- Werbung -
  • Home
  • Schwangerschaft
More

    Kaiserschnitt – Alle wichtigen Infos über die Schnittentbindung

    Fast jedes dritte Baby kommt heute per Kaiserschnitt auf die Welt. Doch ist jede dieser Schnittentbindungen wirklich sinnvoll? Schließlich birgt der Kaiserschnitt neben einigen Vorteilen auch zahlreiche Risiken für Mutter und Kind, denn der Schnitt durch die Bauchdecke ist eine risikoreiche Operation. Einige Umstände machen einen Kaiserschnitt zwingend notwendig, doch heutzutage werden auch Wunschkaiserschnitte ohne medizinische Notwendigkeit durchgeführt. Lesen Sie alles über die Gründe, den Ablauf, die Risiken und die Zeit danach.

    Was ist ein Kaiserschnitt?

    Im Gegensatz zu einer natürlichen Geburt wird das Kind bei einem Kaiserschnitt per operativen Eingriff geboren. Diesen Eingriff nennt man auch sectio ceasaria. Unter Narkose werden die Bauchdecke und die Gebärmutter der Mutter geöffnet. Der Operateur holt das Kind direkt aus der Gebärmutter auf die Welt. Der Kaiserschnitt ist zwar an sich schmerzfrei, im Heilungsverlauf der Wunde treten jedoch starke Schmerzen auf. Die Operation dauert etwa eine Stunde.

    Man unterscheidet folgende Formen eines Kaiserschnitts:

    • Geplanter Kaiserschnitt (primäre Sectio)
    • Sekundärer Kaiserschnitt (sekundäre Sectio)
    • Not-Kaiserschnitt (Not-Sectio)
    • Kaiser-Geburt

    Geplanter Kaiserschnitt

    Entscheiden sich der Arzt oder die Eltern schon vor Geburtsbeginn für einen Kaiserschnitt, spricht man von einer primären Sectio. Den geplanten Kaiserschnitt können einige Umstände, wie die Beckenendlage oder die Geburt von Zwillingen, begünstigen. Einige Eltern entscheiden sich aber auch ohne medizinische Indikation für einen geplanten Kaiserschnitt, zum Beispiel weil sie Angst vor den Schmerzen der Geburt haben. Meist ist ein Kaiserschnitt jedoch medizinisch begründbar und wird deswegen vom Arzt vor Wehenbeginn terminiert. Dieser Termin liegt in vielen Fällen etwa eine Woche vor dem errechneten Geburtstermin. Für die Klinik ist ein primärer Kaiserschnitt planbarer, kontrollierbarer und weniger zeitaufwendig. Außerdem kann die Klinik einen Kaiserschnitt mit etwa dem doppelten Preis bei der Krankenkasse abrechnen wie eine vaginale Geburt.

    Sekundärer Kaiserschnitt

    Versucht eine Frau zunächst vaginal zu entbinden, man entscheidet sich jedoch nach Beginn der Geburt für einen Kaiserschnitt, spricht man von einer sekundären Sectio. Die Entscheidung für einen sekundären Kaiserschnitt wird aufgrund der mütterlichen oder kindlichen Indikation nach dem Einsetzen der Wehen getroffen. Gründe dafür sind zum Beispiel ein Wehenstillstand oder das Abfallen der Herztöne unter den Wehen beim Kind. Der sekundäre Kaiserschnitt erfolgt in Absprache mit der Schwangeren ganz in Ruhe unter einer PDA.

    Not-Kaiserschnitt

    Bei einer Not-Sectio handelt es sich ebenfalls, wie beim sekundären Kaiserschnitt auch, um eine ungeplante Operation. Der Unterschied zu einer eiligen sekundären Sectio – der Not-Kaiserschnitt ist die schnellstmögliche Entbindung, die es gibt. Von dem Zeitpunkt, zu dem der Entschluss für den Kaiserschnitt getroffen wird, bis zur Geburt des Kindes vergehen allerhöchstens 20 Minuten. Meist beträgt die sogenannte EE-Zeit sogar nur fünf bis zehn Minuten. Der Not-Kaiserschnitt erfolgt immer unter Vollnarkose mit notfallmäßiger Desinfektion und ohne vorherige OP-Aufklärung. Für den Not-Kaiserschnitt gibt es einen Alarmknopf. Wird dieser ausgelöst, eilen alle benötigten Personen herbei und folgen einem vorher festgelegten Ablauf, da es bei einem Not-Kaiserschnitt häufig um Leben und Tod geht.

    Kaiser-Geburt

    Um den Kaiserschnitt einer echten Geburt nachzuahmen, wurde die Methode der Kaisergeburt entwickelt. Das Operationstuch, dass die Eltern von den Operateuren und der Wunde trennt, wird für den Zeitraum der Geburt entfernt und das Licht wird gedimmt. Die Eltern sehen, wie ihr Baby auf die Welt kommt und können sofort Blickkontakt aufnehmen. Der Vater darf, wenn er möchte, die Nabelschnur durchschneiden und die Mutter bekommt ihr Baby sofort auf die Brust gelegt, ehe das Tuch wieder hochgezogen wird und die Operation weitergeführt wird. Die Kaisergeburt soll eine natürliche Geburt, so gut wie es geht, nachempfinden.

    Die Kaiserschnitt-Rate steigt

    30% aller Geburten in Deutschland sind Kaiserschnitte. Ungefähr jedes dritte Kind kommt also per Kaiserschnitt zur Welt. In anderen Ländern wie etwa Brasilien ist sogar jede zweite Geburt betroffen. Medizinisch notwendig sind nur rund 10 % der Kaiserschnitte. Doch warum ist die Kaiserschnittrate so hoch? Einige Mütter wünschen sich einen Kaiserschnitt. Vor allem in ärmeren Ländern gilt der Wunsch-Kaiserschnitt als Luxus. Den Frauen wird die Angst vor den Schmerzen und der Unkontrollierbarkeit der Geburt genommen. Auch für die Geburtsklinik ist der Kontrollgewinn durch den Kaiserschnitt von Vorteil. Die Geburt kann geplant und höher abgerechnet werden, als eine normale Geburt. Das kommt den Kreissälen entgegen, denn oft ist zu wenig Personal vor Ort. Doch den Frauen vermittelt der Kaiserschnitt eine falsche Sicherheit, denn gesundheitlich hat er keinen Nutzen – im Gegenteil.

    Die Geschichte des Kaiserschnitts

    Die ersten Kaiserschnitte an einer lebenden Frau wurden im 17. Jahrhundert durchgeführt. Davor war es üblich, den Bauch der Schwangeren zu öffnen, wenn diese unter der Geburt verstarb, um Mutter und Kind getrennt voneinander zu bestatten. In seltenen Fällen überlebten die Kinder dabei. Aber auch bis ins 19. Jahrhundert verstarben die meisten Frauen während oder nach dem Kaiserschnitt an Blutungen, einer Sepsis oder anderen Einflüssen. In den 1870er Jahren wurde eine Kaiserschnitt-Methode entwickelt, bei der gleichzeitig die Gebärmutter entfernt wurde und den Frauen zumindest eine 50-prozentige Überlebenschance bat. Schließlich verbesserten sich die Schnitttechnik, die Hygienebedingen sowie die Nähtechnik und Antibiotika wurde eingeführt, sodass heute jedes dritte Kind per Kaiserschnitt geboren wird und nur ein Restrisiko für Mutter und Kind besteht.

    Gründe die einen Kaiserschnitt notwendig machen

    Während der Schwangerschaft oder unter der Geburt können sich Gründe zeigen, die einen Kaiserschnitt nötig machen, um das Leben von Mutter und Kind nicht zu gefährden. Dabei unterscheidet man zwischen einer absoluten Indikation, also einem zwingenden Grund, der einen Kaiserschnitt unumgänglich macht und einer relativen Indikation, bei der ein Kaiserschnitt empfohlen wird, aber nicht zwingend ist.

    Zwingende Gründe:

    • Querlage des Kindes
    • Sauerstoffunterversorgung des Kindes (fetale Azidose)
    • Nachweisebar unpassende Relation zwischen Kopfgröße des Kindes und Becken der Mutter
    • Beckenverformungen oder Operationen am Becken der Mutter
    • Vor dem Muttermund liegende Plazenta (placenta praevia)
    • Plazentaablösung
    • Nabelschnurvorfall
    • Eklampsie mit Krämpfen
    • Gebärmutterriss
    • HELLP-Syndrom
    • Infektion der Eihöhle oder der Plazenta (Amnioninfektionssyndrom)

    Relative Gründe:

    • Beckenendlage
    • Eventuell unpassende Relation zwischen Kopfgröße des Kindes und Becken der Mutter
    • Geschätztes Geburtsgewicht des Kindes über 4.500 g
    • Zwillings- oder Mehrlingsgeburt
    • Geburtsstillstand, verlängerter Geburtsverlauf und mütterliche Erschöpfung
    • Auffällige Herztöne des Kindes
    • Vorangegangener Kaiserschnitt oder andere Operationen im Scheidenbereich

    Der Ablauf eines Kaiserschnitts

    Egal, ob geplanter Kaiserschnitt oder sekundärer Kaiserschnitt, der Ablauf des Kaiserschnitts ist immer gleich. Lediglich bei einem Not-Kaiserschnitt fallen einige Schritte weg beziehungsweise nur notdürftig aus. Meist darf der werdende Papa mit in den OP. Bevor geschnitten wird, beginnen die Ärzte mit der Narkose sowie der Vorbereitung. Dann wird das Kind geboren und anschließend wird die Mutter wieder zugenäht oder geklebt. Insgesamt dauert der Kaiserschnitt etwa eine Stunde. Zurück bleibt lebenslang eine Kaiserschnittnarbe. Mindestens vier Wochen hat die Mutter noch mit den Schmerzen der Wunde zu kämpfen.

    Papa im OP beim Kaiserschnitt         

    Handelt es sich nicht um einen Not-Kaiserschnitt, bei dem alles besonders schnell gehen muss, darf der Vater in den meisten Fällen mit in den OP. Oft ist dies sogar erwünscht, denn mit dem Partner an ihrer Seite ist die Frau oft ruhiger. Ihr Atem ist langsamer und sie kann sich besser entspannen. Ist der Vater bei der Geburt dabei, schüttet er mehr von dem Bindungs- und Liebeshormon Oxytocin aus. Oft entsteht dadurch eine bessere Bindung zwischen Vater und Kind. Wenn die Mutter aufgrund des Kaiserschnitts noch etwas eingeschränkt ist, kann das Baby auch auf der Brust des Vaters kuscheln, um eine innige Beziehung aufzubauen. Um seine Frau in den OP begleiten zu dürfen, muss der werdende Vater spezielle OP-Kleidung anziehen.

    Die Vorbereitung für den Kaiserschnitt

    Der Kaiserschnitt beginnt mit einigen vorbereitenden Maßnahmen. Ist die Frau entkleidet, wird als Erstes ein Sichtschutz im Bereich des Oberbauches angebracht, auch um den OP-Bereich vor Keimen zu schützen. Die Frau wird mit großen Tüchern bedeckt, nur der Bauch bleibt frei. Danach werden für die OP störende Schamhaare rasiert. Ein Blasenkatheter, der auch am folgenden Tag liegen bleibt, wird gelegt. Um den Bereich des Schnittes zusätzlich vor Keimen zu schützen, wird dieser gründlich desinfiziert.

    Die Betäubung bei einem Kaiserschnitt

    Es kann bei einem Kaiserschnitt zwischen mehreren Narkosemöglichkeiten gewählt werden. Eine Vollnarkose, die viele Risiken und Nebenwirkungen für den Patienten birgt, kommt nur im Notfall zum Einsatz. Meist wird zwischen einer Spinalanästhesie oder einer Periduralanästhesie (PDA) gewählt. Bei einer Spinalanästhesie wird mit einer dünnen Nadel einmalig ein Lokalanästhetikum gespritzt, welches sich über die Rückenmarksflüssigkeit schnell verteilt. Die Beine sind dadurch ebenfalls gelähmt. Bei einer PDA wird mit einer wesentlich dickeren Nadel ein Katheter gelegt, über den das Lokalanästhetikum individuell appliziert werden kann. Die Wirkungsstärke einer PDA ist deswegen häufig nicht so stark, sodass die Beweglichkeit der Beine erhalten bleibt. Egal für welche Anästhesie sich entschieden wird, die Frau hat keine Schmerzen, spürt aber Druck- und Zuggefühle.

    Die Geburt des Kindes durch einen Kaiserschnitt

    Sind die Vorbereitungen getroffen und die Narkose gelegt, beginnen die Ärzte mit der eigentlichen Geburt. Unterhalb der Grenze des Schamhaars wird ein horizontaler Schnitt gesetzt. Schicht für Schicht wir die Bauchdecke der Mutter nun geöffnet. Um umliegende Organe nicht zu verletzen und die Heilung zu verbessern, werden einige Schichten per Hand gerissen. Schließlich wird die Gebärmutter ebenfalls horizontal geschnitten oder gerissen und das Baby kann vorsichtig aus der Gebärmutter gehoben werden. Die Gebärmutter zieht sich unmittelbar danach zusammen und die sich ablösende Plazenta wird ebenfalls entfernt.

    Das Baby ist da – die ersten Minuten nach einem Kaiserschnitt

    Verlief die Operation ohne Komplikationen, kann das Baby direkt auf die Brust zur Mutter gelegt werden. Durch das sogenannte Bonding wird das Liebeshormon Oxytocin ausgeschüttet und die Mutter-Kind-Bindung angeregt. Auch für den Stillstart ist diese Bindung wichtig. Anschließend wird das Kind von der Hebamme oder der Kinderärztin im Beisein des Vaters weiterversorgt. Die U1 wird durchgeführt, das Kind wird gewaschen und angezogen.

    Die Kaiserschnitt-Naht

    Während das Baby von der Hebamme und dem Vater versorgt wird, wird die Mutter weiterversorgt. Die Bauchdecke wird nun wieder verschlossen. Jede Schicht, die vorher geöffnet wurde, muss nun auch wieder verschlossen werden. Die unteren Schichten werden vernäht. Die Bauchdecke wird wahlweise genäht, geklammert oder geklebt. Das Klammern geht besonders schnell und verursacht wenige Infektionen, das kosmetische Ergebnis bleibt oft hinter den Ergebnissen der anderen Hautverschlüsse zurück. Auch Gewebekleber zeichnen sich durch geringe Infektionsraten aus, bieten aber auch optisch schöne Ergebnisse. Auch für den Arzt sind die Gewebekleber einfach und schnell einzusetzen.

    Schmerzen nach dem Kaiserschnitt

    Ein Kaiserschnitt ist eine schwere Bauchoperation, das spürt man vor allem an den Schmerzen nach dem Kaiserschnitt. In den ersten Tagen führen schon kleinste Bewegungen zu großen Schmerzen. Gegen die Schmerzen bekommt die Mutter starke Schmerzmittel. Husten oder Lachen sind trotz Schmerzmittel nur schwer auszuhalten. Ungefähr 24 Stunden nach der Operation sollte die Mutter wieder aufstehen, um den Kreislauf zu stärken und den Heilungsprozess zu fördern. Um das Risiko einer Thrombose zu verringern, wird frühzeitig mit der Mobilisierung begonnen. Auch spezielle Thrombosestrümpfe verringern das Risiko. Nach drei bis fünf Tagen im Krankenhaus erfolgt die Entlassung. Im Wochenbett sollte sich die Mutter besonders schonen und vor allem nicht schwer heben. Es tritt nach und nach eine Schmerzverbesserung ein und die Schmerzmittel können reduziert werden, doch die Schmerzen bleiben noch über viele Wochen. Vollständig verschwinden die Schmerzen erst nach Monaten.

    Risiken des Kaiserschnitts

    Sowohl für die Mutter als auch für das Baby birgt der Kaiserschnitt Risiken. In den letzten Jahrzehnten konnten die Risiken zwar immer weiter gesenkt werden, dennoch kommt es manchmal zu Komplikationen, denn ein Kaiserschnitt ist eine Operation im Bauchraum. Im Vergleich mit einer normalen vaginalen Geburt sterben bei einem Kaiserschnitt dreimal so viele Frauen.

    Unmittelbare und akute Risiken:

    • Starker Blutverlust bei oder nach der Operation
    • Infektionen
    • Bildung von Blutgerinnseln (Thrombose)
    • Narkoseprobleme wie Übelkeit, Ausschlag oder Herz-Kreislauf-Störungen
    • Wundheilungsstörung
    • Verletzung von Organen wie Darm, Harnblase oder Harnleiter

    Langzeitrisiken:

    • Nervenreizungen mit Taubheitsgefühl und Kribbeln im Narbenbereich
    • Ästhetisch unzufriedenstellende Narbenbildung
    • Verwachsungen der Narbe im Bauchraum
    • Posttraumatische Belastungsstörung
    • Bindungsstörungen und ausgeprägte Wochenbettdepression
    • Uterusruptur bei folgenden Geburten
    • Erhöhtes Risiko für eine Placenta preavia bei folgender Schwangerschaft

    Risiken für das Baby:

    • Schnittverletzungen oder Schürfwunden durch das Skalpell
    • Atemprobleme durch zu viel Fruchtwasser in den Atemwegen
    • Anpassungsprobleme durch Narkosemittel
    • Erhöhte Infektanfälligkeit, da das Kind keinen Kontakt mit der natürlichen Bakterienflora der Mutter hatte
    • Bindungsprobleme und dadurch Probleme beim Stillen

    Der Einfluss des Kaiserschnitts auf das Baby

    Der Kaiserschnitt kann auf das Kind einen starken Einfluss haben. Zu Komplikationen beim Kind kann, aber muss es nicht kommen. Besonders auffällig ist das Auftreten von Atemproblemen. Bei einer vaginalen Geburt wird das Fruchtwasser im engen Geburtskanal aus den Atemwegen gepresst. Das ist beim Kaiserschnitt nicht möglich. Häufig haben die Kinder zu viel Fruchtwasser in den Atemwegen und können in den ersten Minuten nicht richtig atmen. Zudem kommt es häufiger zu Anpassungsstörungen oder Bindungsproblemen, denn das Kind wird plötzlich, ohne aktiven Geburtsvorgang aus der gewohnten Umgebung geholt. Insgesamt müssen Kaiserschnitt-Babys nach der Geburt häufiger medizinisch behandelt werden, als vaginal geborene Kinder. Ein weiterer Einfluss des Kaiserschnitts lässt sich im Bereich der langfristigen Gesundheit dokumentieren. Kinder, die per Kaiserschnitt auf die Welt kommen, leiden in ihrer Kindheit häufiger an Krankheiten, wie Asthma, die das Immunsystem betreffen.

    Das müssen Sie nach einem Kaiserschnitt beachten

    Eine Schnittentbindung unterscheidet sich stark von einer vaginalen Geburt, deswegen müssen auch im Nachhinein andere Umstände beachtet werden. Durch die Operation ist die Mutter im Wochenbett noch eingeschränkter und sollte sich vorsichtiger bewegen. Auch die Rückbildung oder das eigene Sportprogramm startet nach einem Kaiserschnitt später. Aufgrund der Narbe müssen auch bei einer erneuten Schwangerschaft oder Geburt einige Regeln beachtet werden.

    Wochenbett nach einem Kaiserschnitt

    Nach der großen Bauchoperation soll die Mutter vor allem eines – sich ausruhen. Ruhe und genügend Unterstützung sind wichtig für den Heilungsverlauf. Gerade in den ersten Tagen ist es wichtig, viel Zeit liegend zu verbringen. Es ist ganz individuell, wann die Mutter wieder fit ist. Das hängt von ihren persönlichen Voraussetzungen ab. Sie sollte immer auf ihr Körpergefühl hören, wie viel sie sich nach der Operation körperlich zutraut. Um die Schmerzen beim Aufstehen zu verringern, sollte immer schonend über die Seite aufgestanden werden. Auch nach einem Kaiserschnitt haben Frauen einen Wochenfluss, der jedoch oft geringer ausfällt, da die Gebärmutter im Zuge der Operation ausgeschabt und von Geweberesten befreit wird. Um schmerzhafte Verstopfungen der Blähungen zu vermeiden, die besonders nach einer Operation in Vollnarkose häufig auftreten, sollte die Mutter ganz normal Essen und viel trinken.

    Pflege der Kaiserschnitt Narbe

    Nach dem Kaiserschnitt muss auf die Wundheilung der Kaiserschnittnarbe geachtet werden. Wenn die Narbe genäht oder geklammert wurde, teilt das Krankenhaus bei der Entlassung mit, wann die Fäden oder Klammern entfernt werden sollen. Um die Narbe zu schonen, sollte immer auf bequeme Kleidung geachtet werden, die im Nahtbereich nicht drückt oder scheuert. Bei Schwellungen, starken Rötungen oder einer aufklaffenden Wunde, ist ein Arztbesuch notwendig. Die Nachsorgehebamme schaut sich den Heilungsverlauf aber auch aufmerksam an. Ist der Wundbereich schließlich geschlossen, kann die Narbe mit etwas Öl, zum Beispiel Johanniskraut-Öl, gepflegt werden. Es kann sein, dass im Bereich der Narbe noch lange ein Taubheitsgefühl oder Kribbeln zu spüren ist.

    Rückbildung und Sport nach einem Kaiserschnitt

    Durch die Wundheilung verzögert sich die Rückbildung der Gebärmutter etwas. Auf die Rückbildungsgymnastik und Sport muss daher länger verzichtet werden als bei einer vaginalen Geburt. Der Alltag sollte möglichst so gestaltet sein, dass Gebärmutter und Beckenboden zunächst noch entlastet werden. Mit der Rückbildung kann zehn bis zwölf Wochen nach dem Kaiserschnitt gestartet werden. Zu diesem Zeitpunkt kann auch mit schonenden Sportarten wie zum Beispiel Schwimmen begonnen werden. Sportarten, die mit ruckartigen Bewegungen, Springen oder Heben einhergehen sollten mindestens vier Monate nach dem Kaiserschnitt vermieden werden. Auch danach ist ein langsamer und schonender Muskelaufbau wichtig. Hören Sie auf Ihren Körper.

    Erneut schwanger nach einem Kaiserschnitt

    Ärzte empfehlen, nach einem Kaiserschnitt mindestens ein Jahr bis zur Folgeschwangerschaft verstreichen zu lassen. Dies ist eine Empfehlung. Meist ist der Heilungsprozess schon drei Monate nach dem Kaiserschnitt abgeschlossen. Innerhalb eines Jahres ist die Kaiserschnittnaht in jedem Fall vollständig und gründlich verheilt und es kommt seltener zu Komplikationen wie einer Uterusruptur. Eine rasche Schwangerschaftsfolge nach einem Kaiserschnitt kann auch zu Plazenta-Problemen führen. Besonders wenn eine vaginale Geburt nach einem Kaiserschnitt geplant ist, sollte das Jahr Wartezeit eingehalten werden. Unter den Wehen der Geburt ist das Risiko, dass die alte Narbe an der Wand der Gebärmutter reißt, ansonsten erhöht.

    Normale Geburt nach einem Kaiserschnitt

    Viele Frauen denken: „einmal Kaiserschnitt, immer Kaiserschnitt.“ Doch es besteht fast immer die Möglichkeit einer VBAC, also „vaginal birth after caesarean“. Sehr viele Frauen erleben eine unkomplizierte vaginale Geburt nach einem Kaiserschnitt, trotzdem wird eine solche Geburt besonders überwacht, denn es besteht ein erhöhtes Risiko für eine Uterusruptur. Bei 0,06 % der Frauen kommt es bei einer VBAC zu einem lebensgefährlichen Riss der Gebärmutter. Einige Umstände erhöhen das Ruptur-Risiko:

    • Abstand der Geburten beträgt unter einem Jahr
    • Das Kind ist sehr groß
    • Die Geburt wird eingeleitet
    • Es werden wehenfördernde Mittel verabreicht
    • Beim vorangegangenen Kaiserschnitt wurde ein Längs- oder T-Schnitt gemacht

    Diese Risiken sind zu vermeiden. Kliniken, die vaginale Geburten nach einem Kaiserschnitt betreuen, sind auf die Risiken und die spezielle Begleitung spezialisiert. Auch nach zwei oder drei Kaiserschnitten ist es noch möglich, vaginal zu entbinden.

    Der Kaiserschnitt als seelische Belastung

    Besonders ein ungeplanter Kaiserschnitt kann zur seelischen Belastung für Mutter und Kind werden. Nach vielen Stunden einer erfolglosen Geburt kam es schließlich zum Notkaiserschnitt und die Mutter fühlt sich dann, als habe sie nicht richtig geboren. Sie fühlt sich von den Umständen überrumpelt und kann die gesamte Situation nicht richtig verarbeiten. Das Risiko unter einer Wochenbettdepression zu leiden ist nach einem Kaiserschnitt um das Siebenfache höher als nach einer vaginalen Geburt. Auch Geburtstrauma kommen häufiger vor. In diesen Fällen kann ein psychologischer Psychotherapeut helfen. Er unterstützt dabei, die Ausnahmesituation aufzuarbeiten.

    Der Wunschkaiserschnitt

    Immer mehr Frauen entscheiden sich ohne medizinische Indikation für einen geplanten Kaiserschnitt, also einen Wunschkaiserschnitt. Fragt man die Frauen nach Ihren Gründen, geben diese die größere Kontrolle beim Kaiserschnitt und Angst vor den Schmerzen an. Viele Frauen glauben auch an eine höhere Sicherheit für sich und ihr Baby – das ist leider ein Irrglaube. Auch die Angst vor den Schmerzen der Geburt ist unbegründet, denn die wochenlangen Schmerzen der Narbe nach einem Kaiserschnitt sind nicht zu verharmlosen. Krankenkassen zahlen den Wunschkaiserschnitt nicht. Da der Wunschkaiserschnitt aber auch für die Kliniken ein Vorteil bedeutet, bestätigt der behandelnde Arzt dann häufig eine medizinische Notwendigkeit.

    Stoffwindeln – Das müssen Sie wissen

    Immer mehr Eltern sind auf der Suche nach einer Alternative zu den bekannten Wegwerfwindeln. Stoffwindeln sind nicht nur günstiger und ökologischer als ihr Pendant...

    J1 Untersuchung mit 12 bis 14 Jahren

    Bei der J1 handelt es sich um die erste Vorsorgeuntersuchung für Jugendliche. Im Alter von 12 bis 14 Jahren überprüft der Kinderarzt die körperliche...

    U4 Untersuchung im 3. bis 4. Monat

    Da das Baby in den ersten Lebensmonaten rasante Fortschritte in der Entwicklung macht, steht im 3. bis 4. Lebensmonat die nächste Früherkennungsuntersuchung an –...

    Babyentwicklung im 11. Monat

    Im elften Monat widmen sich viele Kinder der motorischen Entwicklung und dem Laufenlernen. Die Babys können meist an Möbeln und an der Hand laufen....

    Risikoschwangerschaft & Schwangerschaftsrisiko – die große Übersicht

    Bei aller Freude über eine Schwangerschaft schwingt oft auch etwas Angst mit, dem Baby könne etwas passieren oder mit der Schwangerschaft stimme etwas medizinisch...

    U5 Untersuchung im 6. bis 7. Monat

    Das Baby ist ungefähr ein halbes Jahr alt. Nun steht die 5. Vorsorgeuntersuchung an, die U5. Neben der routinemäßigen körperlichen Untersuchung und Messung steht...