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    Schreibaby – Hier finden Sie Hilfe

    Dass Babys weinen, ist nicht ungewöhnlich, schließlich ist es ihre einzige Möglichkeit sich verbal auszudrücken. Manche Babys schreien jedoch so viel, dass die Situation für die gesamte Familie belastend ist. In diesem Text erfahren Sie Ursachen des untröstlichen Weinens, Maßnahmen gegen das Schreien, Hilfe um das Schreien als Eltern auszuhalten und viele weitere nützliche Tipps zu Ihrem Schreibaby.

    Habe ich ein Schreibaby? Eine Definition

    Vor allem in den Abendstunden schreien viele Babys. Es gibt jedoch Neugeborene, die auch tagsüber viel schreien und kaum zu schlafen scheinen. Doch wann spricht man von einem richtigen Schreibaby? Medizinisch gesehen spricht man von einem Schreibaby, wenn das Baby mehr als drei Wochen, an mindestens drei Tagen mehr als drei Stunden schreit. Meist nimmt die Schreidauer dabei bis zur sechsten Lebenswoche zu, ehe das Schreien wieder weniger wird und ungefähr nach 12 bis 14 Wochen endet. Selten sind Babys im Alter von sechs bis zwölf Monaten noch derartig unruhig. Wichtig für die Definition des Schreibabys ist auch die Erschöpfung und Überforderung der Eltern. Auch wenn das Baby weniger als drei Stunden am Tag schreit, kann die Familie so erschöpft sein, dass Hilfe benötigt wird.

    Ursachen des Schreiens bei Neugeborenen – Schreibabys verstehen

    Damit Ihrem Schreibaby geholfen werden kann, müssen Sie es erst einmal verstehen. Findet man die Ursache für das Schreien des Neugeborenen, so können wirkungsvolle Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Kein Baby schreit einfach so, denn der Zustand des Schreiens verbraucht enorm viel Energie und ist auch biologisch gesehen nicht sinnvoll. Das Schreien gibt dem Baby die Möglichkeit mit seiner Außenwelt zu kommunizieren. Es ist das letzte Notsignal des Babys, seine Bedürfnisse anzuzeigen. Das Schreien hat demnach stets einen Grund, den es gilt herauszufinden. Auch wenn das häufig schwierig ist und eine genaue Beobachtung benötig. Zu den häufigsten Ursachen zählen:

    • Überreizung und Übermüdung
    • Regulationsstörungen und Hochsensibilität
    • Blockaden und das KISS-Syndrom
    • Hunger
    • Krankheiten und Schmerzen
    • Entwicklungssprünge

    Überreizung und Übermüdung

    Die wohl häufigste Ursache des Schreiens ist eine Überreizung und Übermüdung des Babys. In der Gebärmutter war es vor Geräuschen, Licht, Hungergefühl und vielen weiteren Reizen gut geschützt. Kaum auf der Welt muss es in unserer hektischen Welt überleben. Die Flut an Reizen kann das Gehirn des Babys oft nur schwer verarbeiten. Findet das Baby dann nicht in den Schlaf, ist es der Reizüberflutung hilflos ausgesetzt. Während es Babys innerhalb der ersten zwei bis drei Wochen noch leicht fällt, einzuschlafen, nimmt dieses Phänomen mit zunehmender Wahrnehmung stetig ab. Statt zahlreicher Beruhigungsmaßnahmen benötigt das Baby einfach nur Schlaf. Um einzuschlafen, benötigt das Baby jedoch eine reizarme und ruhige Umgebung. Auf dieses essenzielle Bedürfnis versucht das Baby dann durch exzessives Schreien aufmerksam zu machen.

    Regulationsstörungen und Hochsensibilität

    Babys sind mehr oder weniger stark von den äußeren Einflüssen belastet. Haben Kinder Probleme bei der Reizwahrnehmung und Verarbeitung, tritt das Schreien besonders häufig auf, da sie stark überfordert sind. Sind Babys hochsensibel, nehmen Sie die Reize stärker wahr als andere. Es kommen im Gehirn des Babys viel mehr Informationen an, als bei anderen Kindern. Die Flut an Reizen überfordert das Baby dann viel schneller. Leiden Kinder an einer Regulationsstörung fällt es ihnen schwer, angemessen auf Situationen zu reagieren. Sie haben keine Fähigkeiten sich selbst zu regulieren und haben Probleme bei der Wahrnehmung und Wahrnehmungsverarbeitung der einzelnen Reize. Oft geht eine Regulationsstörung nicht nur mit dem Schreien einher, es äußern sich weitere Symptome wie eine Trinkschwäche und Schlafstörungen. Geht man nicht auf die besonderen Bedürfnisse dieser Kinder ein, ist das Schreien bis zu zwölf Stunden am Tag nicht ungewöhnlich.

    Blockaden und das KISS-Syndrom

    Vor allem Kinder traumatischer Geburten leiden häufig unter unerkannten Blockaden wie dem KISS-Syndrom. Anzeichen für Blockaden, besonders im Bereich der Halswirbel oder der Wirbelsäule sind eine einseitige Haltung des Babys insbesondere der Kopfhaltung, Durch- und Überstrecken, Asymmetrien im Bereich der Wirbelsäule oder der Gesäßfalten, einseitige Stillprobleme, häufiges Erbrechen und verstärktes Sabbern sowie einseitige Bewegungen. Unter Medizinern ist die Diagnose umstritten, viele Eltern berichten jedoch von positiven Erfolgen einer Behandlung beim Osteopathen bezüglich des Schreiens.

    Hunger

    Gerade in den ersten Wochen eines Neugeborenen hat das Schreien oft einen ganz wichtigen Grund – das Baby hat Hunger. Der Magen eines Neugeborenen ist noch sehr klein. Am ersten Lebenstag ist er nur so groß wie eine Haselnuss. In den ersten Wochen benötigt das Baby in den Wachstumsphasen jedoch enorm viel Energie. Es ist keine Seltenheit, dass Babys dann einmal in der Stunde trinken wollen, weil die aufgenommene Milch schon wieder verarbeitet wurde. Auch das sogenannte Clusterfeeding ist völlig normal. Dabei trinkt das Baby ununterbrochen mehrere Stunden immer wieder kleine Mengen und schläft zwischendurch kurz ein, da das Saugen an der Brust noch sehr anstrengend ist. Anzeichen für das Schreien aufgrund von Hunger können sein:

    • Das Baby nimmt nicht regelmäßig zu
    • Das Baby hat weniger als sechs nasse Windeln am Tag
    • Die Schleimhäute sind trocken
    • Das Baby führt die Fäuste zum Mund und nuckelt daran, schmatzt viel
    • Hautfalten bleiben stehen

    Krankheiten und Schmerzen

    Weint das Baby nicht nur am Abend, sondern über den ganzen Tag verteilt und auch nachts, so hat es vermutlich Schmerzen. Einige der Krankheiten zeigen sich nicht sofort und können nur durch eine gezielte Untersuchung diagnostiziert werden. Schreit das Baby regelmäßig viel über den Tag verteilt und krümmt sich dabei, sollten Sie sich Hilfe bei einem Arzt suchen. Zu den häufigsten Krankheiten im Babyalter zählen:

    • Harnwegsentzündungen
    • Mittelohrentzündung
    • Allergien wie zum Beispiel eine Milcheiweißallergie bei Flaschenkindern
    • Verstopfung bei Flaschenkindern
    • Reflux
    • Leistenbruch
    • Knochenbrüche
    • Hodentorsion

    Entwicklungssprünge

    Ein Baby entwickelt sich sprunghaft. Während der Entwicklungssprünge schreien viele Babys vermehrt. Der erste Entwicklungssprung beginnt um die fünfte Woche. Der Reifungsprozess im Gehirn nimmt in dieser Zeit stark zu. Das Baby hat nun Fähigkeiten, die ihm ermöglichen neue Dinge wahrzunehmen. Das bereitet ihm zunächst Angst. Die Folge ist das Schreien. In dieser Zeit sucht das Baby immer wieder Schutz und Sicherheit bei seinen Bezugspersonen.

    Blähungen als Folge und nicht als Ursache des Schreiens

    Blähungen werden noch immer von vielen Ärzten als auch von den Eltern als Ursache des Schreiens gesehen. Die Rede ist dann von Blähungen oder auch Dreimonatskoliken. Tatsächlich ist es so, dass der Magen-Darm-Trakt des Babys noch nicht vollständigen ausgereift ist und es deswegen zu leichten Blähungen kommen kann, die mitunter auch schmerzhaft sein können. Allerdings treten diese Schmerzen gleichmäßig über den Tag verteilt auf und nicht vorzugsweise in den Abendstunden. Nach dem Entweichen der Winde hört das Baby zudem auf zu schreien. Hauptsächlich sind die Blähungen allerdings eine Folge des Schreiens und nicht die Ursache, denn beim Schreien schluckt das Baby sehr viel Luft, welche sich im Bauch festsetzt und wieder entweichen muss.

    Maßnahmen gegen das Schreien – Schreibabys liebevoll begleiten

    Das Schreien ist nicht nur für die Eltern kräftezehrend, sondern auch für das Baby. Je nach Ursache des Schreiens ergeben sich verschiedene Maßnahmen, die das Schreien reduzieren oder sogar verhindern können. Merken Sie sich, ein Baby schreit nicht ohne Grund. Es gibt einen Weg dem Baby zu helfen. Diesen zu finden kann schwer sein, aber er lohnt sich. Versuchen Sie mithilfe Ihres Kinderarztes, der Hebamme, genauen Beobachtungen und möglicherweise der Schreiambulanz die Ursache des Schreiens zu finden, um richtig auf das Schreien reagieren zu können.

    Vorstellung beim Kinderarzt, um Krankheiten auszuschließen

    Wenn das Schreien auf eine Krankheit hindeutet oder das Baby sich durch wirklich gar nichts beruhigen lässt, ist eine Vorstellung beim Kinderarzt unumgänglich. Schildern Sie das Schreiverhalten ganz genau. Dabei kann das Führen einer Liste der Schreizeiten helfen. Ist das Baby krank, kann die passende Therapie die Krankheiten lindern und das Schreien vorbeugen. Der Kinderarzt kann auch Regulationsstörungen erkennen und gegebenenfalls zu einem Physiotherapeuten für Kinder überweisen. Dieser kennt passende Übungen, um Kindern mit solchen Störungen bei der Wahrnehmung zu unterstützen.

    Reize reduzieren

    Deutet das Schreien darauf hin, dass das Baby zu vielen Reizen ausgesetzt ist, gilt es, diese zu reduzieren. Planen Sie ruhige Tage ein, in denen das Baby nichts erlebt. Schon ein Spaziergang im Wald mit tanzenden Schatten oder eine grelle Lampe im Wohnzimmer kann ein Baby überfordern. Hochsensible Babys reagieren auf kleinste Reize sehr extrem. Blinkendes Spielzeug, Hintergrundgeräusche wie zum Beispiel durch ein Radio, spannende Ausflüge, hektische Bewegungen und viel Besuch sollten in den ersten Wochen eines Schreibabys möglichst vermieden werden. Ein strukturierter Tagesablauf mit wiederkehrenden Ritualen hilft solchen Kindern oft.

    Müdigkeitsanzeichen richtig erkennen

    Oft fällt es Eltern in den ersten Wochen schwer, die Signale ihres Babys richtig zu deuten. Mit zahlreichen Gesten weist das Baby schon vor dem Schreien auf seine Bedürfnisse hin. Müdigkeit drückt es nicht nur durch Gähnen, sondern auch durch folgende Anzeichen aus:

    • Starrer, scheinbar fixierender Blick
    • Ruckartige Bewegungen
    • Augenreiben
    • Geballte Fäustchen
    • Stirnrunzeln und Grimassenschneiden

    Findet das Baby nicht in den Schlaf und schreit weiter, ist eine reizarme Umgebung zu wählen. Gehen Sie mit Ihrem Baby am besten in einen abgedunkelten bekannten Raum. Besonders bei Müdigkeit ist die Wahrnehmung auf mehreren Kommunikationskanälen schwierig. Schaut man das Baby an, summt und streichelt man es gleichzeitig, kann es weiterhin überfordert sein. Entscheiden Sie sich für eine Variante und wechseln Sie diese nicht zu schnell. Vielen Babys hilft statt des Streichelns ein sanftes Halten des gesamten Körpers.

    Hungerzeichen richtig erkennen

    Nach der Müdigkeit ist Hunger die zweithäufigste Ursache für das Schreien bei Babys. Neugeborene können mit Muttermilch und Pre-Milch nicht überfüttert werden. Um die körperliche und geistige Entwicklung des Babys nicht zu gefährden, sollte es immer dann gefüttert werden, wenn es Hunger hat. Sind die Grundbedürfnisse des Babys befriedigt, hört es auf zu schreien. Deutliche Anzeichen für Hunger bei Babys sind:

    • Öffnen des Mundes
    • Hin- und Her Bewegen des Kopfes, sogenanntes Suchen nach der Brust
    • Lutschen an Fingern oder der Faust

    Hilfe beim Stillen durch Stillberaterinnen

    Nicht jedes Baby kann sofort nach der Geburt richtig stillen. Besonders wenn das Baby großen Hunger hat oder müde ist, fällt dem Neugeborenen das anstrengende Saugen noch schwer. Falsche Anlegetechniken, wunde Brustwarzen und weitere Probleme können das Stillen erschweren. Stillberaterinnen können die Stillbeziehung zwischen Mutter und Kind verbessern und Probleme beim Stillen beheben. Auch Frauen, die das Gefühl haben, zu wenig Milch zu bilden können sich an eine Stillberaterin wenden. Der Teufelskreis aus Hunger, Müdigkeit und Schreien kann so oft durchbrochen werden.

    Bindung zwischen Eltern und Kind stärken

    Das Baby ist abhängig von der elterlichen Bindung und der Erfüllung seiner Bedürfnisse. Wird die Eltern-Kind-Bindung durch genaues Beobachten und achtsame Kommunikation gestärkt, fällt es Eltern leichter auf diese Bedürfnisse zu reagieren, bevor das Baby anfängt zu schreien. Reagieren Eltern hilflos und angespannt auf das Schreien des Babys, merkt dies auch das Kind. Durch die Unsicherheit der Eltern bekommt es Angst. Eine Stärkung der Bindung zwischen Eltern und Kind kann das Schreien deutlich reduzieren.

    Ein Neugeborenes kann man nicht verwöhnen – Bedürfnisse erfüllen

    Neben dem Bedürfnis nach Schlaf und Essen haben Neugeborene ein starkes Bedürfnis nach Nähe und Schutz. In früheren Zeiten rettete die Nähe zu den Eltern vielen Neugeborenen das Leben. Dieses Bedürfnis ist angeboren. Viele Eltern haben Angst ihr Baby zu verwöhnen, wenn sie sofort die Bedürfnisse erfüllen, sobald es weint. Sie fürchten, das Baby könne sie daraufhin manipulieren. Erst ab einem Alter von vier Jahren besitzt ein Kind die kognitiven Fähigkeiten andere Menschen bewusst zu manipulieren. Ein Neugeborenes weist durch das kräftezehrende Schreien lediglich auf einen Notstand hin, um sein Überleben zu sichern.

    Ein Osteopath erkennt Blockaden

    Hilft der Besuch beim Kinderarzt und auch andere Maßnahmen nicht, kann eine osteopathische Behandlung die Lösung sein. Die Wirksamkeit der Behandlungen bei Blockaden ist wissenschaftlich noch umstritten. Viele Eltern berichten jedoch von positiven Ergebnissen nach der Behandlung. Hilft die Behandlung dem Baby weniger zu schreien, ist sie auf jeden Fall einen Versuch wert.

    10 Tipps wie Sie Ihrem Schreibaby sofort helfen können

    1. Reagieren Sie möglichst ruhig auf das Schreien. Ist die Bezugsperson angespannt, merkt das Baby dies und wird noch gestresster.
    2. Wechseln Sie die Beruhigungsmethode nicht zu schnell. Vor allem, wenn das Baby stark überreizt ist, braucht es klare Strukturen, an denen es sich orientieren kann und Ruhe findet.
    3. Tragen Sie Ihr Schreibaby im Tragetuch oder in einer Babytrage. Durch die Begrenzung und die Nähe zu den Eltern kommt das Baby leichter zur Ruhe.
    4. Gehen Sie mit Ihrem Baby in einen abgedunkelten Raum mit möglichst wenigen Reizen. Denken Sie auch aus der Sicht des Babys. Was könnte es noch stören? Ein sich bewegender Schatten oder ein blinkendes Lämpchen?
    5. Nehmen Sie Ihr Baby auf den Arm, halten Sie es sanft und wiegen es. Helfen können dabei ein Pezziball oder ein Schaukelstuhl. Diese Maßnahmen ahmen die Bedingungen im Mutterleib nach und das Baby kann sich leichter beruhigen. Entscheidend beim Wiegen ist die Frequenz. Die Kinder sind ruckartige Bewegungen wie beim Laufen bestens gewöhnt.
    6. Das weiße Rauschen, also die Geräusche eines Föns, eines Staubsaugers oder eines langgezogenen „Ssssccchhhhhs“ erinnert an die Umgebungsgeräusche in der Gebärmutter und beruhigt auch stark übermüdete Kinder.
    7. Im Mutterleib war das Baby ständiger Enge ausgesetzt. Einige Kinder sind mit der Grenzenlosigkeit der Welt und der Schwerkraft nach der Geburt noch überfordert. Um die Enge der Gebärmutter nachzuahmen, kann das Baby gepuckt werden. Dabei wird das Baby fest in einen Pucksack eingewickelt, sodass es Arme und Beine nicht mehr unkontrolliert bewegen kann.
    8. Saugen und Nuckeln schütten beim Baby Glückshormone aus, die beruhigen. Bieten Sie Ihrem Baby die Brust, einen Schnuller oder Ihren kleinen Finger zum saugen an.
    9. Andere monotone und ruckartige Bewegungen wie in einer Federwiege oder beim Autofahren können ebenfalls helfen.
    10. Nehmen Sie Ihr Baby auf den Arm oder legen Sie es neben sich und legen sie eine Hand leicht auf den Brustkorb des Babys. Atmet Ihr Baby aus, üben Sie leichten Druck aus, atmet das Baby ein, nehmen Sie den Druck weg. Durch die Kontaktatmung kann Ihr Baby die eigene Atmung besser wahrnehmen und dadurch zur Ruhe finden.

    Das Schreien als Eltern ertragen und durchhalten

    Bis die Ursache des Schreiens gefunden ist, vergehen oft viele Stunden des Schreiens. Manchmal kann die Ursache gar nicht gefunden werden und die Eltern müssen das Schreien einfach nur ertragen und durchhalten. Das ist oft leichter gesagt, als getan. Das Schreien des Babys kann eine große psychische Belastung für die gesamte Familie sein. Eltern, besonders Mütter, sind biologisch darauf geprägt, auf das Schreien des Babys zu reagieren. Beim Schreien werden Stresshormone ausgeschüttet, um dem Baby möglichst schnell zu helfen und das Überleben zu sichern. Auch wenn heute selten das Leben des Babys bedroht ist, reagiert der Körper der Mutter immer noch stark. Wichtig ist dann ein guter Ausgleich und Unterstützung im Alltag mit dem Schreibaby.

    Eigene Bedürfnisse als Eltern nicht vergessen

    Um die Bedürfnisse des Babys erfüllen zu können, müssen die eigenen Bedürfnisse der Eltern erfüllt sein. Dem Baby hilft es nicht, wenn seine Mutter keine Kraft hat, weil Sie nicht zum Essen kommt oder wenn Sie völlig übermüdet ist, weil sie kaum schläft. Vor allem wenn die Grundbedürfnisse nach Essen und Schlaf, aber auch nach etwas Freiheit nicht erfüllt sind, ist man stark gereizt und psychisch labil. Nur wer die eigenen Grundbedürfnisse erfüllt, kann auch liebevoll und ruhig auf das Schreien des Babys reagieren. Das Essen, Schlafen und sich Zeit für eigene Interessen zu nehmen ist mit einem Schreibaby oft nicht einfach. Suchen Sie sich Hilfe, um auch mal etwas für sich zu tun und Ablenkung zu finden.

    Unterstützung im Alltag – Lassen Sie sich helfen

    Schreit ein Baby mehrere Stunden lang, ist das Begleiten und Beruhigen psychisch sowie körperlich kaum von einer einzigen Person zu bewältigen. Wechseln Sie sich als Eltern in Schichten ab, damit der jeweils andere auch einmal zur Ruhe kommt. Ist ein Ende der Schicht in Sicht, ist das Schreien leichter zu ertragen. Auch Oma und Opa, Tanten und Onkels sowie liebe Freunde und Bekannte können bei Bedarf eine Schicht übernehmen, bevor die negativen Gefühle dem Baby gegenüber Überhand nehmen. Haben Sie gerade babyfrei, versuchen Sie zu schlafen oder etwas für sich zu tun. Finden Sie etwas für sich, bei dem Sie abschalten können. Das kann laute Musik sein oder ein Spaziergang in völliger Ruhe.

    Das hilft nicht – gut gemeinte Tipps und Ratschläge von außen

    Das Schreien ruft ohnehin in den Eltern schon viele negative Gefühle hervor – Aggression, Überlastung, Selbstzweifel und mehr. Noch mehr belasten dann Tipps und Ratschläge von außen, auch wenn diese gut gemeint sind – gerade wenn man bereits alle Maßnahmen zur Beruhigung durchprobiert hat. Sätze wie „entspannte Eltern haben auch entspannte Babys“ oder „Ihr müsst nur durchhalten, das geht vorbei“ helfen nicht, sondern wecken häufig nur Schuldgefühle. Um Eltern von Schreibabys zu unterstützen, hilft Entlastung, zum Beispiel durch das Vorbeibringen eines warmen Mittagessens oder auch einfaches Zuhören ohne Ratschläge.

    Risiken von Schreibabys

    Das Schreien des Babys kann zum Risikofaktor für das Baby werden. Wenn die Eltern zunehmend von dem Schreien belastet sind, leidet häufig die Eltern-Kind-Bindung darunter. Wenn das Baby stundenlang schreit, macht das aggressiv. In großer Verzweiflung und Belastung kommt es manchmal zu gefährlichen Reaktionen der Eltern. Sehr wichtig ist deswegen, seine Wut in den Griff zu bekommen, um Reaktionen wie das Schütteln des Babys zu vermeiden. So etwas kann sonst lebensgefährlich für das Baby werden. Aber auch das Baby allein in seiner belastenden Situation zu lassen, kann schwerwiegende psychische Folgen für das Baby haben.

    Ein großes Risiko – Schreibabys schütteln

    An einem Schütteltrauma können Babys sterben. Das Schütteln scheint manchen Eltern als letzter verzweifelter Ausweg, wenn das Baby einfach nicht aufhört zu weinen. Wird ein Baby jedoch geschüttelt, nimmt das Gehirn häufig Schaden. Die empfindlichen Strukturen des kleinen Gehirns werden verletzt und es kann zu Atemaussetzern kommen, wenn spezifische Nervenzellen zerstört werden. Auch das Risiko einer Hirnblutung ist enorm hoch. Wenn die Gefühle von Aggression, Verzweiflung und Überforderung Überhand nehmen, sollten Sie unbedingt für ein paar Minuten den Raum verlassen und ruhig durchatmen, bevor Sie Ihrem Baby gewalttätig gegenüber werden. Eine kurze Pause hilft häufig, seine Gefühle wieder in den Griff zu bekommen.

    Bitte nicht alleine schreien lassen

    Wird ein Baby alleine schreien gelassen, leidet es unter größter Angst. Es hat Angst um sein Überleben, da es in großer Abhängigkeit zu seinen Eltern steht. Dabei wird das Stresshormon Cortisol ausgeschüttet, welches in großer Menge negative und langfristige Auswirkungen auf den Körper hat. Stress wird von Kindern, die schreien gelassen wurden, auch in Zukunft viel stärker wahrgenommen. Als Kinder und Erwachsene leiden Sie unter einer erhöhten Grundspannung. Sogar das Wachstum und das Immunsystem können durch die hohe Menge der Stresshormone negativ beeinflusst werden. Außerdem wird das Urvertrauen des Babys in seine Bezugspersonen beschädigt. Dies kann langfristig gesehen zu sozialen und psychischen Problemen führen. Ein weinendes Baby benötigt liebevolle Zuwendung, um seinen eigenen Zustand zu stabilisieren.

    Die Schreiambulanz als Hilfe  

    Babys, die sich gar nicht beruhigen lassen, kann unter Umständen die Schreiambulanz helfen. Solche Institutionen sind eine Anlaufstelle für alle verzweifelten Eltern. Dort wird individuell auf das Schreiverhalten des Kindes eingegangen und die zuständigen Therapeuten können hilfreiche Tipps und Maßnahmen für das entsprechende Kind aussprechen. Sie können zum Beispiel bei der Erstellung eines festen Tagesplanes unterstützen, um Überreizungen zu vermeiden oder die Eltern-Kind-Bindung stärken. In ihrer Kompetenz sind Schreiambulanzen jedoch stark unterschiedlich, sodass eine Information vorab unbedingt notwendig ist.

    Das Schreien geht vorbei! Es ist nur eine Phase

    Irgendwann ist der Spuk vorbei. Das Baby lernt, die Reize besser zu verarbeiten, die Eltern haben gelernt, besser auf die Bedürfnisse des Kindes einzugehen und die gesamte Familie kann sich langsam entspannen, um noch besser zueinanderzufinden. Oft sind Schreibabys auch als Kinder noch sensibler als andere Kinder, sie lernen aber immer besser damit umzugehen und sich selbst zu regulieren. Wann der Zeitpunkt erreicht ist, an dem das Schreien abnimmt, kann niemand im Voraus sagen. Bei den meisten nimmt die Intensität des Schreiens mit drei Monaten stark ab, bei anderen erst mit einem Jahr, aber auf jeden Fall geht es irgendwann vorbei. Alles ist nur eine Phase!

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