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    Kondome zur Verhütung – Größe, Sicherheit, richtige Anwendung

    Kondome sind das älteste Verhütungsmittel der Welt. Schon vor 3000 Jahren sollen Frauen aufbereitete Schafsdärme dazu benutzt haben, um sich vor einer ungewollten Schwangerschaft oder sexuell übertragbaren Krankheit zu schützen. Doch so beliebt der Gummiüberzug auch heute noch ist. Ist das Kondom wirklich sicher? Wie benutzt man es richtig und woher weiß man(n), welche Größe die richtige ist? Ein Aufklärungsversuch.

    Was ist ein Kondom?

    Ein Kondom ist ein sehr dünner, aber überaus strapazierfähiger Gummiüberzug, der vor dem Geschlechtsverkehr über den steifen Penis gestreift wird. Damit kann sich eine Frau nicht nur vor einer ungewollten Schwangerschaft schützen, sondern auch vor sexuell übertragbaren Krankheiten. Kondome sind die einzige Möglichkeit neben der Sterilisation, bei dem der Mann die Initiative in Sachen Verhütung übernimmt. Das Kondom ist auch unter der Bezeichnung Präservativ bekannt.

    Kondome Wirkung

    Die Wirkungsweise eines Kondoms besteht darin, dass das Sperma nicht in die Scheide gelangt. Um es aufzufangen, befindet sich vorn am Kondom eine kleine Ausstülpung. Darin sammelt sich das Sperma nach dem Samenerguss und wird so zurückgehalten. Folge: Eine Befruchtung der Eizelle durch eine Samenzelle ist ausgeschlossen. Demnach kann auch keine Schwangerschaft mehr eintreten. Gleichzeitig schützt das Kondom den Partner auch davor, sich mit einer möglicherweise noch unentdeckten Geschlechtskrankheit anzustecken.

    Kondome Größe

    Wusstest Du, dass es bei Kondomen verschiedene Größen gibt? Nein? Ein Mann wird jetzt sicher denken: ‚Ich brauche natürlich die größte Größe, die man auf der Welt finden kann‘. Doch das ist ein Irrglaube. Denn die Größe – oder genauer gesagt die Breite – variiert von Mann zu Mann. Für jede Penis-Breite gibt es das adäquate Kondom.

    Falscher Stolz ist hier fehl am Platze. Denn: Ist das Kondom zu groß, kann es leicht abrutschen. Ist es hingegen zu klein, reißt es schnell. Die Größenangabe für ein Kondom findest Du auf der äußeren Verpackung.

    Um herauszufinden, in welcher Größenordnung Dein Penis oder der Deines Partners angesiedelt ist, hilft nur eines: nachmessen. Und zwar im steifen Zustand, versteht sich. Das kannst Du ganz bequem mit einem Maßband machen. Wichtig ist hier, dass Du den Umfang an der dicksten Stelle des edlen Stücks misst. Hier kann Dir eine Größentabelle dabei helfen, im Nu das passende Kondom zu finden:

    • Kleines Kondom (Größe 47 bis 49): 9,6 bis 10,8 cm Umfang
    • Mittelgroßes Kondom (Größe 52 bis 54): 10,9 bis 12,0 cm Umfang
    • Großes Kondom (Größe 55 bis 57): 12,1 bis 12,6 cm Umfang
    • XXL-Kondom (Größe 57 bis 69): 12,2 bis 14,4 cm Umfang

    Wenn Du die passende Größe ganz genau wissen willst, hier nochmal eine detailliertere Größentabelle:

    • Größe 47 für 9,6 – 10,2 cm Penisumfang
    • Größe 49 für 10,2 – 10,8 cm Penisumfang
    • Größe 52 für 10,8 – 11,4 cm Penisumfang
    • Größe 53 für 11,0 – 11,6 cm Penisumfang
    • Größe 54 für 11,4 – 12,0 cm Penisumfang
    • Größe 55 für 11,6 – 12,2 cm Penisumfang
    • Größe 56 für 11,8 – 12,4 cm Penisumfang
    • Größe 57 für 12,0 – 12,6 cm Penisumfang
    • Größe 58 für 12,2 – 12,8 cm Penisumfang
    • Größe 60 für 12,6 – 13,2 cm Penisumfang
    • Größe 64 für 13,2 – 13,8 cm Penisumfang
    • Größe 69 für 13,8 – 14,4 cm Penisumfang

    Woran erkennt man, dass das Kondom richtig sitzt?

    Du hast die richtige Größe für ein Kondom, wenn:

    • Du es beim Sex so gut wie nicht spürst
    • Es sich gut abrollen lässt (ohne Schmerzen oder ohne wieder zurückzurollen)
    • Man es nach dem Überziehen nicht hin- und herbewegen kann
    • Es eng, aber nicht unangenehm eng anliegt
    • Es nach dem Überziehen keine Falten wirft
    • Du nach dem Überziehen keine Lufteinschlüsse sehen kannst

    Welche Sorten Kondome gibt es?

    Der Kondom-Markt bietet Dir eine bunte Vielfalt an Präservativen an – je nach persönlichem Gusto. Gab es früher nur den schnöden Schafsdarm, stehen dem anspruchsvollen Nutzer von heute die schillerndsten Produkte zur Verfügung:

    • Gefühlsechte Kondome (dünne Kondome mit Wandstärke von 0,06 mm und weniger)
    • Leuchtende Kondome
    • Kondome mit Geschmack
    • Genoppte Kondome (und gerippt) zur Luststeigerung
    • Kondome mit einer Beschichtung aus Gleitmittel
    • Latexfreie Kondome (bei Latex-Allergie)
    • Kondome mit Ring (sorgt für Halt bei einem dünnen Penis)
    • Vegane Kondome

    Latexfreie Kondome

    Kondome mit Latex sind für Menschen, die den Stoff wegen einer Latexallergie nicht vertragen, problematisch. Sie leiden nach dem Überziehen an allergischen Reaktionen. Diese können sich durch Hautrötungen, Brennen und Jucken bemerkbar machen.

    Reagierst Du oder Dein Partner allergisch auf Latex, solltet Ihr latexfreie Kondome verwenden. Diese bestehen aus Polyurethan, einem speziellen Kunststoff. Damit kommen auch Latexallergiker beim Liebesspiel mit Kondom auf ihre Kosten.

    Kondome gefühlsecht

    Kondome, auf deren Packung gefühlsecht steht, sind besonders dünn. Sie weisen eine Wanddicke von 0,05 mm auf. Liegt die Wandstärke noch weiter darunter, also unter 0,045 mm, sprechen Hersteller vom ‚Kondom extra dünn‘. Durch die extra dünne Gummi-Membran soll das Kondom beim Geschlechtsverkehr kaum mehr wahrgenommen werden. Dadurch soll sich laut Herstellern das Lustempfinden bei Mann und Frau erhöhen.

    Kondome kaufen

    Kondome sind leicht und an vielen Orten erhältlich. Wenn Du die ideale Größe für einen Penis kaufen möchtest, dann bestellst Du Kondome am besten online oder in der Apotheke. Die mittlere Größe für den durchschnittlich großen Penis gibt es hingegen auch in Supermärkten, Drogerien, an Tankstellen oder am Kondomautomaten. Dabei handelt es sich in der Regel um die Kondomgrößen 52 bis 55. Diese passen dann aber bei einem vom Durchschnitt abweichenden Penis nicht mehr richtig.

    Kosten für Kondome

    Der Preis für ein Kondom aus Latex variiert zwischen 0,20 bis 1,20 Euro pro Stück. Wenn Du sie in einem Multipack kaufst, fährst Du natürlich im Verhältnis günstiger. Du kannst verschiedene Packungsgrößen kaufen, etwa eine Packung mit 8, 12 oder 40 Stück.

    Sicherheit von Kondomen

    Wie sicher sind Kondome? Um es kurz zu machen: Wie sicher ein Kondom ist, hängt in den meisten Fällen von Euch selbst ab. Benutzt Du es genau nach Anleitung in der Verpackung, liegt der Pearl-Index für diese Verhütungsmethode bei 2. Das bedeutet, dass im Schnitt 2 von 100 Frauen innerhalb eines Jahres mit Kondom schwanger werden. Bei einer nicht korrekten Anwendung allerdings erhöht sich der Pearl-Index für das Kondom auf 6 bis 18, was auf einen unzureichenden Schutz vor einer Schwangerschaft hinweist.

    Anwendungstipps im Beipackzettel befolgen

    Lies Dir vor dem Einsatz des Kondoms die Packungsbeilage sorgfältig durch, um die häufigsten Fehler in der Anwendung zu vermeiden. Denn nur selten liegt das Versagen eines Kondoms in einem Materialfehler begründet. Achte weiterhin darauf, dass das Kondom die Kennzeichnung „CE“ trägt und dass ein Haltbarkeitsdatum auf der Verpackung vermerkt ist. Dieses darf auf keinen Fall überschritten werden.

    Auch die richtige Lagerung der Kondome spielt eine wichtige Rolle, wenn es um die Sicherheit geht. Kondome aus dem Automaten sind nicht zu empfehlen, da sie durch stark schwankende Temperaturen möglicherweise porös geworden sind. Als Gleitmittel sind nur speziell für diesen Zweck entwickelte Produkte zu verwenden.

    Kondome – die richtige Anwendung

    Eine 100 % richtige Handhabung des Kondoms verhindert nicht nur eine potenzielle Ansteckung mit einer Geschlechtskrankheit wie einer HIV-Infektion. Sie bietet einer Frau auch einen zuverlässigen Schutz vor einer ungewollten Schwangerschaft. Daher lohnt sich ein Blick auf die Schritt-für-Schritt-Anleitung für den beliebten Gummiüberzieher:

    1. Packung vorsichtig an der Seite aufreißen und Kondom herausschieben
    2. Richtig herum auf den Penis aufsetzen, „Hütchen“ mit Daumen und Zeigefinger zusammendrücken
    3. Kondom mit der einen Hand festhalten und mit der anderen Hand vollständig abrollen
    4. Dich nach dem Überziehen den Sinnesfreuden hingeben
    5. Den Penis sofort nach dem Akt aus der Scheide herausziehen und Kondom festhalten
    6. Benutztes Kondom sofort abziehen und entsorgen
    7. Hände waschen, um Reste vom Sperma zu entfernen
    8. Kondome danach lichtgeschützt, kühl und vor spitzen Objekten geschützt lagern
    9. Kondome nur mit einem für Kondome entwickelten Gleitmittel benutzen

    Die häufigsten Anwendungsfehler auf einem Blick

    Nicht selten kommt es beim Kondom zu Anwendungsfehlern, die den Betroffenen teuer zu stehen kommen können. Um unheilvollen Folgen ein Schnippchen zu schlagen, haben wir für Dich die häufigsten Fehler im Überblick:

    • Verpackung des Kondoms wurde mit Schere oder einem scharfen Fingernagel geöffnet
    • Kondom wurde falsch herum aufgesetzt, also umgedreht verwendet
    • Kondom wurde nicht über Penis abgerollt, sondern mit beiden Händen auseinandergezogen und über das steife Glied gestülpt
    • Falsche Größe: Kondom springt beim Überziehen immer wieder ab oder sitzt zu locker
    • Unvollständiges Abrollen: Kondom rutscht beim Geschlechtsverkehr ab
    • Einsatz von Massageöl, Babyöl oder einer fetthaltigen Creme als Gleitmittel
    • Kondom wurde mehrfach benutzt
    • Gleitmittel wurde zwischen Penis und Kondom gegeben
    • Kondom wurde falsch gelagert und ist dadurch beschädigt
    • Kondom wurde beim Herausziehen nicht festgehalten
    • Hände wurden nach Sex nicht gewaschen und sind mit Scheide in Kontakt gewesen
    • Haltbarkeitsdatum wurde überschritten

    Vorteile des Kondoms

    Kondome bieten einer Frau, aber auch dem Mann viele Vorteile. Dazu zählen:

    • Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten (wie HIV-Infektion, Tripper, Chlamydien)
    • Leicht erhältlich
    • Relativ einfach in der Anwendung
    • Verhütung nur bei Bedarf
    • Methode der Verhütung ohne hormonbedingte Nebenwirkungen wie z.B. bei der Pille
    • Ideal bei häufig wechselnden Sexualpartnern
    • Ideal zu Beginn einer neuen Beziehung
    • Der Mann kümmert sich um die Verhütung

    Nachteile des Kondoms

    Das Kondom hat wie jedes andere Verhütungsmittel auch Nachteile. Denn Kondome können:

    • Reißen oder platzen
    • Unbemerkt abrutschen
    • Das Liebesspiel stören, indem sie es unterbrechen
    • Das Lustempfinden mindern
    • Als unangenehm empfunden werden
    • Sind in einer dauerhaften Beziehung nicht unbedingt ideal

    Kondom gerissen oder geplatzt – Was tun?

    Manchmal versagt das Kondom seinen Dienst: Es platzt oder reißt. In diesem Fall besteht die empfängnisverhütende Wirkung nicht mehr. Um dann noch eine ungewollte Schwangerschaft zu vermeiden, suchst Du am besten Deinen Frauenarzt auf. Der Arzt wird Dir vermutlich die Pille danach verschreiben.

    Die Pille danach kannst Du aber auch rezeptfrei in der Apotheke bekommen – ohne vorher einen Arzt aufzusuchen. Auch die Spirale danach kann Dich bei einem gerissenen oder geplatzten Kondom noch rechtzeitig vor einer Schwangerschaft schützen.

    Wenn Du befürchtest, Dich wegen eines kaputten Kondoms mit einer Geschlechtskrankheit infiziert zu haben, kannst Du Dich bei Deinem Arzt erkundigen, wo und wie Du Dich auf HIV, Tripper, Herpes, Hepatitis oder humane Papillomaviren (HPV) testen lassen kannst.

    Nach dem Missgeschick kann es sich lohnen, folgende Sofortmaßnahmen zu ergreifen:

    • Scheide, After bzw. Penis mit zurückgezogener Vorhaut abduschen (auch Vorhautinnenseite)
    • Keine Scheiden- oder Afterspülungen (erhöhen das Infektionsrisiko)
    • Mund spülen: 5 Mal je 15 Sekunden lang
    • Nicht die Zähne putzen, denn dadurch gelangen Keime schneller ins Blut
    • Keime können durch Urinieren und Stuhlgang entfernt werden
    • Augen mit Wasser spülen

    Ist das Kondom abgerutscht und steckt nach dem Sex noch zu Teilen in der Scheide, versuche diese mit den Fingern herauszuziehen. Sollte Dir das nicht gelingen, kannst Du Dir vom Frauenarzt helfen lassen.

    Kondom und chemische Verhütungsmittel

    Kondome sollten nicht mit chemischen Verhütungsmitteln wie Scheidenzäpfchen kombiniert werden. Denn auch wenn man glaubt, dass doppelt besser hält, bestätigt sich diese Annahme in der Praxis nicht. Ein spermienabtötendes Gel oder Zäpfchen, das zusammen mit einem Kondom eingesetzt wird, erhöht nicht den Schutz vor einer Schwangerschaft.

    Nice to know: Geschichte der Kondome

    Schon in der Antike hat man sich mit der Frage beschäftigt, wie eine Schwangerschaft oder eine Ansteckung mit einer Geschlechtskrankheit verhindert werden kann. So kamen bei frühen Formen von Kondomen vor allem Schafsdärme zum Einsatz. Auch im Mittelalter wurde erwiesenermaßen schon mit Penis-Überzügen gearbeitet. Die heutige Variante aus Latex kennt man aber erst seit Mitte des 19. Jahrhunderts. Um Latex herzustellen, nutzt man die Milch des Kautschukbaums. Einmal entwickelt wurde das Kondom zum Kassenschlager und trat seinen Triumphzug um die ganze Welt an.