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    Kaffee in der Schwangerschaft – wieviel ist erlaubt?

    Rund 1000 Tassen trinkt der Deutsche jährlich. Kein Wunder: Kaffee vertreibt die morgendliche Müdigkeit und steigert die Leistungsfähigkeit. Doch ist der heiß begehrte Muntermacher auch in der Schwangerschaft erlaubt? Schadet Koffein womöglich dem ungeborenen Kind? Und wieviel Kaffee darf es für eine Schwangere genau sein? Viele werdende Mütter stellen sich diese Fragen. Deshalb haben wir uns auf Antwortsuche begeben.

    Ist Kaffee in der Schwangerschaft erlaubt?

    In der Fachwelt überwiegt die Meinung, dass ein moderater Kaffeekonsum in der Schwangerschaft in Ordnung ist. Große Fachgesellschaften wie die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) oder die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) raten Schwangeren nicht gänzlich von dem beliebten Muntermacher ab.

    Vielmehr haben sich diese Institutionen auf Obergrenzen für werdende Mütter festgelegt. Dennoch mehren sich in jüngster Zeit auch kritische Stimmen in der Fachwelt. So kommen Forscher ausgewählter Studien zu dem Schluss, dass schwangere Frauen den Konsum von Kaffee für die Zeit der Schwangerschaft besser ganz einstellen sollten.

    Kann Kaffee in der Schwangerschaft dem Kind schaden?

    Man kann nicht sagen, dass Kaffee in der Schwangerschaft einem ungeborenen Baby grundsätzlich schadet. Es besteht aber ein erhöhtes Risiko, dass das Kind durch den Kaffeekonsum bestimmte Auffälligkeiten entwickelt. Diskutiert werden hier:

    • Ein niedrigeres Geburtsgewicht
    • Größere Anfälligkeit für Übergewicht in späteren Jahren und für daraus resultierende Erkrankungen
    • Fehlgeburt / Frühgeburt
    • Akute Leukämie

    Kaffee in der Schwangerschaft und geringeres Geburtsgewicht

    Dass sich der Konsum von Kaffee in der Schwangerschaft negativ auf das Geburtsgewicht auswirken kann, zeigen viele Studien. So sind Babys von Müttern, die in der Schwangerschaft Kaffee getrunken haben, im Schnitt etwa 28 Gramm pro 100 mg täglich konsumierten Koffeins leichter als die Babys, die noch nie mit Koffein in Kontakt gekommen sind.

    Als Ursache für das geringere Gewicht sehen Fachleute die verringerte Durchblutung der Plazenta, über die ein Embryo mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt wird. Dadurch wächst das Kind im Bauch nicht ganz so gut, als wenn die Schwangere kein Koffein konsumiert.

    Laut Studien erhöht sich bei moderatem Konsum von Kaffee das Risiko für ein geringeres Geburtsgewicht um 18%. Bei hohem Konsum steigt es auf 57% an.

    Ein etwas reduziertes Geburtsgewicht mag bei termingerecht geborenen Kindern nicht dramatisch sein. Bei einem Frühchen hingegen können schon wenige Gramm mehr seine Überlebenschancen verbessern oder die Gefahr gesundheitlicher Folgeschäden minimieren.

    Kaffee in der Schwangerschaft und Übergewicht

    Mehrere Studien kommen zu dem Schluss, dass durch mütterlichen Kaffeekonsum in der Schwangerschaft das Kind zunächst zwar etwas untergewichtig sein kann, dass sich dies aber im Vorschulalter ins Gegenteil verkehren kann.

    So fand man in Untersuchungen heraus, dass Kinder von Müttern, die regelmäßig Kaffee in der Schwangerschaft getrunken haben, im Alter von 5 Jahren häufiger übergewichtig waren als die von Nicht-Kaffeetrinkerinnen. Diese Kinder hatten ein um 2,4-fach erhöhtes Risiko, mit 5 Jahren übergewichtig zu sein als die Kinder von Nicht-Kaffeetrinkerinnen. Dieser Zusammenhang bestand bereits ab einem moderaten Konsum von 150 mg Koffein pro Tag, was in etwa 1 bis 2 Tassen Kaffee (à 150 ml) entspricht.

    Übergewicht in diesem zarten Alter steht laut Studien oft im Zusammenhang mit der Ausbildung von chronischen Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes im Erwachsenenalter. Auch haben Forscher einer australischen Studie 2017 herausgefunden, dass Kaffee und andere koffeinhaltige Getränke an der Entstehung chronischer Erkrankungen beteiligt sind, indem sie den oxidativen Stress in den Zellen fördern.

    Erhöht Kaffee in der Schwangerschaft das Fehlgeburts- oder Frühgeburtsrisiko?

    Was den Zusammenhang zwischen Kaffeegenuss in der Schwangerschaft und einem erhöhten Risiko für eine Fehlgeburt angeht, ist man sich in der Fachwelt nicht einig. In den meisten Studien ließen sich keinerlei Hinweise darauf finden, dass moderater Kaffeegenuss in der Schwangerschaft das ungeborene Baby gefährdet. Auch schließen Forscher aus, dass Koffein Fehlbildungen oder andere Entwicklungsschäden auslöst.

    Demgegenüber steht eine isländische Forschungsarbeit, in der Forscher einen Zusammenhang zwischen Kaffeekonsum in der Schwangerschaft und einem erhöhten Frühgeburts- und Fehlgeburtsrisiko beobachteten. Diese Studie wird von manchen Experten jedoch scharf kritisiert.

    Sicherer ist die Sache da schon bei einem hohen Konsum von Kaffee. Hier ließen sich in verschiedenen Studien Belege dafür finden, dass ein erhöhtes Risiko sowohl für eine Fehlgeburt als auch eine Totgeburt bestehen könnte, wenn eine Schwangere viel Kaffee – zum Beispiel mehr als 4 Tassen – zu sich nimmt.

    Eindeutig belegt ist das erhöhte Risiko für eine Totgeburt bei einer werdenden Mutter, die mehr als 8 Tassen am Tag trinkt. Bei dieser Menge Koffein muss allerdings auch schon von einem extremen Kaffeekonsum gesprochen werden.

    Kaffee in der Schwangerschaft und Leukämie

    Nicht in allen Studien, aber in mehreren Forschungsarbeiten kamen Forscher zu dem Schluss, dass der Kaffeegenuss in der Schwangerschaft ein höheres Risiko für das Kind mit sich bringt, noch im Kindesalter an akuter Leukämie zu erkranken.

    Warum kann Kaffee in der Schwangerschaft dem Baby überhaupt schaden?

    Das Problem am Kaffee-Trinken in der Schwangerschaft ist, dass das aufgenommene Koffein direkt auf das Baby übergeht. Das bedeutet, die konsumierte Menge an Koffein wird beinahe 1:1 an das Kind weitergegeben. So wirkt es nicht nur bei der Mutter aufputschend, sondern auch beim Kind. Das lässt sich anhand einer erhöhten Herzfrequenz und einer gesteigerten Aktivität nachweisen.

    Da Koffein durch die Hormonumstellung in der Schwangerschaft langsamer in der Leber abgebaut wird, ist das ungeborene Baby länger der Wirkung des Koffeins ausgesetzt. Braucht das Koffein bei einer nicht schwangeren Frau maximal 8 Stunden, um den Körper zu verlassen, sind es bei einer Schwangeren schon bis zu 20 Stunden.

    Außerdem ist problematisch, dass Koffein sich auf die Versorgung des Kindes auswirkt. So ziehen sich durch den Wirkstoff die Blutgefäße stärker zusammen. Dadurch kann die Plazenta das Kind nicht mehr optimal mit Sauerstoff versorgen. Folge: Viele Kinder wachsen nicht in dem Maße, wie sie es ohne den Einfluss von Koffein tun würden.

    Wieviel Kaffee in der Schwangerschaft darf ich trinken?

    Wieviel Kaffee in der Schwangerschaft erlaubt ist, darüber gehen die Expertenmeinungen auseinander. Große Fachgesellschaften für Ernährung wie die DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) oder die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) halten bis heute eine tägliche Menge von 300 bzw. 200 mg Koffein in der Schwangerschaft für ungefährlich. Diese Menge Koffein entspricht in etwa 3 bzw. 2 Tassen Kaffee à 150 ml täglich. Im Schnitt wird für eine Tasse Kaffee ein Dreiviertel Esslöffel Kaffeepulver verwendet. Die meisten Quellen halten eine Menge von 200 mg Koffein für das höchste der Gefühle.

    300 mg, 200 mg oder gar kein Koffein in der Schwangerschaft?

    Wichtig zu wissen: Die Menge von maximal 300 mg bezieht sich auf die gesamte Tageszufuhr an Koffein. Dabei musst Du berücksichtigen, dass auch schwarzer Tee, grüner Tee, Kakao (vor allem in Bitterschokolade), Cola oder Energy Drinks größere Mengen Koffein enthalten. Diese teils beträchtlichen Mengen Koffein musst Du bei der Planung Deines Kaffeekonsums mit einbeziehen.

    Demgegenüber steht die Meinung der Forscher einer isländischen Studie. Aufgrund ihrer Forschungsergebnisse fordern sie ein absolutes Umdenken, was die bisher zulässige Menge Koffein in der Schwangerschaft angeht. Jene Forscher sprechen sich für einen absoluten Verzicht von Koffein für Schwangere aus, um das ungeborene Baby nicht zu gefährden.

    Wieviel Koffein ist in beliebten Lebensmitteln enthalten?

    Doch woher weißt Du als Schwangere, wie hoch der Anteil an Koffein in bestimmten Lebensmitteln ist? Damit Du in der Schwangerschaft nicht zu viel Koffein aufnimmst, haben wir Dir folgende Liste mit beliebten Muntermachern zusammengestellt:

    • Filterkaffee: eine Tasse (150 ml) enthält etwa 83 mg Koffein
    • Espresso: 1 Tasse (25 ml) beherbergt rund 33 mg Koffein
    • Schwarzer Tee / grüner Tee: 1 Tasse (150 ml) enthält 40 mg Koffein
    • Cola: 200 bis 300 ml enthalten 20 bis 82 mg Koffein (je nach Sorte und ml)
    • Energy Drinks: Dose mit 250 ml enthält etwa 80 mg Koffein
    • Bitterschokolade (100 Gramm = 1 Tafel): Koffeingehalt liegt bei 88 mg
    • Trinkschokolade: 150 ml enthalten 9 mg Koffein
    • Mate-Tee: 150 ml weisen etwa 80 mg Koffein auf
    • Matcha-Tee: 100 ml (2 g Pulver) enthalten etwa 85 mg Koffein

    Alternativen zum Kaffee in der Schwangerschaft

    Koffeinfreier Kaffee

    Wenn Du in der Schwangerschaft auf Kaffee verzichten möchtest, dann gibt es verschiedene Alternativen. Dazu gehört zum Beispiel entkoffeinierter Kaffee. Er schmeckt ähnlich wie Kaffee, hat aber keine aufmunternde Wirkung. Denn bei der Herstellung wird der Koffeingehalt der Kaffeebohnen durch Extraktion des Koffeins auf ein absolutes Minimum gedrückt.

    Leider werden in der Regel die Lösungsmittel Dichlormethan oder Ethylacetat verwendet, die gesundheitlich bedenklich sind. Wenn für Dich entkoffeinierter Kaffee infrage kommt, kaufe nur Produkte, bei denen mit dem organischen Mittel Ethylacetat gearbeitet wurde. Dabei soll es sich um eine weniger bedenkliche Verbindung handeln. Diese besteht aus Essigsäure und Ethanol.

    Kaffee aus Lupine oder Gerste

    Kaffee in der Schwangerschaft kann eine Schwangere auch mit Lupinenkaffee oder Gerstenmalzkaffee umgehen. Denn auch diese Produkte enthalten kein Koffein, das Deinem Kind möglicherweise gefährlich werden könnte. Zwar können sie Dir morgens nicht besser aus dem Bett helfen, dafür sind die beiden Optionen geschmacklich reizvoll.

    Die derzeit beliebteste Kaffee-Alternative ist Lupinenkaffee, welcher aus einer Pflanze – eben der Lupine – gewonnen wird. Gerstenmalzkaffee hingegen wird aus Getreide – genauer aus Gerste – hergestellt.

    Tee: Grüner Tee, schwarzer Tee & Co. als Wachmacher

    Zum Wachwerden am Morgen empfiehlt es sich, in der Schwangerschaft Tee zu trinken. Schwarzer Tee, grüner Tee oder weißer Tee zum Beispiel haben deutlich weniger Koffein als Kaffee. Dennoch wirst Du von ihrer anregenden Wirkung profitieren.

    Auch der komplett koffeinfreie Pfefferminztee macht müde Geister wieder munter. Denn der Inhaltsstoff Menthol fördert die Durchblutung und sorgt so für geistige Power. Übrigens: Müdigkeit lässt sich auch durch einen Spaziergang an der frischen Luft oder einige kleine Gymnastikübungen vertreiben.

    Ist Kaffee in der Stillzeit erlaubt?

    Auch in der Stillzeit sollten junge Mütter es mit Koffein nicht übertreiben. Hier gilt die gleiche Obergrenze wie in der Schwangerschaft. Diese liegt bei 200 bzw. 300 mg Koffein am Tag – je nachdem, auf welche Institution Du Dich verlässt. Da das Koffein über die Muttermilch auf das Baby übergeht, solltest Du nicht mehr konsumieren. Denn dann neigen Babys zu größerer Unruhe, schlechtem Schlaf oder auch Bauchschmerzen.

    Hin und wieder einen Espresso oder einen Latte Macchiato zu genießen – dagegen spricht in der Stillzeit aber nichts. Am besten trinkst Du koffeinhaltige Getränke wie einen Espresso oder Milchkaffee direkt nach einer Stillmahlzeit. Denn dann hat das Koffein wenigstens zum Teil schon Deinen Körper verlassen, bevor die nächste Stilleinheit dran ist.

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