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    Frühgeburt – Entwicklung, Gewicht, Überlebenschancen nach Schwangerschaftswoche

    Frühchen ist nicht gleich Frühchen: Ein Frühchen der 23. Schwangerschaftswoche muss stärker um sein Überleben ringen als ein Baby der 36. Woche. Denn der Zeitpunkt der Geburt bestimmt den jeweiligen Entwicklungsstand und damit auch die Überlebenschancen des Frühchens. Wir verraten Dir, wie weit ein Frühgeborenes je nach Geburtswoche ist und wie seine Überlebenschancen stehen. Außerdem informieren wir über Größe und Gewicht von extremen, frühen und späten Frühchen.

    Frühgeburt in der 23. bis 27. Schwangerschaftswoche

    Ab der 23. Schwangerschaftswoche hat ein Frühchen ganz offiziell ein Recht auf Leben. Denn ab dieser Woche gilt es als überlebensfähig. Demnach müssen Ärzte jetzt alles daransetzen, um das Leben des Frühgeborenen zu erhalten. Doch extreme Frühchen der 23. bis 27. Woche haben noch mit vielen Widrigkeiten zu kämpfen. Sie kommen meist mit einem sehr geringen Geburtsgewicht und einer ausgeprägten Unreife der Organfunktionen zur Welt. Ohne intensivmedizinische Behandlung hätten Frühchen dieser Schwangerschaftswochen keine Chance zu überleben.

    Größe und Gewicht eines Frühchens der 23. und 27. Schwangerschaftswoche

    Zwischen der 23. und 27. Schwangerschaftswoche bringen Frühchen ein Gewicht von um die 500 bis 1000 Gramm auf die Waage. Ihre Schulter-Fersen-Länge misst zwischen 30 und 36 Zentimeter. Frühchen, die zu der Zeit mit unter 500 Gramm auf die Welt kommen, tragen ein besonders hohes Risiko zu sterben oder bleibende Schäden davonzutragen. Es gibt aber auch Kinder, die sich trotz dieses unglaublich geringen Geburtsgewichts normal entwickeln und zu gesunden Erwachsenen heranreifen.

    Entwicklung und Gesundheitsrisiken von extremen Frühchen

    Diese sehr frühen Frühchen schlagen sich oft mit Atemproblemen herum und müssen auf jeden Fall künstlich beatmet werden. Schließlich steht der Lunge noch nicht die Substanz Surfactant zur Verfügung. Diese verhindert aber, dass die Lungenbläschen kollabieren und gewährleistet so eine normale Lungenfunktion.

    Bei Frühchen, die in der 23. bis 27. Schwangerschaftswoche geboren werden, muss der Kreislauf permanent überwacht werden, sodass Unregelmäßigkeiten und Komplikationen schnell erkannt und behandelt werden können. In der 25. Schwangerschaftswoche schlägt beispielsweise das Herz eines Frühchens noch nicht regelmäßig. Da die Verdauung und der Schluckreflex noch nicht ausgereift sind, ergeben sich auch hier Probleme. Auch fehlt den Kleinen zu der Zeit noch die Kraft zum Saugen an der Brust. Daher muss ein extrem frühes Frühchen mit unter 1000 Gramm Geburtsgewicht per Magensonde ernährt werden. Durch die fehlende Entwicklungszeit ist bei den extremen Frühchen auch das Immunsystem noch nicht voll funktionsfähig und überaus anfällig für Infektionen.

    Ein Baby, das in der 23., 24., 25., 26, oder vor der vollendeten 27. Schwangerschaftswoche geboren wird, hat ein deutlich erhöhtes Risiko für akute gesundheitliche Probleme sowie für Spätfolgen. Komplikationen wie Hirnblutungen, Infektionen oder Lungenprobleme erhöhen das Risiko, kurz nach der Geburt zu sterben. Es besteht auch eine große Gefahr für neurologische Schädigungen, schwere geistige und körperliche Behinderungen sowie für Hör- und Sehstörungen. In späteren Jahren können bei den ehemaligen Frühchen Lernschwierigkeiten, Verhaltensauffälligkeiten oder Bluthochdruck als Folge der Frühgeburt auftreten.

    In der 26. Schwangerschaftswoche haben Frühgeborene die Fähigkeit zu sehen ausgebildet. Zwar sehen sie nur unscharf, aber sie können nun Formen und Farben erkennen. Das motiviert sie dazu, nun häufiger die Augen zu öffnen und zu blinzeln. Kommt ein Kind am Ende der 27. Schwangerschaftswoche zur Welt, reduziert sich das Risiko für neurologische Schäden und geistigen Behinderungen. Denn in dieser Woche hat das Gehirn in seiner Entwicklung einen großen und wichtigen Sprung gemacht. Das Frühchen ist in der 27., 28. Schwangerschaftswoche nun oft schon so stabil, dass es mit den Eltern kuscheln und den Inkubator (Brutkasten) für eine gewisse Zeit verlassen kann.

    Überlebenswahrscheinlichkeit von extremen Frühchen

    Jede Woche im Bauch der Mutter ist gut für die Entwicklung eines Babys. Kommt ein Frühchen in der 23. Schwangerschaftswoche zur Welt, liegt seine Überlebenschance bei rund 53 %. In der 24. Schwangerschaftswoche klettert diese schon auf etwa 67 %. In der 25. Woche kommt ein satter Sprung: Die Überlebenswahrscheinlichkeit steigt auf etwa 82 %. Bis zur 26. Woche verändert sie sich hingegen nur leicht: Die Überlebenschance des Frühchens liegt laut Studien nun bei ca. 85 %. In der 27. Woche steigt sie nochmals sprunghaft an und liegt nun bei 95 %. Mit der wöchentlich zunehmenden Überlebensrate nimmt gleichzeitig das Risiko für bleibende gesundheitliche Folgen ab.

    Frühgeburt in der 28. bis 33. Schwangerschaftswoche

    Größe und Gewicht von frühen Frühchen

    Ein Baby, das zwischen der 28. und der 33. Schwangerschaftswoche geboren wird, misst von der Schulter bis zur Ferse zwischen 37 und 44 Zentimetern. Das Frühchen wiegt nun etwa 1100 bis knapp 2000 Gramm. Mit einem Geburtsgewicht von über 1000 Gramm sinkt nun auch die Gefahr von Komplikationen im Zusammenhang mit der Frühgeburt deutlich. Ab der 28. Schwangerschaftswoche konzentriert sich das Baby vornehmlich auf die schnelle Zunahme von Gewicht durch Ausbildung von Körperfett.

    Entwicklung und Gesundheitsrisiken von frühen Frühchen

    In der 28. Schwangerschaftswoche wird beim Baby vermehrt die zum Atmen wichtige Substanz Surfactant gebildet. Dennoch muss ein Frühchen, das zu dieser Zeit kommt, noch beim Atmen unterstützt werden. Die Nieren sind mittlerweile ausgereift und funktionsfähig. Das Frühchen hat jetzt außerdem einen Schlaf-Wach-Rhythmus. Es kann die Augen öffnen und schließen. Scharfes Sehen ist ihm aber noch nicht möglich.

    In der 29. Schwangerschaftswoche hat das Frühchen bereits ein klein wenig Fett angesetzt, das es schon etwas vor Auskühlung schützen kann. In der 30. Woche ist das Verdauungssystem fast vollständig ausgereift. Dennoch muss das Frühchen weiterhin über die Magensonde ernährt werden, weil es Schlucken und Atmen noch nicht koordinieren kann.

    Die maschinelle Beatmung per Intubation kann spätestens in der 32. Schwangerschaftswoche eingestellt und gegen eine sanftere Form der Beatmung eingetauscht werden. Nun kann das Kind von selbst atmen, benötigt lediglich etwas Unterstützung durch die CPAP-Beatmung (engl.: „continuous positive airway pressure“). Dabei wird die Ein- und Ausatmung des Babys mit einem steten Überdruck unterstützt. Vorteil dieser Methode: Das Risiko für Lungenschäden ist geringer als beim Intubieren. In der 32. Woche kann bei vielen Frühchen bereits auf die Magensonde verzichtet werden. Nun sind Saug- und Schluckreflex in der Regel so weit ausgebildet, dass Frühgeborene gestillt werden oder das Fläschchen bekommen können.

    Überlebenschancen von frühen Frühchen

    Frühgeborene, die zwischen der 28. und 33. Schwangerschaftswoche auf die Welt kommen, haben bereits eine Überlebenschance von 96 bis 98 %. Also nahezu alle Frühchen dieser Wochen überleben die Frühgeburt samt Folgen. Kinder der 33. Schwangerschaftswoche haben dann fast die gleiche Chance zu überleben wie termingerecht geborene Babys. Ab der 28. Schwangerschaftswoche sinkt auch das Risiko für schwere bleibende Schäden infolge der Frühgeburt rapide.

    Frühgeburt in der 34. SSW bis 37. Schwangerschaftswoche

    Die späten Frühchen machen prozentual den größten Anteil an Frühgeburten aus. Bei 80 % aller Frühgeburten handelt es sich um Frühchen, die in oder nach der 34. Schwangerschaftswoche geboren wurden.

    Größe und Gewicht von späten Frühchen

    In der 34. Schwangerschaftswoche bringt ein Frühgeborenes etwa 2200 Gramm auf die Waage. Seine Länge misst von Kopf bis Fuß etwa 45 Zentimeter. Bis zur 37. Schwangerschaftswoche kommt ein Frühchen dann auf knapp 3000 Gramm und hat damit nahezu das normale Geburtsgewicht erreicht. In der 37. Woche ist es dann um die 48 Zentimeter groß.

    Entwicklung und Gesundheitsrisiken von späten Frühchen

    Spätestens in der 34. Schwangerschaftswoche ist das Frühchen so weit, gestillt zu werden. Denn nun ist sein Saug- und Schluckreflex auf jeden Fall ausgebildet. Auch die Koordination von Saugen, Atmen und Schlucken klappt jetzt. Da das späte Frühchen schon über mehr Babyspeck verfügt als noch vor einigen Wochen, kann es seine Körpertemperatur schon besser von allein regulieren. So braucht es nicht mehr unbedingt in einem Inkubator oder Wärmebett liegen.

    Kündigt sich eine Geburt in der 35. Schwangerschaftswoche an, wird in der Regel nichts mehr unternommen, um sie zu stoppen. Denn die Reifung von Gehirn, Nervensystem und Organen ist beim Baby nun schon weit fortgeschritten. Das Immunsystem arbeitet nun selbstständig, muss aber noch weiter ausreifen, bis es seine volle Leistungsfähigkeit erreicht. Entlassen werden Frühchen in der Regel, wenn sie die errechnete 38. Schwangerschaftswoche bzw. 2500 Gramm erreicht haben. Dann ist es so weit, aus der ärztlichen Obhut entlassen zu werden.

    Das Risiko für bleibende Störungen und Schäden ist jetzt deutlich geringer als noch in vorherigen Wochen. Dennoch haben auch die späten Frühchen gegenüber Normalgeborenen ein erhöhtes Risiko für negative gesundheitliche Folgen. So leiden sie etwas häufiger an Behinderungen oder Entwicklungsauffälligkeiten. Auch ist ihr Sterberisiko etwas höher als das der termingerecht geborenen Babys.

    Überlebenschancen von späten Frühchen

    Die Überlebenschancen für späte Frühchen der 34. bis 37. Schwangerschaftswoche stehen sehr gut: 98 bis 100 % der Babys überleben die frühe Geburt, wenn sie sich in diesem Zeitintervall ereignete.

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