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    Kupferspirale – Wirkung, Nebenwirkungen, Kosten

    Die Kupferspirale – eine gute Lösung für Frauen, die sich eine hormonfreie Verhütungsmethode wünschen. Größter Vorteil: Alle hormonbedingten Nebenwirkungen wie bei der Hormonspirale oder Pille fallen weg. Doch birgt die Kupferspirale auch Nachteile? Wir haben nachgeforscht. Außerdem erfährst Du in diesem Artikel, wie die Kupferspirale wirkt, wie sicher sie ist und was sie kostet.

    Was ist eine Kupferspirale?

    Die Kupferspirale ist ein etwa 2,5 bis 3,5 cm langes Kunststoffstäbchen, das zur Verhütung in die Gebärmutter eingelegt wird. Meist hat sie die Form eines T‘s. Sie kann aber auch hufeisenförmig aussehen oder an die Form eines Ankers erinnern. Um den Kunststoff ist ein feiner Kupferdraht gewickelt. Am unteren Ende der Spirale befinden sich 2 Rückholfäden, die nach deren Platzierung in der Gebärmutter in der oberen Scheide zu ertasten sind.

    Es gibt mehrere Varianten der Kupferspirale. Da gibt es zunächst einmal die reine Kupferspirale, die nur aus Kupfer besteht. Daneben existieren dann noch Spiralen mit einer Kupfer-Gold-Legierung oder einer Kupfer-Silber-Legierung. Die Edelmetalle Gold und Silber dienen dazu, die Kupferspirale haltbarer zu machen. Silber soll darüber hinaus Entzündungen wie einen Scheidenpilz hemmen.

    Wirkung der Kupferspirale

    Die empfängnisverhütende Wirkung der Kupferspirale beruht darauf, dass kontinuierlich geringe Mengen von Kupferionen in die Gebärmutter abgegeben werden. Dadurch setzt das Verhütungsmittel gleich mehrere Mechanismen in Gang, die eine Verhütung sicherstellen sollen:

    • Reduzierter Aufbau der Gebärmutterschleimhaut und dadurch erschwerte Einnistung
    • Hemmung der Beweglichkeit der Spermien
    • Verkürzung der Lebensdauer von Spermien
    • Verdickung des Schleims im Gebärmutterhals, sodass Spermien schlechter in die Gebärmutter eindringen können

    Vorteile der Kupferspirale

    Der größte Vorteil der Kupferspirale: Sie bietet Dir eine hormonfreie Verhütung, bei der nicht in Deinen natürlichen Zyklus eingegriffen wird. Dadurch entfallen sämtliche Nebenwirkungen, die durch ein künstliches Hormon bzw. durch mehrere Hormone ausgelöst werden können.

    Sind bei der Pille oder der Hormonspirale zum Beispiel häufiger depressive Verstimmungen oder Hautprobleme zu beobachten, musst Du derlei Nebenwirkungen bei der Kupferspirale nicht fürchten. Die Vorteile der Kupferspirale auf einen Blick:

    • Keine Nebenwirkungen durch Hormone
    • Beeinflusst nicht den natürlichen Zyklus
    • Hohe Sicherheit
    • Langfristige Verhütung: Du musst nicht mehr so oft an Verhütung denken
    • Anwendungsfehler wie bei der Pille praktisch ausgeschlossen
    • Du kannst direkt nach dem Entfernen der Spirale wieder schwanger werden
    • In der Stillzeit anwendbar

    Kupferspirale Nebenwirkungen

    Kein medizinisches Mittel ohne Nachteil: So ist es auch bei der Kupferspirale. Obwohl sie deutlich weniger Nebenwirkungen als etwa die Hormonspirale aufweist, können auch bei ihr unerwünschte Symptome auftreten. Dazu gehören:

    • Evtl. ist Einlage schmerzhaft
    • Unterleibsschmerzen unmittelbar nach Einlage
    • Stärkere oder längere Blutung
    • Zwischenblutungen
    • Zunahme der Schmerzen während der Periode
    • Leicht erhöhtes Risiko für Infektionen (z.B. Entzündung der Gebärmutter)
    • Leicht erhöhtes Risiko für Eileiterschwangerschaft
    • Ausstoßung der Spirale (selten)
    • Perforation (Durchstoßung) der Gebärmutterwand (selten)

    Stärkere Blutungen nach Kupferspirale

    Ein Nachteil der Kupferspirale ist, dass Frauen eine stärkere Blutung haben können als vorher. Entweder ist die Blutung dann stärker ausgeprägt oder sie dauert einfach länger an. Möglich sind aber auch Zwischenblutungen oder Schmierblutungen. Oft kommen diese Nebenwirkungen aber nur während der ersten Zyklen vor und verschwinden dann wieder.

    Wenn diese Beschwerden anhalten und Du auch stärkere Regelschmerzen hast als vorher, dann frag Deinen Frauenarzt um Rat. Dann ist diese Methode zur Verhütung für Dich nicht geeignet.

    Ausstoßung der Kupferspirale

    Ein weiterer Nachteil der Kupferspirale besteht darin, dass sie während der Periode aus der Gebärmutter ausgestoßen werden kann. Das Risiko dafür ist aber eher gering. Im ersten Jahr nach Einlage und hier vor allem in den ersten Monaten ist die Wahrscheinlichkeit für eine Ausstoßung höher als in den Folgejahren.

    Kupferspirale einsetzen

    Die Kupferspirale wird vom Frauenarzt in der Praxis eingesetzt. Dafür kommt ein dünnes Röhrchen zum Einsatz, in dem sich die Spirale befindet. Das Röhrchen wird vorsichtig in die Gebärmutter geschoben. Dann wird die Spirale platziert, die Seitenarme klappen auf. Nun wird das Röhrchen wieder herausgezogen. Das Einsetzen geht recht schnell. Oft macht sich ein unangenehmer, ziehender Schmerz bemerkbar. Um diesen abzumildern, kann Dir der Arzt vor dem Eingriff ein Schmerzmittel verabreichen.

    Kupferspirale – Wann einsetzen?

    Die Kupferspirale wird bevorzugt unter der Menstruation eingesetzt, denn dann ist der Muttermund weicher und etwas geöffnet. Das erleichtert nicht nur das Einlegen, sondern lindert auch den leicht ziehenden Schmerz.

    Kupferspirale – regelmäßige Kontrolluntersuchungen nach Einlage

    Um den korrekten Sitz zu prüfen, wird Dein Frauenarzt regelmäßig nach der Kupferspirale schauen. Die erste Kontrolluntersuchung per Ultraschall erfolgt in der Regel nach der ersten Periode oder binnen der ersten 3 Monate nach Einlage. Danach werden die Intervalle länger. Das heißt, der Arzt prüft dann nur noch halbjährlich oder einmal im Jahr, ob die Spirale noch dort sitzt, wo sie sitzen soll. Dieser Check ist wichtig, da sich die Wahrscheinlichkeit für eine Schwangerschaft erhöht, wenn das hormonfreie Verhütungsmittel nicht mehr richtig sitzt.

    Kupferspirale Sicherheit

    Die Kupferspirale weist wie die Hormonspirale eine hohe Sicherheit auf. Mit einem Pearl-Index von 0,3 bis 0,8 ist sie eine vergleichsweise sehr sichere Methode zur Verhütung. Dieser geringe Pearl-Index zeigt Dir an, dass Du diesem Verhütungsmittel Dein Vertrauen schenken kannst – sofern nichts gegen eine Einlage spricht.

    Schwanger trotz Kupferspirale

    Obwohl die Sicherheit der Kupferspirale mit ihrem niedrigen Pearl-Index im Vergleich zu anderen Methoden sehr hoch ist, wirkt sie in seltenen Fällen nicht. Die Folge: eine Frau wird ungewollt schwanger. Es ist möglich, dass die Spirale in diesem Fall unbemerkt verrutscht war, dass sie zu lange gelegen hat oder unbemerkt ausgestoßen wurde.

    Um zu prüfen, ob die Kupferspirale sich noch in der Gebärmutter befindet, kannst Du regelmäßig – vor allem nach Deiner Periode – die Rückholfäden ertasten. Nach einem unbemerkten Verlust kann eine Spirale selbstverständlich nicht mehr wirken.

    Kupferspirale Kosten

    Der Preis für diese Verhütungsmethode liegt je nach Produkt bei 120 bis 300 Euro. Diese Kosten beziehen sich auf den Erwerb der Kupferspirale inklusive Beratung, Untersuchung und Einlage. Die erste Kontrolluntersuchung wird in der Regel noch von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Alle weiteren Untersuchungen musst Du dann selbst bezahlen. Verglichen mit der Kupferkette, die eine Weiterentwicklung der Kupferspirale ist, ist die Kupferspirale preiswerter.

    Wie lange kann ich mit der Kupferspirale verhüten?

    Mit der Kupferspirale kannst Du 3 bis 5 Jahre lang verhüten. Nach dieser Zeit musst Du die Spirale entfernen und durch eine neue ersetzen lassen. Denn dann wirken die Kupferionen nicht mehr, weil sie aufgebraucht sind. Das bedeutet, dass Du dann jederzeit wieder schwanger werden kannst.

    Kupferspirale entfernen

    Wenn sich das Ende der Liegedauer Deiner Spirale nähert oder die Blutungen mit diesem Verhütungsmittel zu stark sind, gehst Du zu Deinem Frauenarzt. Der Arzt zieht dann an den Rückholfäden und entfernt die Kupferspirale. Dabei kann es zu einem leichten, ziehenden Schmerz kommen.

    Die Kupferkette

    Die Kupferkette ist eine besondere Variante der Kupferspirale. Sie ist kein T-förmiges Gebilde, sondern ähnelt mit ihren auf einen Faden aufgezogenen Kupferzylindern einer Kette. Auch die Kupferkette ist eine Form der Verhütung, die gänzlich ohne Hormone auskommt. Die Wirkung geht auch bei ihr auf Kupferionen zurück, die in die Gebärmutter abgegeben werden. Sie verhindern mit großer Wahrscheinlichkeit, dass Du schwanger wirst.

    Im Gegensatz zur Kupferspirale muss die Kupferkette in der Muskelschicht der oberen Gebärmutterwand befestigt werden. Dafür kann sie sich ansonsten frei in der Gebärmutter bewegen.

    Kupferspirale oder Hormonspirale?

    Sowohl die Kupferspirale als auch die Hormonspirale sind eine gute Alternative zur Pille. Bei der Hormonspirale wird der Körper mit einer geringeren Dosis an Hormonen konfrontiert als bei der Antibabypille. Die Hormonspirale bietet sich beispielsweise an, wenn die Kupferspirale wegen einer starken Periode und starker Regelschmerzen nicht in Frage kommt. Wenn es Dir hingegen wichtig ist, hormonfrei zu verhüten oder Du viel rauchst, ist die Kupferspirale für Dich die bessere Lösung.

    Für wen ist die Kupferspirale nicht geeignet?

    Die Kupferspirale ist nicht für jede Frau geeignet. In folgenden Fällen kann diese Verhütungsmethode nicht zum Einsatz kommen:

    • Bei einer zu kleinen Gebärmutter
    • Bei einer Veränderung/Verformung der Gebärmutter (Myome)
    • Bei starker Periode
    • Bei Blutungen unklarer Ursache
    • Bei Eisenmangel
    • Im Falle einer Schwangerschaft
    • Bei Störungen des Kupferstoffwechsels (z.B. Kupferspeicherkrankheit)
    • Bei einer Allergie auf Bestandteile der Spirale
    • Bei Infektionen im Unterleib
    • Bei vorausgegangener Eileiterschwangerschaft
    • Bei Blutgerinnungsstörungen
    • Evtl. bei Diabetes
    • Evtl. bei Nierenerkrankungen
    • Gebärmutterkrebs oder Gebärmutterhalskrebs (bzw. Zellveränderungen)
    • Innerhalb von 3 Monaten nach Geburt oder Fehlgeburt
    • Evtl. bei Einsatz von Medikamenten, die das Immunsystem unterdrücken
    • Bei erhöhter Neigung zu übertragbaren Geschlechtskrankheiten