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    Kreidezähne beim Kind – Ursachen, Symptome, Therapie

    Kreidezähne sind das neue Karies: Stand früher noch das Loch auf Platz 1 der Zahnkrankheiten bei Kindern, sind es heute brüchige Zähne. Inzwischen wird die Zahnschmelzerkrankung schon bei jedem 10. Kind festgestellt. Bei den 12-Jährigen soll sogar jedes vierte Kind betroffen sein. Die Ursachen dafür sind unklar. Wir verraten Dir, woran Du Kreidezähne bei Deinem Kind erkennen kannst, welche Ursachen dahinterstecken könnten und wie eine Behandlung aussieht.

    Was sind Kreidezähne?

    Kreidezähne sind brüchige Zähne, die wie Kreide zerbrechen können. Betroffene Zähne weisen gelblich-bräunliche Verfärbungen auf. Schuld daran ist eine Störung in der Entwicklung des Zahnschmelzes vom 8. Schwangerschaftsmonat bis zum 4. Lebensjahr. Der Zahnschmelz ist bei Betroffenen nur etwa ein Zehntel so fest wie bei zahngesunden Menschen.

    In der Zahnmedizin nennt man diese Erkrankung Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation (MIH). Sie betrifft hauptsächlich die bleibenden Zähne, seltener die Milchzähne. Als „Molaren“ werden in der Zahnmedizin die Backenzähne bezeichnet, als „Inzisiven“ die Schneidezähne. Hypomineralisation ist die Bezeichnung für eine mangelhafte Einlagerung von Mineralien.

    Wie verbreitet sind Kreidezähne?

    Kreidezähne werden immer häufiger bei Kindern diagnostiziert. Inzwischen sollen bereits 10 bis 15 % aller Kinder eine MIH haben. In einer deutschen Studie konnte sogar bei jedem vierten 12-Jährigen ein von MIH betroffener Backenzahn gefunden werden. Zwar sind immer mehr Kinder von der Erkrankung betroffen, doch meist nur in geringem Maße. Lediglich 5 % der Fälle sind behandlungsbedürftig.

    Dennoch ist die Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation so weit verbreitet, dass sie bei unter 12-Jährigen bereits häufiger anzutreffen ist als Karies. Daher gelten Kreidezähne bereits als eine neue Volkskrankheit. Zahnärzte stellen die Zahnschmelzerosion vor allem bei Kindern in den Metropolen fest.

    Kreidezähne Symptome

    Zu den typischen Anzeichen von MIH gehören:

    • Weiße Flecken oder gelbe-bräunliche Verfärbungen auf einem Zahn oder mehreren Zähnen
    • Raue Zahnoberfläche
    • Furchenbildung auf dem Zahn
    • Brüchiger Zahn
    • Schmerzempfindlichkeit an den betroffenen Stellen
    • Besondere Anfälligkeit für Karies

    Kreidezähne und Verfärbungen

    Die Verfärbungen sind entweder nur an einer bestimmten Stelle des betroffenen Zahns sichtbar oder am gesamten Zahn. Sie sind bereits beim Durchstoßen der bleibenden Zähne zu erkennen. Am häufigsten treten Verfärbungen an den Backenzähnen (Molaren) und an den Schneidezähnen auf. Prinzipiell können aber alle Zähne von dem Zahnschmelzdefekt betroffen sein.

    Kreidezähne und höhere Schmerzempfindlichkeit

    An der brüchigen oder verfärbten Stelle ist oft auch die Schmerzempfindlichkeit des Zahns erhöht. Daher mögen die Kinder das Zähneputzen nicht und würden es am liebsten ganz sein lassen. Problematisch sind auch kalte und heiße Speisen für die empfindlichen Kinderzähne. Selbst das Luftholen kann für die kleinen Patienten mit Schmerzen einhergehen.

    Kreidezähne und hohes Risiko für Karies

    Bröckelige Zähne mit Furchen und abgeplatzten Stellen bieten Bakterien die ideale Grundlage. Hier finden sie zahlreiche Schlupflöcher, um vor allem bei unzureichender Mundhygiene weiteren Schaden am Zahn anzurichten. Daher haben Kinder mit MIH ein besonders hohes Risiko für Karies.

    Zahn kann bröckeln

    In schweren Fällen von Kreidezähnen ist der Zahnschmelz so weich, dass der Zahn zu bröckeln beginnt. Dann lösen sich ganze Stücke des Zahns ab. Zum Glück ist diese schwere Ausprägung der Zahnerkrankung eher die Ausnahme.

    Ursache für Kreidezähne beim Kind

    Die genaue Ursache für Kreidezähne kennen Mediziner noch nicht. Sie vermuten aber ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren während der Zahnentwicklung, die vom 8. Schwangerschaftsmonat bis zum 4. Lebensjahr andauert.

    Was man weiß, ist, dass bei Betroffenen eine Fehlfunktion der zahnschmelzbildenden Zellen vorliegt. Diese führt dazu, dass zu wenig von dem härtenden Mineral Hydroxylapatit (besteht aus Kalzium und Phosphat) in die Zähne eingelagert wird. So härtet der Zahnschmelz nur mangelhaft aus. Die Folge: der Kreidezahn.

    Was diese Störung im Zahnschmelzaufbau auslöst, ist jedoch noch unklar. In der Fachwelt werden folgende Gründe diskutiert:

    • Umweltgifte: v.a. Weichmacher in Kunststoffen wie Bisphenol A (BPA) in Trinkflaschen, etc.
    • Erkrankungen der Mutter während der Schwangerschaft
    • Geburtskomplikationen (Frühgeburt, Kaiserschnitt, Sauerstoffmangel)
    • Infektion des Kindes in den ersten 4 Jahren (z.B. Bronchitis, Masern, Windpocken)
    • Einnahme von Antibiotika
    • Chronische Nierenerkrankungen mit Störungen im Kalzium-Phosphat-Haushalt
    • Genetische Veranlagung
    • Vitamin D-Mangel

    Bisphenol A und Kreidezähne

    Bewiesen ist es nicht, doch Studienergebnisse legen den Schluss nahe, dass der Weichmacher Bisphenol A (BPA) eine Ursache für die Zahnschmelzerosion sein könnte. So zeigten sich im Tierversuch die typischen Kreidezähne-Symptome bei den Tieren, nachdem ihnen BPA verabreicht wurde.

    Der Plastik-Weichmacher ist in vielen Haushaltsgegenständen zu finden. Es steckt etwa in Verpackungen, Mikrowellengeschirr, Plastikgeschirr sowie in Trinkflaschen für Kinder, Plastikschnullern und in Dosen für Getränke und Konserven. Das Problematische: Der Stoff kann nicht nur den Hormonhaushalt durcheinanderbringen, sondern womöglich auch die Bildung von Zahnschmelz hemmen.

    Diagnose von Kreidezähnen

    Der Zahnarzt erkennt Kreidezähne bereits durch den geschulten Blick in den Mund eines Kindes. Um sicherzugehen, muss er aber zunächst weitere Alternativdiagnosen ausschließen. So können die Anzeichen einer Hypomineralisation (Mangel in der Mineralisierung) auch auftreten bei:

    • Einer schon länger andauernden Überdosierung von Fluorid
    • Einer Therapie mit dem Antibiotikum Tetrazyklin
    • Der Erkrankung „Amelogenesis imperfecta“ (alle Milchzähne und bleibenden Zähne betroffen)

    Die Schweregrade von Kreidezähnen

    Zahnärzte haben 4 Kategorien, um Kreidezähne anhand ihres Schweregrades voneinander abzugrenzen. Demnach gibt es MIH:

    • Der 1. Kategorie: ohne Überempfindlichkeit und ohne Substanzdefekt (Schaden am Zahn)
    • Der 2. Kategorie: ohne Überempfindlichkeit mit Substanzdefekt
    • Der 3. Kategorie: mit Überempfindlichkeit und ohne Substanzdefekt
    • Der 4. Kategorie: mit Überempfindlichkeit und mit Substanzdefekt

    Behandlung von Kreidezähnen

    Die schlechte Nachricht vorab: Kreidezähne sind nicht heilbar. Dennoch gibt es einiges, was Du für Deinen kleinen Liebling mit weichem Zahnschmelz tun kannst. Hier ist vor allem die regelmäßige Kontrolle durch den Zahnarzt zu nennen sowie dessen vielfältige Behandlungsmöglichkeiten, um das Leiden des kleinen Patienten abzumildern.

    Dabei geht es zum einen um Schmerzlinderung, zum anderen um den längstmöglichen Erhalt des Zahns. Folgende Behandlungen können bei Kreidezähnen zum Einsatz kommen:

    • Versiegelung betroffener Zähne
    • Fluoridisierung der Zähne
    • Therapie mit Füllungen
    • Einsatz von Kronen (Teilkrone oder Vollkrone)
    • Ziehen des Zahns

    Versiegelung bei milden Verläufen von Kreidezähnen

    Sind die Kreidezähne bei einem Kind nur mild ausgeprägt, kommt eine Versieglung der Rillen in den betroffenen Zähnen infrage. Durch diese Behandlung wird der Zahn besser vor Karies geschützt. Denn die Versiegelung hilft dabei, dass Bakterien nicht so leicht in den Zahnschmelz eindringen können. Zugleich kann damit die Schmerzempfindlichkeit gegenüber Kälte und Hitze herabgesetzt werden.

    Fluoridierung bei Kreidezähnen

    Der Zahnarzt hat die Möglichkeit, den betroffenen Zahn durch das Mineral Fluorid zu stärken. Durch das regelmäßige Auftragen eines Fluoridlacks wird der angegriffene Zahn so in seiner Substanz gefestigt, dass ein Abplatzen von Zahnschmelz verhindert werden kann. Auch schützt das Fluorid vor gefährlichen Säuren, sodass das Karies-Risiko gesenkt wird. Diese Behandlung kann der Zahnarzt alle 3 bis 6 Monate durchführen.

    Füllungen in schwereren Fällen von Kreidezähnen

    Wenn kleine Stücke des Zahns abbröckeln oder absplittern, ist das ein Schreck. In solch einem Fall greift der Zahnarzt dann auf Füllungen aus Komposit zurück. Komposit ist eine zahnfarbene Mischung verschiedener Kunststoffe, um die fehlende Zahnmasse zu ersetzen.

    Kronen für den Härtefall

    Für den Fall, dass der Zahn teilweise verloren gegangen ist, wird der Zahnarzt den Zahn überkronen. Hier verwendet er Kronen aus Kunststoff, Edelstahl oder Keramik.

    Ziehen des betroffenen Zahns

    In manchen Fällen ist der brüchige Kinderzahn nicht mehr zu retten. Dann muss er vom Zahnarzt gezogen werden. Dies geschieht beispielsweise dann, wenn zu viel vom Zahn weggebrochen ist oder wenn der Zahn so schmerzempfindlich ist, dass der kleine Patient damit nicht leben kann.

    Was Du für Dein Kind tun kannst

    Du kannst als Mutter auch einiges tun, um Deinem Liebling das Leben mit der Erkrankung leichter zu machen, zum Beispiel:

    • Achte auf gründliches Zähneputzen
    • Kaufe Zahnpasta mit Fluorid
    • Kaufe Zahnpasta für schmerzempfindliche Zähne
    • Kaufe fluoridiertes Kochsalz
    • Achte auf säurearme, gesunde Ernährung
    • Nimm regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Zahnarzt wahr

    Gründliches Zähneputzen bei Kreidezähnen

    Zähne gehören immer gründlich geputzt. Doch bei den kariesanfälligen Kreidezähnen ist das noch wichtiger. Denn hier haben Bakterien wegen der rauen Oberfläche ein leichteres Spiel. Am gründlichsten entfernen elektrische Zahnbürsten den Zahnbelag oder Zahnstein.

    Wichtig ist, dass Du darauf achtest, dass Dein Kind alle Flächen und jeden Zahn reinigt – auch die schmerzempfindlichen. Da das schmerzhaft ist, neigen Kinder dazu, diese auszulassen. 3 Minuten sollte das Zähneputzen schon dauern. Denn kurzes Durchhuschen kann unangenehme Folgen haben.

    Die richtige Zahnpasta für Kreidezähne

    Kinder mit Kreidezähnen brauchen eine Zahnpasta, die speziell für schmerzempfindliche Zähne entwickelt wurde. Denn dadurch lassen sich Schmerzen durch kalte oder heiße Speisen sowie zuckerreiche Getränke abmildern. Außerdem tust Du Deinem Sprössling Gutes, wenn Du auf den richtigen Fluorid-Gehalt entsprechend seines Alters achtest.

    Bis zu 2 Jahren benötigt Dein Kind einen Fluorid-Gehalt von 500 ppm (0,05 % = 500 ppm in einer reiskorngroßen Menge Zahnpasta). Wenn Du 1 Mal täglich einen dünnen Film Kinderzahnpasta verwendest, reicht das aus.

    Ab 2 Jahren empfehlen Zahnärzte 2 Mal täglich etwa eine erbsengroße Menge Kinderzahnpasta aufzutragen. Bricht der 1. bleibende Zahn durch, 2 Mal täglich mit einer Junior-Zahnpasta mit einem Fluorid-Gehalt von 1000 bis 1500 ppm putzen.

    Fluoridiertes Salz für Mineralisierung des Zahns nutzen?

    Zahnmediziner empfehlen auch den Einsatz von fluoridhaltigem Salz zum Kochen, gerade bei MIH. Denn Fluorid hilft, den schwächelnden Zahnschmelz zu festigen und den Zahn so vor dem Zerbrechen zu schützen.

    Ob zusätzlich zur fluoridhaltigen Kinderzahncreme fluoridiertes Kochsalz notwendig ist, ist umstritten. Manche Experten halten diese Kombination sogar für gefährlich, da daraus schnell eine Überversorgung mit Fluorid resultieren kann, die ebenfalls nicht gut für die Gesundheit ist.

    Insgesamt sollte ein Mensch täglich 30 bis 40 Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht von dem Mineral aufnehmen. Ein Kind mit einem Gewicht von 30 kg müsste demnach täglich etwa 1,2 Milligramm Fluorid aufnehmen.

    Säurearme Ernährung für Kreidezähne besonders wichtig

    Achtung Säure: Kreidezähne müssen noch effektiver vor Kariesbakterien geschützt werden. Das gelingt Dir, indem Dein Kind möglichst wenig Säure zu sich nimmt. Es sollte also möglichst wenig Süßigkeiten, zuckerhaltige Speisen oder säurehaltige Getränke zu sich nehmen. Denn die enthalten viel kariesfördernde Säure. Und wenn Dein Kind nascht, dann sollte es im Anschluss die Zähne putzen, um den Zahnschmelz vor den Bakterien zu schützen.

    Achte auf gesunde Ernährung bei Deinem Kind. Koche möglichst viel frisch und naturbelassen. Schau, dass es alle Vitamine und Mineralien in ausreichender Menge erhält. Dafür bieten sich Obst und Gemüse an. 5 Händevoll Obst oder Gemüse können es am Tag gerne sein.

    Regelmäßige Kontrollen beim Zahnarzt wahrnehmen

    Um eine weitere Verschlechterung des Zahnzustands bei Deinem Kind zu verhindern, sind die regelmäßigen Kontrolltermine beim Zahnarzt sehr wichtig. Auf die Art kann der Zahnarzt frühzeitig Schäden erkennen und geeignete Maßnahmen zum Schutz des Zahns ergreifen.

    Kreidezähnen vorbeugen

    Es wäre schön, wenn eine Mutter vorbeugend etwas gegen Kreidezähne unternehmen könnte. Das ist aber nicht möglich. Falls BPA an der Zahnerkrankung beteiligt ist, kannst Du versuchen, zwischen dem 8. Schwangerschaftsmonat und dem 4. Lebensjahr verstärkt darauf zu achten, BPA-Produkte zu reduzieren. Denn in der Zeit findet die Zahnschmelzbildung statt. Nutze nach Möglichkeit Glas statt Plastikgefäße. Da die Ursachen aber noch nicht geklärt sind, gibt es weiter nichts, was Du für Dein Kind tun kannst.

    Kosten für die Behandlung von Kreidezähnen

    Die Versiegelungen von Rillen in den Zähnen sowie die Versorgung mit Füllungen sind bis zu 17 Jahren eine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen. Die Kosten dafür müsst Ihr als Eltern also nicht selbst tragen.

    Anders sieht es bei den Kronen für ein Kind aus. Die Regelversorgung wird mit 50 % bezuschusst. Den Rest müssen die Eltern übernehmen. Wenn Ihr Euch für eine qualitativ hochwertigere Krone als dem Standardmodell entscheidet, ist der Eigenanteil folglich höher. Auch klar: Je mehr Zähne überkront werden müssen, desto kostenintensiver die Behandlung.

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