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    J2 Untersuchung mit 16 bis 17 Jahren

    Bei der J2 handelt es sich um die letzte Vorsorgeuntersuchung im Kindes- und Jugendalter. Im Alter von 16 bis 17 Jahren testet der Arzt erneut, ob die körperliche und geistige Entwicklung altersgerecht voranschreiten. Schwerpunkte der Früherkennungsuntersuchung J2 sind Pubertäts- und Sexualstörungen, Haltungsprobleme, chronische Krankheiten und andere medizinische Risiken wie Schilddrüsenerkrankungen, die individuelle Gewichtsentwicklung sowie Sozialisations- und Verhaltensstörungen. Den Abschluss der Jugendvorsorge macht ein vertrauliches Beratungsgespräch über Suchtmittel und die Berufswahl. 

    J2 – Der Abschluss der kindlichen Vorsorgeuntersuchungen

    Den Abschluss der umfangreichen Untersuchungen von der U1 bis ins Jugendalter macht die J2. Bei dieser Früherkennungsuntersuchung handelt es sich abermals um ein ergänzendes Angebot, welches nicht von allen Krankenkassen übernommen wird. Dennoch ist die Vorsorge inmitten der Pubertät sinnvoll, um spezifische Entwicklungsstörungen zu erkennen. Neben einem Kinderarzt kann auch der Hausarzt oder ein Internist diese Untersuchung durchführen.

    Die körperliche Untersuchung der J2 – Was wird gemacht?

    • Allgemeine körperliche Untersuchung: Sind die Befunde von Hautstatus, Kopf und Hals, Oberkörper und Extremitäten unauffällig oder sind Veränderungen, Krankheiten oder Verletzungen erkennbar?
    • Augen: Wie fällt der Sehtest aus?
    • Ohren: Wie fällt der Hörtest aus?
    • Orthopädische Untersuchung: Ist der Bewegungsapparat inklusive Muskeln, Bänder und Sehnen gesund? Sind Fehlhaltungen erkennbar? Sind die Wirbelsäule und die großen Gelenke funktionsfähig?
    • Neurologische Untersuchung: Sind Tics erkennbar? Gibt es Sprech- und Sprachprobleme oder Artikulationsstörungen?
    • Genitalbereich: Sind die äußeren Geschlechtsorgane altersgemäß entwickelt?

    Überwachung einer gesunden Gewichtsentwicklung

    Ein besonderes Augenmerk bei der Messung der Körpermaße liegt auf einem gesunden Gewicht. Bei Untergewicht, also bei einem BMI von unter 17,8, wird abgeklärt, ob es Anzeichen für Gewichtskrankheiten wie Bulimie, Magersucht oder Abführmittelmissbrauch gibt. Auch bei Übergewicht, also bei einem BMI von über 23,9 schaut der Kinderarzt genauer nach und prüft, ob es Hinweise für eine Essstörung oder Diabetes gibt.

    Fehlhaltungen durch Wachstumsschübe erkennen

    Das starke Wachstum in der Pubertät kann zu Fehlhaltungen führen. Kurzzeitig wird der Körper aufgrund ungleicher Proportionen in Fehlhaltungen gezwungen. Diese können langfristig nur durch eine bewusste korrekte Haltung und ausreichend Bewegung ausgeglichen werden. Ein Schwerpunkt liegt vor allem auf Fehlhaltungen der Lendenwirbelsäule und der Brustwirbelsäule, die es auszuschließen gilt. Auch die Funktionsfähigkeit der Wirbelsäule und der großen Gelenke wird getestet. Bewegungseinschränkungen können ein Zeichen für mangelnde Bewegung sein.

    Chronische Krankheiten und medizinische Risiken ausschließen

    Die Anzahl chronischer Krankheiten nimmt in der Bevölkerung zu. Zur Früherkennung dieser, achtet der Arzt bei der Vorsorgeuntersuchung besonders auf Anzeichen und fragt diese in der Anamnese ab. Zu den häufigsten chronischen Krankheiten im Jugendalter zählen Diabetes, Asthma, Neurodermitis und diverse Allergien. Auch andere medizinische Risiken wie eine Schilddrüsenerkrankung sollen frühzeitig erkannt werden, sodass der Arzt entsprechende Tests vornimmt. Bei einer Erkrankung können diese fachgerecht behandelt werden.

    Das Erkennen von Pubertäts- und Sexualstörungen

    Die Vorsorgeuntersuchung dient auch dem Erkennen von Pubertäts- und Sexualstörungen. Im Alter von 16 bis 17 Jahren sollte die Pubertät bereits begonnen haben. Hat zu dem Zeitpunkt der Untersuchung die Pubertät noch nicht eingesetzt, ist dieser Zustand unbedingt weiter abzuklären. Das Ausbleiben der Pubertät kann auf Krankheiten hinweisen. Zudem können auch Sexualstörungen wie das Ausbleiben des Samenergusses beim Jungen, Schmerzen während des Geschlechtsverkehrs bei Mädchen oder ein unangemessenes sexuelles Verlangen bei Bedarf thematisiert werden.

    Bestimmung von Gewicht und Größe

    • Die Körpergröße von Jungen bei der J2 beträgt durchschnittlich 162 cm – 192 cm 
    • Die Körpergröße von Mädchen bei der J2 beträgt durchschnittlich 154 cm – 180 cm
    • Das Gewicht von Jungen bei der J2 beträgt durchschnittlich 46 kg – 80 kg
    • Das Gewicht von Mädchen bei der J2 beträgt durchschnittlich 45 kg – 74 kg
    • Der Zeitraum, in welchem die Untersuchung stattfindet, umfasst inzwischen zwei Jahre. Es ergeben sich größere Spannbreiten bezüglich Körpergewicht und Körpergröße. Der Kinderarzt bestimmt deswegen den BMI des Kindes. Bei einem BMI zwischen 17,9 und 23,9 sind Jugendliche im Alter von 16 bis 17 Jahren normalgewichtig.

    Die Untersuchung der Entwicklung bei der J2 – Was muss der Jugendliche können?

    Einen wichtigen Teil der Früherkennungsuntersuchung nimmt die Untersuchung der Entwicklung ein. Der Arzt überprüft in spezifischen Tests und in einem vertraulichen Anamnesegespräch die motorische und kognitive Entwicklung sowie die emotionalen und sozialen Kompetenzen. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf dem Erkennen von Verhaltensauffälligkeiten und Problemen mit Freunden und innerhalb der Familie. Solche Entwicklungsstörungen können auf psychische Probleme hinweisen und sollten entsprechend von einem Facharzt behandelt werden.

    Beurteilung der motorischen und kognitiven Entwicklung

    In der späten Phase der Pubertät kommt es im Bereich der motorischen Entwicklung besonders zu einer verstärkten Kraftzunahme. Aber auch konditionelle und koordinative Fähigkeiten können in dieser Lebensphase besonders geschult werden. Im Bereich der kognitiven Entwicklung verändert sich vornehmlich der Stil des Denkens. Der Jugendliche hat nun die Fähigkeit entwickelt abstrakt zu denken und Prozesse auf dieser Ebene zu beurteilen. Er kann nun andere Sichtweisen einnehmen, Handlungen vorausplanen und verschiedene Handlungsoptionen abwiegen. Dies setzt eine erhöhte Impulskontrolle voraus. Ebenso nimmt die Geschwindigkeit der Informationsverarbeitung stark zu, sodass sich der Jugendliche nun immer länger konzentrieren kann. Besonders ausgeprägt ist diese Konzentration in persönlichen Spezialbereichen. Inhalte, die den eigenen Interessen entsprechen werden besonders schnell kategorisiert und verarbeitet. Im Jugendalter nimmt die Lernbereitschaft im Bereich persönlicher Interessen somit stark zu.

    Beurteilung der emotionalen und sozialen Kompetenzen

    Im Alter von 16 bis 17 Jahren sind die Jugendlichen inzwischen emotional unabhängig von ihren Eltern. Die Peer-Group, also andere Jugendliche, nehmen einen immer höheren Stellenwert der moralischen Instanz ein. Diese Entfernung von der Familie bereitet auf ein späteres unabhängiges Leben vor und entwickelt sich automatisch. Die Beziehungen zu Gleichaltrigen beiderlei Geschlechts intensivieren sich und nehmen eine immer wichtiger werdende Rolle ein. Eine klare Übernahme einer männlichen oder weiblichen Geschlechterrolle erfolgt ebenso in dieser Lebensphase. Mangelnde soziale oder emotionale Kompetenzen äußern sich vor allem durch Verhaltensprobleme wie Aggressionen, mangelnde Beziehungen zu Gleichaltrigen, extreme Schüchternheit oder unsoziales oder egoistisches Verhalten.

    Verhaltensauffälligkeiten und Probleme mit Freunden und Familie

    Entwicklungsverzögerungen oder Störungen, besonders im Bereich der emotionalen und sozialen Kompetenzen äußern sich häufig durch Verhaltensauffälligkeiten oder durch Probleme mit Freunden, der Familie und in der Schule. Verhaltensauffälligkeiten zeigen sich besonders durch aggressives, selbstverletzendes, überängstliches oder nicht altersangemessenes Verhalten. Der Arzt kann in solchen Fällen helfen und kennt Anlaufstellen, wie Erziehungsberatung oder psychologische Psychotherapeuten.  

    Ärztliche Beratung bei der J2 – Zeit für Fragen

    Die rasche Entwicklung in der Pubertät führt zu vielen Fragen seitens der Jugendlichen. Im Beratungsgespräch mit dem Arzt bei der J2 können alle Fragen gestellt werden, die körperliche und seelische Themen betreffen, vor allem die, welche die Jugendlichen nur ungerne mit den Eltern besprechen wollen. Besondere Aufmerksamkeit wird bei der fachlich medizinischen Beratung auf die Themen Sucht, Medienkonsum und Berufswahl gelegt. Aber auch Ernährung, Bewegung, Sexualität und Verhütung sowie Probleme mit der Familie und mit Freunden können Themen sein.

    Beratung zur Berufswahl

    Einige Jugendliche haben Ihren Schulabschluss zum Zeitpunkt der J2 schon absolviert, für andere steht dieser bald an. Damit verbunden ist die Frage der Berufswahl. Gerade bei körperlichen oder geistigen Entwicklungsverzögerungen oder Krankheiten kann der Arzt über eventuelle Einschränkungen bei der Berufswahl aufklären. Aber auch im Allgemeinen kann er Tipps zur Ausbildungssuche geben und Mut für einen Start ins Berufsleben machen.

    Suchtberatung

    Antworten auf Fragen rund um das Thema Sucht können vom Arzt während der J2 gegeben werden. Egal, ob es sich um Zigaretten, Alkohol, Cannabis oder andere Drogen handelt, der Arzt hat einen fundiert medizinischen Blick auf diese Suchtmittel. Jugendliche können die Auswirkungen von Drogen, besonders langfristige, oft nicht richtig einschätzen. Eine suchtmittelunabhängige Lebensführung wird angestrebt und unterstützt. Auch wenn keine Abhängigkeit vermutet wird, klärt der Arzt präventiv über den Drogenmissbrauch auf.

    Beratung zum Thema Mediennutzung

    Ob Smartphone, Computer oder Konsole, Jugendliche verbringen immer mehr Zeit online. Über 5 Stunden täglich verbringen Jugendliche im Schnitt mit audiovisuellen Medien. Wenn die Mediennutzung alltägliche Aufgaben und Interessen des Jugendlichen behindert, ist dies ein Hinweis auf eine Sucht. Die Gesundheit der Jugendlichen ist durch die häufige Mediennutzung stark gefährdet. Bewegungsmangel, Fettleibigkeit, Realitätsverlust und der Verlust wichtiger sozialer Kompetenzen können eine Folge sein. Der Arzt gibt wichtige Einblicke in die Gefahr der Mediennutzung und gibt Tipps zum Umgang.

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