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    Risikoschwangerschaft & Schwangerschaftsrisiko – die große Übersicht

    Bei aller Freude über eine Schwangerschaft schwingt oft auch etwas Angst mit, dem Baby könne etwas passieren oder mit der Schwangerschaft stimme etwas medizinisch nicht. Einige Schwangerschaften werden vom Arzt als Risikoschwangerschaften eingestuft, die medizinisch besonders überwacht werden müssen. Dies betrifft rund 30 % aller Schwangerschaften. Darüber hinaus gibt es Schwangerschaftsrisiken, die die Gesundheit von Mutter und Kind beeinflussen können, aber vermeidbar sind.

    Der Unterschied zwischen einer Risikoschwangerschaft und einem Schwangerschaftsrisiko

    Trotz medizinischer Überwachung besteht bei jeder Schwangerschaft ein Risiko für Mutter und Kind. Grundsätzlich unterschieden werden kann dabei zwischen einer Risikoschwangerschaft, bei der das Risiko für Geburts- und Schwangerschaftskomplikationen höher als bei einer normalen Schwangerschaft ist und Schwangerschaftsrisiken.

    Definition Risikoschwangerschaft

    Der Frauenarzt überwacht bei den Vorsorgeuntersuchungen den Schwangerschaftsverlauf. Ergeben sich bei der Anamnese oder der Diagnostik Ergebnisse, die eine Einstufung als Risikoschwangerschaft nötig machen, notiert der Arzt diese im Mutterpass. Bereits beim Zutreffen von nur einem Faktor, beispielsweise weil die Mutter als Erstgebärende über 35 Jahre alt ist, spricht man von einer Risikoschwangerschaft. Für diese Faktoren gibt es statistisch gesehen ein erhöhtes Risiko für Komplikationen während der Schwangerschaft und die Geburt. Eine engere und umfangreichere ärztliche Betreuung wird im Falle einer Risikoschwangerschaft empfohlen.

    Definition Schwangerschaftsrisiko

    Aus bestimmten Verhaltensweisen der Schwangeren ergeben sich diverse Schwangerschaftsrisiken. Diese können ebenfalls zu Komplikationen in der Schwangerschaft führen, sind in der Regel aber im Gegensatz zu einer Risikoschwangerschaft vermeidbar. Während die Schwangere Lageanomalien oder familiäre Erbbelastungen nicht beeinflussen kann, kann Sie aktiv auf Ihr Verhalten Einfluss nehmen und beispielsweise sich dazu entscheiden, nicht zu rauchen.

    Ärztlich zu behandelnde Risikoschwangerschaft

    Um eine Risikoschwangerschaft handelt es sich dann, wenn eine Frau einen oder mehrere Risikofaktoren für eine Schwangerschaft mit Komplikationen bestätigt. Man unterscheidet dabei zwischen einer anamnestischen Schwangerschaft, also von Zuständen, die bereits vor der Geburt durch eine Anamnese erhoben werden und einer befundeten Risikoschwangerschaft mit Risiken, die sich im Verlauf der Schwangerschaft ergeben. Während der ersten Vorsorgeuntersuchung erhebt der Frauenarzt diese möglichen Risikofaktoren und notiert diese im Mutterpass. Eine Einstufung als Risikoschwangerschaft erfolgt bereits bei dem Zutreffen von nur einem Risikofaktor. Das führt häufig zu Angst bei der werdenden Mutter, aber nicht jede Risikoschwangerschaft verläuft mit Komplikationen. Eine besonders engmaschige Kontrolle und Vorsicht dienen vor allem der Prävention von Komplikationen.

    Anamnestische Risikoschwangerschaft

    In der ersten Vorsorgeuntersuchung der Schwangerschaft erfragt der Arzt oder die Hebamme in einem Anamnesegespräch verschiedenste Risikofaktoren. Es kann sein, dass der Gesundheitszustand zu Komplikationen in der Schwangerschaft führt. Bereits bekannte Befunde werden im Mutterpass notiert. Dabei ergeben sich aus der Lebensgeschichte oder dem Lebensstil der Mutter folgende Risikofaktoren:

    • Vorerkrankungen der Mutter
    • Der Zustand nach Fehl- oder Frühgeburten
    • Familiäre Erbbelastungen
    • Risikobehaftetes Alter
    • Komplikationsreiche vorangegangene Geburten
    • Uterusoperationen
    • Rasche Schwangerschaftsfolge
    • Risikohafter Körperbau der Mutter

    Risikoschwangerschaft bei schwerer Erkrankung der Mutter

    Leidet die werdende Mutter schon vor der Schwangerschaft an einer allgemeinen Erkrankung, die auch längerfristig während der Schwangerschaft besteht, wird die Schwangerschaft als Risikoschwangerschaft eingestuft. Ein einfacher grippaler Effekt wirkt sich meist nicht negativ auf die Schwangerschaft aus, ist also kein Risikofaktor. Erkrankungen wie Asthma, Bluthochdruck, Morbus Crohn, Diabetes, Hepatitis, schwere Infektionen wie HIV, Schilddrüsenerkrankungen und auch schwere psychische Erkrankungen können in der Schwangerschaft zu zahlreichen Komplikationen führen.

    Risikoschwangerschaft bei Zustand nach Fehl- oder Frühgeburten

    Hat die werdende Mutter bereits ein Kind, wird sie nach dem Verlauf der Geburt gefragt. Hat die Mutter mehr als zwei Fehlgeburten, auch Aborte, erlitten oder Ihr Kind vor der vollendeten 37. Schwangerschaftswoche zur Welt gebracht, besteht auch für die folgende Schwangerschaft ebenfalls ein Risiko für diese Komplikationen. Von einer Fehlgeburt spricht man dann, wenn der Embryo mit einem Gewicht von unter 500 g tot geboren wird. Fehlgeburten sind in der Menschheitsgeschichte normal. Meist ist der Embryo nicht gesund oder der Körper ist nicht bereit für eine Schwangerschaft. Bei gehäuftem Auftreten ist eine besondere medizinische Untersuchung jedoch angeraten, damit die folgende Schwangerschaft erfolgreich verläuft.

    Risikoschwangerschaft bei familiären Erbbelastungen

    Sind in der engeren Familie Erbbelastungen bekannt, sollte eine genaue Untersuchung des Embryos erfolgen. Es besteht ein gewisses Risiko, dass es ebenfalls betroffen ist. Um Erkrankungen wie die Trisomie 21 auszuschließen, gibt es spezielle Untersuchungen wie einen Bluttest oder das Ersttrimester-Screening.

    Risikoschwangerschaft aufgrund des Alters

    Ist die werdende Mutter besonders jung oder alt, ergeben sich statistisch gesehen häufiger Komplikationen, sodass die Schwangerschaft als Risikoschwangerschaft betitelt wird. Ältere Frauen haben ein erhöhtes Risiko, ein behindertes Kind zur Welt zu bringen. Auch Beschwerden wie Bluthochdruck, Schwangerschaftsdiabetes, Beschwerden des Nervensystems oder Komplikationen unter der Geburt treten gehäuft auf. Ist die Mutter unter 18 Jahre alt und selbst noch nicht komplett ausgewachsen, führt das häufiger als normal zu sehr geringem Geburtsgewicht des Kindes, Frühgeburten oder sogar Totgeburten. Eine besondere Überwachung ist auch hier empfehlenswert. Als Risikoschwangere aufgrund des Alters gelten:

    • Erstgebärende über 35
    • Erstgebärende unter 18
    • Vielgebärende über 40

    Risikoschwangerschaft aufgrund vorangegangener Geburten

    Vorangegangene Geburten können ein Auslöser für eine Risikoschwangerschaft sein, wenn diese mit Komplikationen verlaufen sind. Das Risiko, dass auch folgende Geburten mit solch schweren Komplikationen verlaufen, ist erhöht. Auch wenn die Mutter bereits vier Kinder und mehr, Kinder über 4000 g oder Mehrlinge geboren hat, liegt eine Risikoschwangerschaft vor. Das Risiko für Zwillinge erhöht sich mit jeder Geburt. Eine vorangegangene Totgeburt, also die Geburt eines toten Kindes über 500 g, ist ebenso ein Faktor für eine Risikoschwangerschaft. Die folgende Schwangerschaft wird genauer überwacht, um diese schwere Folge möglichst zu vermeiden.

    Risikoschwangerschaft bei Zustand nach Uterusoperationen

    Nach einer Uterusoperation, wie beispielsweise einem Kaiserschnitt, ist die folgende Schwangerschaft eine Risikoschwangerschaft. Die Wahrscheinlichkeit, dass es aufgrund der Narbe, vor allem unter der Geburt zu Komplikationen kommt, ist deutlich erhöht. Ein Riss der Narbe ist für Mutter und Kind lebensgefährlich. Die Narbe der Operation wird auf ihre Stabilität und eventuelle Verwachsungen oder Wucherungen geschallt.

    Risikoschwangerschaft aufgrund einer raschen Schwangerschaftsfolge

    Bei einer raschen Schwangerschaftsfolge von unter einem Jahr spricht man von einer Risikoschwangerschaft. Nach der für den Körper strapazierenden Schwangerschaft und Geburt hatte dieser noch keine Zeit sich richtig zurückzubilden. Der Beckenboden ist noch nicht wieder vollständig stabil, Nährstoffdepots nicht aufgefüllt und auch die Hormone haben sich noch nicht wieder komplett umgestellt. All das kann zu typischen Schwangerschaftskomplikationen, wie frühzeitigen Wehen führen.

    Risikoschwangerschaft aufgrund des Körperbaus

    Ist die werdende Mutter besonders klein, dick oder dünn kann das zu Komplikationen in der Schwangerschaft und bei der Geburt führen. Adipositas, Kleinwuchs und auch Skelettanomalien sind Faktoren für eine Risikoschwangerschaft. Eine Schwangerschaft ist für den Körper besonders kräftezehrend. Es wird besonders überwacht, ob das Baby ausreichend versorgt wird. Adipositas kann zu weiteren Risiken wie einer Schwangerschaftsdiabetes oder sogar einer Schwangerschaftsvergiftung führen. Die Entwicklung und Versorgung des Kindes können dadurch schwer beeinträchtigt werden.

    Befundete Risikoschwangerschaft

    Während der Risikofaktor für die anamnestische Risikoschwangerschaft besteht, beruht die befundete Risikoschwangerschaft auf einem Befund, der sich im Laufe der Schwangerschaft ergibt. Diese Befunde können sowohl die Mutter als auch das Kind betreffen und bedürfen oft einer intensiven medizinischen Überwachung. Als Risiken gelten:

    • Schwangerschaftsvergiftung
    • Schwangerschaftsdiabetes
    • Blutungen
    • Anämie
    • Schwere Harnwegsinfektionen
    • Inkompatibilität der Blutgruppe
    • Mehrlingsschwangerschaft
    • Terminunklarheiten und Überschreitung des Termins
    • Drohende Frühgeburt
    • Lageanomalien
    • Placenta preavia
    • Placentainsuffizienz
    • Zu hohe oder zu niedrige Fruchtwassermenge
    • Soziale und psychische Belastungen

    Risikoschwangerschaft bei einer Schwangerschaftsvergiftung

    Eine Schwangerschaftsvergiftung, auch Gestose genannt, umfasst alle Bluthochdruckerkrankungen der Schwangerschaft. Ein zu hoher Blutdruck kann teils tödliche Folgen für Mutter und Kind haben. Auch Folgeerkrankungen sind nicht ausgeschlossen. Selten tritt die Gestose vor der 24. SSW auf. Spätestens in der der 37+0 SSW sollte ein Kind bei einer Gestose entbunden werden. Dafür umfasst die Therapie beim Kind eine medikamentöse Lungenreife.

    Risikoschwangerschaft bei einer Schwangerschaftsdiabetes

    Eine der häufigsten Begleiterkrankungen einer Schwangerschaft ist der Schwangerschaftsdiabetes. Der Diabetes tritt nur während der Schwangerschaft auf, danach verschwindet sie wieder. Eine hohe Fruchtwassermenge, das übermäßige Wachstum des Kindes, ein hoher Blutdruck und nicht zuletzt ein positiver Zuckertest beim Arzt sind Indikatoren. Das hohe Gewicht des Kindes kann zu schweren Komplikationen bei der Geburt führen. Auch eine drohende Frühgeburt sowie eine mangelhafte Versorgung des Kindes können Risiken einer Schwangerschaftsdiabetes sein. Wird eine Schwangerschaftsdiabetes diagnostiziert, kann diese durch Ernährungsumstellungen, regelmäßige Bewegung aber auch Insulin therapiert werden.

    Risikoschwangerschaft bei Blutungen

    Treten in der Schwangerschaft Blutungen oder Schmierblutungen auf, kann das ein Hinweis auf eine drohende Fehlgeburt sein. Auslöser sind zum Beispiel Hämatome in der Gebärmutter oder geplatzte Äderchen, aber auch Erkrankungen. Bei Blutungen in der Schwangerschaft sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden, der die Ursache der Blutung diagnostiziert. Es besteht ein Risiko, dass die weitere Schwangerschaft unter Komplikationen verläuft oder es sogar zu Notfallsituationen kommt. Eine engmaschige Überwachung der Risikoschwangerschaft wird deswegen empfohlen.

    Risikoschwangerschaft bei Anämie

    Leidet die Schwangere während der Schwangerschaft unter Blutarmut, also Anämie, handelt es sich um eine Risikoschwangerschaft. Das wachsende Baby benötigt im Laufe der Schwangerschaft zunehmend mehr Eisen und Folsäure, sodass die Zahl der roten Blutkörperchen im Blut der Mutter sinkt. Viele Frauen sind von einer leichten Anämie während der Schwangerschaft betroffen. Ist diese jedoch stark ausgeprägt und bleibt unbehandelt, kann dies zu Früh- oder Fehlgeburten führen. Auch Lernschwächen beim Kind sind eine nachgewiesene Folge von Anämie in der Schwangerschaft. Bei großem Blutverlust während der Geburt kann eine Anämie für die Mutter lebensbedrohlich sein.

    Risikoschwangerschaft bei schweren Harnwegsinfekten

    Harnwegsinfekte, wie eine Blasenentzündung oder ein Nierenstau müssen in der Schwangerschaft unbedingt vom Arzt behandelt werden. Kann der Harn nicht richtig von den Nieren in die Harnblase fließen, kann es zu einem schmerzhaften Nierenstau kommen, der unbehandelt schnell zu einer chronischen Nierenbeckenentzündung führt. Harnwegsinfekte in der Schwangerschaft werden mit einer Schwangerschaftsvergiftung, einem geringen Geburtsgewicht und einer drohenden Frühgeburt assoziiert. Regelmäßige Kontrollen sind wichtig, um die Harnwegsinfekte rechtzeitig zu erkennen und behandeln zu können.

    Risikoschwangerschaft bei Inkompatibilität der Blutgruppen

    Hat die Mutter einen negativen Rhesus-Faktor im Blut, das ungeborene Kind vom Vater vererbt jedoch einen positiven Rhesus-Faktor, kann dies eine große Gefahr für das Kind darstellen. Das Immunsystem der Mutter zerstört die roten Blutkörperchen des Babys. Heutzutage kann dies jedoch durch eine geeignete Therapie verhindert werden. Eine ausführliche Überwachung der Entwicklung des Babys ist dennoch wichtig, um den Erfolg der Therapie zu dokumentieren.

    Risikoschwangerschaft bei Mehrlingen

    Eine Schwangerschaft mit zwei oder mehr Kindern birgt ein höheres Risiko für Komplikationen während der Schwangerschaft oder der Geburt. Um Gefahren rechtzeitig zu erkennen, wird eine Mehrlingsschwangerschaft intensiver überwacht. Zu den häufigsten Komplikationen zählen unter anderem Frühgeburtlichkeit, Probleme während der Geburt, Versorgungsprobleme der Plazenta und eine höhere Gefahr für die Mutter an typischen Schwangerschaftsproblemen wie einer Anämie zu erkranken.

    Risikoschwangerschaft bei Terminunklarheit und Überschreitung des Termins

    Eine Schwangerschaft dauert durchschnittlich 40. Wochen. Unter Kenntnis dieser Dauer wird der errechnete Termin ermittelt. Kinder, die zwischen der vollendeten 37. Schwangerschaftswoche und der vollendeten 42. Schwangerschaftswoche geboren werden gelten als termingerecht. Eine längere Überschreitung der Schwangerschaftsdauer kann für das Kind gefährlich sein. Die Plazenta, welche die Versorgung des Kindes sichert, ist ein Verbrauchsorgan. Bei längerer Schwangerschaftsdauer kann diese nicht mehr optimal arbeiten. Bei starker Terminunklarheit kann der errechnete Termin nicht optimal berechnet werden, eine genaue Aussage über die Termingerechtheit kann nicht mehr getroffen werden.

    Risikoschwangerschaft bei drohender Frühgeburt

    Eine drohende Frühgeburt ist ein wichtiger Faktor für eine Risikoschwangerschaft. Die zu frühe Geburt kann lebensgefährlich für das Kind sein. Anzeichen einer drohenden Frühgeburt sind zum Beispiel frühzeitige Wehen, das Verstreichen des Gebärmutterhalses, Blutungen, Abgang des Schleimpropfs, die Öffnung des Muttermundes und das frühzeitige Platzen der Fruchtblase. Bei kleinsten Anzeichen auf eine drohende Frühgeburt sollte deswegen gehandelt werden, um diese zu vermeiden.

    Risikoschwangerschaft bei Lageanomalien

    Das Baby sollte mit dem Kopf voraus geboren werden. Weicht die Geburtsposition von der Scheitellage ab, bezeichnet man dies als Lageanomalie. Natürliche Entbindungen in Beckenendlage sind möglich, aber mit einem größeren Risiko verbunden. Es besteht die Gefahr, dass das Baby mit dem Kopf im Geburtskanal stecken bleibt und es zu einer Sauerstoffunterversorgung des Kindes oder Nervenverletzungen kommt. Oft ist bei diesem Befund ein Kaiserschnitt nötig.

    Risikoschwangerschaft bei einer placenta preavia

    Unter einer placenta preavia versteht man die Verdeckung des Muttermundes durch die Plazenta. Der Muttermund wird entweder nur teilweise oder vollständig verdeckt. Während der Schwangerschaft kann es zu starken Blutungen kommen, die für Mutter und Kind lebensgefährlich werden können. Der Sitz der Plazenta kann sich im Laufe der Schwangerschaft verwachsen und wird regelmäßig vom Frauenarzt überwacht.  Bei vollständiger Verdeckung des Muttermundes ist ein Kaiserschnitt zwingend notwendig.

    Risikoschwangerschaft bei einer Plazentainsuffizienz

    Die Plazenta versorgt das Baby mit allen wichtigen Nährstoffen sowie mit Sauerstoff. Es kann passieren, dass die Plazenta, welche ein Verbrauchsorgan ist, das Baby nicht mehr optimal oder sogar nur unterbrochen versorgt. Medizinisch gesehen spricht man dann von einer Plazentainsuffizienz. Um Folgeschäden durch eine Mangelversorgung auszuschließen, ist eine umfassende Betreuung durch den Frauenarzt notwendig. Bei einer akuten Plazentainsuffizienz mit unterbrochener Sauerstoffversorgung muss das Kind schnellstmöglich per Kaiserschnitt auf die Welt gebracht werden.

    Risikoschwangerschaft aufgrund großer sozialer oder psychischer Belastungen

    Schwere soziale und psychische Belastungen können ein Auslöser für eine Risikoschwangerschaft sein. Der psychische Stress oder Ängste der Mutter wirken sich auch auf das ungeborene Kind aus. Zu den Folgen zählen unter anderem eine drohende Frühgeburt aber auch Langzeitfolgen wie Asthma oder ADHS. Hilfe kann eine Psychotherapie bieten. Zur Stressreduzierung auf der Arbeit kann auch ein Beschäftigungsverbot ausgesprochen werden.

    Risikoschwangerschaft aufgrund der Fruchtwassermenge 

    Das Fruchtwasser schützt das Baby in der Gebärmutter vor äußeren Einflüssen und sorgt dafür, dass es sich gut bewegen kann. Ein Hydramnion beschreibt den Zustand von zu viel Fruchtwasser. Ursachen können zum Beispiel ein Schwangerschaftsdiabetes aber auch Fehlbildungen beim Kind sein. Es besteht das Risiko vorzeitiger Wehen, zudem kann die hohe Fruchtwassermenge zur Belastung für die Mutter werden. Ist zu wenig Fruchtwasser in der Gebärmutter vorhanden, spricht man von einem Oligohydramnion. Ausreichend Fruchtwasser ist für die kindliche Entwicklung wichtig, zum Beispiel für die Lungenstimulation und ein optimales Wachstum.

    Risikoschwangerschaft – Was bedeutet das für die Schwangerschaft und Geburt?

    Normalerweise finden die Untersuchungen zur Schwangerenvorsorge vor der 32. Schwangerschaftswoche, alle vier Wochen statt. Bei einer Risikoschwangerschaft empfiehlt sich eine engmaschigere Untersuchung. Das Intervall wird dabei an den Gesundheitszustand von Mutter und Kind angepasst. Technische Untersuchungen wie der Ultraschall, der Dopplerultraschall, das CTG und Weitere geben Aufschluss über den Verlauf der Risikoschwangerschaft. Schon kleine Veränderungen können so erkannt werden. Bei Bedarf kann schnell reagiert werden. Die Wahl der Entbindungsklinik sollte der Risikoschwangerschaft entsprechen. Fachpersonal spezialisierter Kliniken kann auf eventuelle Komplikationen fachgerecht reagieren.

    Vermeidbare Schwangerschaftsrisiken

    Einige Risiken für die Mutter oder den Fötus sind vermeidbar. Während die meisten Risikofaktoren für eine Risikoschwangerschaft nicht zu beeinflussen sind, lassen sich andere Faktoren aktiv vermeiden. Viele der Schwangerschaftsrisiken lassen sich durch das richtige Verhalten minimieren. Als Schwangerschaftsrisiken gelten:

    • Alkohol
    • Rauchen
    • Listerien
    • Toxoplasmose
    • Hepatitis E
    • Bestimmte Medikamente
    • Zika-Virus
    • Dengue-Fieber
    • Malaria
    • Röntgen
    • Falsches Anlegen des Sicherheitsgurts im Auto
    • Belastender Sport
    • Schwere Belastungen im Beruf
    • Stress
    • Koffein

    Alkohol als Schwangerschaftsrisiko

    Jeder Tropfen Alkohol kann dem Kind schaden. Der Alkohol geht ungefiltert in den Blutkreislauf des Kindes über. In Entwicklungsphasen ist das Baby besonders anfällig für Entwicklungsstörungen. In den ersten drei Schwangerschaftsmonaten ist das Risiko für körperliche Fehlbildungen besonders groß. Im weiteren Verlauf der Schwangerschaft kann Alkoholkonsum zu Wachstumsstörungen, geistigen Entwicklungsstörungen und nervösen Störungen führen.

    Rauchen als Schwangerschaftsrisiko

    Durch den Konsum von Zigaretten wird das Kind vor allem schlechter mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Das enthaltende Nikotin verengt die Gefäße, sodass die Gebärmutter nicht optimal funktionieren kann. Auch Kohlenmonoxid gelangt beim Rauchen in den Körper des Kindes und verdrängt dort den Sauerstoff. Andere enthaltende Giftstoffe gelangen ebenso in den Blutkreislauf des ungeborenen Kindes. Folgen können Fehl- oder Frühgeburten, Unterentwicklung der Lungen, Asthma, Anfälligkeit für schwere Infektionskrankheiten, plötzlicher Kindstod und körperliche sowie geistige Entwicklungsstörungen sein.

    Listerien als Schwangerschaftsrisiko

    Eine Listeriose, ausgelöst durch Bakterien ist für das ungeborene Kind eine ernsthafte Gefahr, während die Krankheit bei der Mutter eher mild verläuft. Unbehandelt führt eine Listeriose zu Früh-, Fehl- oder Totgeburten. Eine Ansteckung lässt sich jedoch weitestgehend vermeiden, indem man auf Lebensmittel verzichtet, in denen die Listerien enthalten sein könnten. Dazu zählen unpasteurisierte Milch, Butter oder Käse, Schimmelkäse, Pasteten oder auch ungekochte Fertiggerichte. Auch im Erdboden oder in Tierkot können die Bakterien enthalten sein.

    Toxoplasmose als Schwangerschaftsrisiko

    Der Erreger der Toxoplasmose ist ein Gesundheitsrisiko für das ungeborene Kind. Auch wenn die Mutter kaum etwas von einer Ansteckung merkt. Es kann zu Fehlgeburten, schweren Hirnschäden, einem Wasserkopf oder auch Seh- und Hörproblemen sowie Lernschwierigkeiten führen. Eine Ansteckung mit den Erregern der Toxoplasmose in der Schwangerschaft kann aktiv vermieden werden. Die Erreger sind vor allem in Katzenkot, halb garem oder rohem Fleisch, roher Ziegenmilch und unpasteurisiertem Ziegenkäse und auf ungewaschenem Obst und Gemüse zu finden. Vermeidet man diese Lebensmittel und das Säubern eines Katzenklos, kann man eine Ansteckung ebenso vermeiden. 

    Hepatitis E als Schwangerschaftsrisiko

    Hepatitis E ist eine unterschätzte Infektionskrankheit, die besonders in der Schwangerschaft mit einer hohen Sterblichkeitsrate korreliert. In Deutschland ist die Krankheit zwar nicht weit verbreitet, durch kontaminierte Lebensmittel und besonders verunreinigtes Trinkwasser zeigt Hepatitis E in den betroffenen Gebieten wie Indien schwere Verläufe. Bei Reisen in entsprechende Gebiete beugt der Ansteckung eine entsprechende Hygiene, wie das Vermeiden von verunreinigtem Trinkwasser oder kontaminierten Lebensmitteln, vor.

    Medikamente als Schwangerschaftsrisiko

    Da der Blutkreislauf der Mutter mit dem Blutkreislauf des Babys über die Nabelschnur verbunden ist, gehen einige plazentagängige Medikamente in den Körper des Babys über. Die Inhaltsstoffe dieser Medikamente schaden dem Baby und können im schlimmsten Fall zu Fehlgeburten, Entwicklungsstörungen und anderen Komplikationen führen. Vor der Einnahme eines Medikamentes sollte sich die Schwangere einen medizinischen Rat über die Verträglichkeit des Arzneimittels mit der Schwangerschaft einholen.

    Reisekrankheiten als Schwangerschaftsrisiko

    Reisekrankheiten wie Dengue-Fieber, der Zika-Virus oder Malaria sind ein großes Schwangerschaftsrisiko, mit dem Frauen konfrontiert sind, die während der Schwangerschaft in ferne Länder reisen wollen. Das Risiko für eine Fehl- oder Totgeburt sowie für eine schlechte Versorgung des Kindes liegt bei einer Erkrankung deutlich höher als bei einer gesunden Frau. Auch Medikamente gegen diese Krankheiten sind nicht verträglich mit der Schwangerschaft. Reisen in Gebiete mit diesen Krankheiten sollten möglichst vermieden werden.

    Röntgen als Schwangerschaftsrisiko

    Eine Röntgenuntersuchung stellt eine Gefahr für das ungeborene Kind dar. Je nach Energiedosis der Röntgenstrahlen wird das Baby durch diese geschädigt. In der Frühschwangerschaft kommt es durch die Schädigung der Eizelle meist nicht zu einer Einnistung. Im weiteren Verlauf der Schwangerschaft ist mit schweren Fehlbildungen vor allem im Bereich der Organe zu rechnen. Am Ende der Schwangerschaft wirken sich die Röntgenstrahlen auf das Wachstum des Kindes aus. Röntgenuntersuchungen in der Schwangerschaft sind zu vermeiden. Sind diese nicht vermeidbar, muss ab einer gewissen Strahlenbelastung über den Abbruch einer Schwangerschaft nachgedacht werden.

    Der Sicherheitsgurt im Auto als Schwangerschaftsrisiko

    Mobilität ist auch in der Schwangerschaft wichtig, allerdings sollten beim Autofahren einige Hinweise beachtet werden, um das Ungeborene optimal zu schützen. Im schlimmsten Fall kann es bei einem schweren Unfall zu einer Plazentaablösung kommen. Der Sicherheitsgurt sollte nicht direkt auf dem Bauch, sondern unterhalb von diesem liegen, der Sitz sollte so weit wie möglich nach hinten geschoben werden, um das Baby vor dem Airbag zu schützen und die Rückenlehne sollte steil aufgestellt werden. Im Falle eines Unfalls können Mutter und Baby so bestmöglich vor Komplikationen geschützt werden.

    Sport als Schwangerschaftsrisiko

    Normalerweise tut Sport in der Schwangerschaft gut und hilft der Schwangeren dabei, fit zu bleiben. Einige Sportarten bergen jedoch große Verletzungsrisiken für das Kind und gelten deswegen als Schwangerschaftsrisiko. Sportarten, die mit Sprüngen oder schweren Stürzen einhergehen können, sollten in der Schwangerschaft vermieden werden. Dazu zählen zum Beispiel Bouldern, Springreiten oder Fußball. Zudem sollte jede Schwangere mit ihrem Frauenarzt abklären, welche sportlichen Betätigungen individuell unschädlich sind. Für Frauen mit sehr schwachem Beckenboden kann schon joggen gefährlich werden. Allgemein gilt, wenn es sich nicht richtig anfühlt oder sogar wehtut – lieber aussetzen!

    Der Beruf als Schwangerschaftsrisiko

    Einige Berufe können für Schwangere und das ungeborene Baby gefährlich werden. Arbeiten, bei denen besonders schwer gehoben werden muss, bei denen gefährliche Stoffe zum Einsatz kommen oder bei denen die Schwangere mit vielen Krankheiten konfrontiert ist, sind vom Mutterschutzgesetz untersagt. Sie können die Schwangerschaft oder die Gesundheit des ungeborenen Kindes gefährden. Der Frauenarzt stellt der Schwangeren in den Fällen ein individuelles Beschäftigungsverbot aus.

    Stress als Schwangerschaftsrisiko

    Dauerstress steht im Zusammenhang mit vorzeitigen Wehen, Fehlgeburten, Frühgeburten aber auch Verhaltensstörungen beim Kind. So kann starker Stress der Mutter beispielsweise zu ADHS beim Kind führen. Auch das Risiko für das Kind an Depressionen zu erkranken, ist erhöht. Die Stresshormone, die bei Stress ausgeschüttet werden, wirken auch auf das ungeborene Kind ein. Starker Stress sollte nach Möglichkeit in der Schwangerschaft vermieden werden. Gegebenenfalls kann der Frauenarzt ein Beschäftigungsverbot aussprechen, wenn der Stress der beruflichen Situation geschuldet ist. Auch eine von der Krankenkasse bezahlte Haushaltshilfe kann einer Schwangeren in solchen Situationen zustehen.

    Koffein als Schwangerschaftsrisiko

    Koffein gelangt wie andere Substanzen ungefiltert durch die Plazenta in den Blutkreislauf des Kindes. Diesem fehlen jedoch Enzyme, um das Koffein abzubauen, sodass sich das Koffein besonders im Hirngewebe ansammelt. Die Gewichtsentwicklung des Kindes kann dadurch negativ beeinflusst werden. Durch den erhöhten Adrenalinspiegel der Mutter wird zudem die Durchblutung der Plazenta eingeschränkt. Die Sauerstoff- und Nährstoffversorgung des Kindes ist dann nicht optimal. Bis zu zwei Tassen Tee oder Kaffee haben noch keine starken Auswirkungen, eine Dosis, die darüber hinaus geht, kann gefährlich werden.

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