    Eltern brauchen bei einem solch einschneidenden Ereignis wie einer Frühgeburt dringend Unterstützung. Neben dem Menschen aus dem privaten Umfeld, gibt es diverse andere Hilfsangebote für Eltern mit einem Frühchen.

    Nach Frühgeburt Familie und Freunde einspannen

    Wenn es möglich ist, sollten Eltern von Frühchen sich Unterstützung von der Familie, Freunden, Bekannten und Nachbarn holen. Die unter Umständen viele Wochen andauernde besondere Situation können Eltern nicht allein bewältigen. Entlastend für die Eltern des Frühchens ist es etwa, wenn andere Personen Fahrdienste für die Geschwisterkinder oder die Eltern (etwa zum Krankenhaus oder um etwas von zu Hause abzuholen) übernehmen können. Auch das Übernehmen von Einkäufen, des Wäsche-, Putz- und Kochdienstes oder der Geschwisterbetreuung kann die Eltern schon enorm entlasten.

    Bei Frühgeburt wird oft psychologische Betreuung in der Klinik angeboten

    In mehreren Geburtskliniken gehört die psychotherapeutische Betreuung der Eltern eines Frühchens mittlerweile zur Standardbehandlung mit dazu. Hier können sich Eltern mit ihren Fragen, Sorgen und Ängsten direkt vor Ort an qualifizierte Fachkräfte wenden. Sollte es diese psychotherapeutische Betreuung auf der Neugeborenen-Station nicht geben, können Eltern sich auch privat um seelischen Beistand durch einen Therapeuten kümmern. Bei starken Ängsten oder einer Depression ist eine Therapie dringend erforderlich.

    Hilfe nach dem Klinikaufenthalt – Betreuung zu Hause

    Auch in der Zeit nach dem Klinikaufenthalt ist es gut, wenn die Eltern mit ihrem Frühchen nicht alleingelassen werden. Eine Nachsorgehebamme unterstützt die Eltern 10 Tage lang bei Fragen rund um das Stillen, die Säuglingspflege und vielem mehr. Auch bei etwaigen Narben (Kaiserschnittnarbe, Dammrissnarbe) oder Stimmungstiefs kann sie Tipps geben. Gerade Eltern mit einem Frühchen sind vielleicht noch verunsichert und brauchen zunächst Unterstützung im Umgang mit dem Baby. In dringenden Fällen, beispielsweise bei Stillproblemen, kann die Nachsorgehebamme noch länger (bis zu 8 Wochen) in Anspruch genommen werden. In der Regel übernehmen die Krankenkassen die Kosten für die Versorgung durch eine Hebamme.

    Selbsthilfegruppen können Frühchen-Eltern eine Stütze sein

    Auf den Internetseiten des Bundesverbands „Das frühgeborene Kind“ e. V. finden Eltern Anlaufstellen für Selbsthilfegruppen, in denen sich Eltern mit anderen Eltern von Frühchen austauschen können. Es wird in der Regel als sehr entlastend erlebt, sich mit anderen Betroffenen zu unterhalten, die eine ähnliche Erfahrung gemacht haben.

    Bei Frühgeburt Hausarbeit auslagern oder reduzieren

    In den Wochen nach Frühchens Geburt kommt das normale Leben der Eltern nahezu zum Erliegen. Das Hin- und Herpendeln zwischen Klinik und Zuhause ist zeitaufwändig. Da kommen Haushalt, Kochen und Co. schnell zu kurz. Wenn Eltern in dieser Zeit mal etwas häufiger essen gehen können oder zuweilen bekocht werden, ist ihnen enorm geholfen. Wer keine Menschen aus dem näheren Umfeld um Hilfe bitten kann, hat die Möglichkeit, bei der zuständigen Krankenkasse einen Antrag auf Kostenübernahme für eine Haushaltshilfe zu stellen. Alternativ putzen Eltern eines Frühgeborenen für die Dauer des Klinikaufenthalts weniger häufig.

    Bei Frühgeburt „Känguruhen“: gemeinsame Zeit mit dem Frühchen genießen

    Die Känguru-Methode oder das Känguruhen hilft den Eltern, das Trauma der Frühgeburt zu überwinden. Dabei wird das Frühchen nackt – nur mit einer Windel bekleidet – für mehrere Stunden am Tag auf die nackte Brust von Mama oder Papa gelegt. Auf die Art können die Eltern ihrem Baby ganz nah sein, ihm Wärme und Geborgenheit schenken. Das Kuscheln mit dem Frühchen beruhigt und freut die gestressten Eltern und gibt ihnen ein gewisses Gefühl von Normalität. Das Baby seinerseits ist glücklich, die vertrauten Stimmen und Gerüche der Eltern wahrzunehmen. Diese intensive gemeinsame Zeit ist kostbar und stärkt das Band zwischen Eltern und Kind.

    Bei Frühgeburt oft Ruhe und Entspannung suchen

    Eltern von Frühchen sind oft auch davon gestresst, dass nahestehende Menschen immer wieder anrufen. Denn sie wollen hören, wie es dem Baby geht und wie es sich entwickelt. Wenn es Eltern zu viel wird, dürfen sie beherzt auch mal an sich denken und zum Beispiel das Handy ausschalten. Schließlich müssen die angespannten Eltern auch mal Ruhe bekommen und an etwas anderes denken können. Gut ist, wenn Mutter und Vater noch etwas Zeit dafür finden, das zu machen, was sie entspannt und wieder zu Kräften kommen lässt.

    Tipp: Frühchen-Eltern können eine Person ihres Vertrauens als Ansprechpartnerin auswählen, die das Umfeld über die neusten Entwicklungen informiert. Hilfreich ist auch eine Whatsapp-Gruppe. Hier kann allen Bekannten, Freunden und Verwandten das Neueste in Kürze mitgeteilt werden. So ersparen sich die Eltern den Zeitaufwand der Nachrichtenübermittlung.

    Frühgeburt – Entwicklung, Gewicht, Überlebenschancen nach Schwangerschaftswoche

    Frühchen ist nicht gleich Frühchen: Ein Frühchen der 23. Schwangerschaftswoche muss stärker um sein Überleben ringen als ein Baby der 36. Woche. Denn der...

    U9 Untersuchung im 60. bis 64. Monat

    Die U9 ist die letzte offizielle Früherkennungsuntersuchung im Kindesalter. Sie findet um den fünften Geburtstag statt. Die meisten Kinder befinden...

    Babyentwicklung im 4. Monat

    Das Baby hat nun gelernt, nach Dingen zu greifen. Im vierten Monat baut es diese Fähigkeit aus und macht sie...

    Stoffwindeln – Das müssen Sie wissen

    Immer mehr Eltern sind auf der Suche nach einer Alternative zu den bekannten Wegwerfwindeln. Stoffwindeln sind nicht nur günstiger und...

    Schreibaby – Hier finden Sie Hilfe

    Dass Babys weinen, ist nicht ungewöhnlich, schließlich ist es ihre einzige Möglichkeit sich verbal auszudrücken. Manche Babys schreien jedoch so...

    Babyentwicklung im 2. Monat

    Im zweiten Monat ist das Baby in seiner Umwelt angekommen. Es kann inzwischen alle Körperfunktionen problemlos steuern und hat sich...