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    Frühgeburt – Folgen und Spätfolgen

    Frühchen leiden später häufiger an Asthma, ADHS und Ängsten als Normalgeborene. Auch wenn sie die turbulente Zeit nach der Geburt gut überstehen, sind sie noch lange nicht aus dem Schneider. Noch nach Jahren können sich Spätfolgen zeigen. Fakt ist: Viele Frühchen – vor allem die extremen – bleiben bis ins Erwachsenenalter anfälliger für bestimmte körperliche oder psychische Erkrankungen. Welche das sind, erfährst Du hier.

    Das Gesundheitsrisiko von Frühchen

    Laut der Stiftung Kindergesundheit entwickeln sich die meisten Frühgeborenen zu gesunden Kindern und Erwachsenen. Im Alter von 9 Jahren sind sie zwar meist etwas kleiner als der Schnitt, aber ansonsten gibt es in dem Alter kaum noch Entwicklungsunterschiede zu Gleichaltrigen. Diese gute Prognose liegt darin begründet, dass Frühchen überwiegend als späte Frühchen das Licht der Welt erblicken.

    Anders sieht es bei den extremen Frühchen aus, die zwischen der 24. und der vollendeten 28. Schwangerschaftswoche mit einem Geburtsgewicht von unter 1000 Gramm geboren wurden. In einer schwedischen Studie hat man diese Gruppe von Frühchen gesondert betrachtet. Hier gingen nur knapp ein Viertel der Frühgeborenen unbeschadet aus der frühen Geburt hervor. Die überwältigende Mehrheit wies entweder eine mehrfache Behinderung, eine psychische Störung oder eine körperliche Erkrankung auf. Auch kognitive Beeinträchtigungen waren bei Frühchen dieser Gruppe vermehrt zu finden.

    Die Folgen einer Frühgeburt – Welche Komplikationen drohen kurz nach der Geburt?

    Eine frühe Geburt bringt häufig Komplikationen mit sich. Zu den frühen gesundheitlichen Folgen zählen:

    • Atmungsstörungen
    • Lungenschäden
    • Chronische Lungenkrankheit (bronchopulmonale Dysplasie)
    • Hirnblutungen und infolgedessen Behinderungen (z.B. Zerebralparese, eine Behinderung, die mit Bewegungsstörungen einhergeht)
    • Blutungen
    • Infektionskrankheiten
    • Gelbsucht
    • Gehirnschäden
    • Verdauungsprobleme
    • Funktionelle Probleme der Nieren
    • Sehstörungen (Blindheit)
    • Hörschäden
    • Probleme mit der Regulierung der Körpertemperatur
    • Trinkstörungen

    Hirnblutungen bei Frühchen

    Besonders anfällig sind frühe Frühchen in den ersten Tagen nach der Geburt. Die Durchblutung im Körper des Frühchens verändert sich durch verschiedene unvermeidbare Einflüsse. Dazu gehören neben dem hohen Druck, der unter der Geburt auf dem Köpfchen lastete vor allem die künstliche Beatmung, aber auch Infusionen oder eine Unterkühlung des Babys. Diese äußeren Einflüsse fördern das Auftreten innerer Blutungen wie einer Hirnblutung. Mögliche Folgen einer Hirnblutung reichen je nach Intensität von kognitiven Defiziten beim Kind (Lernschwäche) über motorische und sprachliche Entwicklungsstörungen bis hin zu schweren geistigen und körperlichen Behinderungen.

    Lungenprobleme durch Frühgeburt

    Frühchen können durch die fehlende Lungenreife Atmungsstörungen entwickeln. Wenn sie vor der 32. Schwangerschaftswoche geboren wurden und länger beatmet werden müssen, ist das Risiko für die bronchopulmonale Dysplasie erhöht. Bei dieser Lungenerkrankung hat das Frühgeborene größere Atemprobleme. Die Lunge hat ein Problem mit dem Gasaustausch, wodurch sich die Atemfrequenz erhöhen muss. Forscher glauben, dass dieses Krankheitsbild hauptsächlich durch die künstliche Beatmung und den damit einhergehenden Verletzungen des Lungengewebes sowie durch Infektionen nach der Geburt hervorgerufen wird.

    Probleme mit den Augen durch zu frühe Geburt

    Auch die Augen von Frühgeborenen sind noch nicht vollends ausgereift. Wenn die Frühchen anfangen zu atmen, wird die Entwicklung der Netzhaut unterbrochen. Zwar wird sie später wieder fortgeführt, aber bei der Ausbildung der Blutgefäße kann es dann zu Fehlentwicklungen kommen, die in Sehstörungen und in einer Erblindung münden können.

    Die möglichen Spätfolgen einer Frühgeburt

    Hat ein Frühchen die ersten Hürden direkt nach der Geburt genommen, muss noch nicht alles überstanden sein. Vor allem extreme Frühchen leiden auch in späteren Jahren aller Wahrscheinlichkeit noch unter den Folgen der frühen Geburt. Für folgende Spätfolgen soll bei Frühchen ein erhöhtes Risiko bestehen:

    • Asthma
    • COPD (chronische obstruktive Lungenerkrankung)
    • Stimmungsstörungen wie Depression oder Angststörungen
    • Erhöhte Introvertiertheit und Ängstlichkeit
    • ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung)
    • Autismus
    • Verzögerte geistige Entwicklung
    • Bluthochdruck
    • Epilepsie (Krampfanfälle)
    • Geringere Widerstandskraft
    • Erhöhtes Sterberisiko

    Asthma oder COPD durch Frühgeburt

    Weil die Lunge bei Frühgeborenen nicht vollständig ausgereift ist und sie auch nicht die normale Größe erreicht, kann es bei ihnen im Laufe des Lebens zu Problemen mit der Lunge kommen. Das Risiko für Asthma ist erhöht. Auch werden bei Lungenärzten immer häufiger Menschen mit COPD beobachtet, die nie geraucht haben, jedoch zu früh geboren wurden. Die Ärzte führen diese Erkrankung bei jenen Erwachsenen auf die zu frühe Geburt zurück. Normalerweise sind es vor allem Raucher oder ehemalige Raucher, die diese Erkrankung entwickeln.

    Auch die künstliche Beatmung kann später zu Problemen der Lunge führen. Durch den Druck, mit dem die Luft dabei in die Luftröhre geleitet wird, sind Schäden in der Lunge des Frühchens möglich. Infektionen und Entzündungen der Lunge kurz nach der Geburt können ebenfalls Schäden hinterlassen, die später chronische Atemwegserkrankungen wie Asthma oder COPD begünstigen können.

    Bluthochdruck durch Frühgeburt

    In Studien hat man festgestellt, dass Frühchen offenbar anfälliger für Bluthochdruck sind. Danach sollen Frühgeborene, die vor der 29. Schwangerschaftswoche geboren wurden, ein etwa dreifach erhöhtes Risiko haben, als junge Erwachsene Bluthochdruck zu entwickeln. Ein Trost: Frühgeborene können mit einer gesunden Ernährung und Sport vorbeugen und ihr Risiko für Bluthochdruck reduzieren.

    ADHS und Autismus durch Frühgeburt

    Laut Studien steigt bei einer Frühgeburt auch die Wahrscheinlichkeit, an ADHS zu erkranken. Oft wird diese Erkrankung erst im Kindergarten- oder Schulalter diagnostiziert, weil es zu Problemen im Sozialverhalten, beim Lernen und mit der Aufmerksamkeit kommt. Hier gilt: Je früher das Kind geboren wurde, desto höher ist sein Risiko für ADHS. Sehr frühe Frühchen der 24. Woche kommen laut Studien auf ein 12-fach erhöhtes ADHS-Risiko gegenüber den normalgeborenen Kindern. Als Ursache vermuten Forscher die nicht vollendete Hirnentwicklung bei Frühchen. Auch ein zu geringes Geburtsgewicht soll ADHS begünstigen können.

    Das Autismus-Risiko ist bei Frühchen ebenfalls erhöht. Diese Kinder weisen Störungen in der sozialen Interaktion auf. Sie sind schnell reizbar und können sich schlecht in andere Menschen hineinversetzen. Daher können sie oft nur schlecht Freundschaften aufbauen. Das Auftreten von Autismus soll ebenfalls mit der mangelhaften Gehirnreife bei Frühchen in Verbindung stehen.

    Depression und Angststörungen durch Frühgeburt?

    Ob Frühgeborene ein erhöhtes Risiko für Angststörungen im jungen Erwachsenenalter haben, ist in der Fachwelt umstritten. Die einen Forscher wollen herausgefunden haben, dass das Risiko von Stimmungsstörungen wie Angststörungen oder Depression bei ehemaligen Frühchen gegenüber Normalgeborenen erhöht ist. Auch sollen sie im Schnitt introvertierter und weniger widerstandsfähig sein. Eine jüngere deutsche Studie von 2017 widerlegt diese Theorie aber. Danach sei das Risiko für diese affektiven Störungen bei Frühchen nicht größer als bei Normalgeborenen.

    Lernprobleme durch zu frühe Geburt

    Die Schule kann für Frühgeborene zum Problem werden. Zwar haben nicht alle Frühgeborenen mit kognitiven Defiziten zu kämpfen. Aber laut Studien ist die Zahl der Frühchen mit Lernproblemen, Konzentrationsschwierigkeiten und einer eingeschränkten Leistungsfähigkeit recht hoch. Zu Problemen soll es aber nicht bei der Erledigung einfacher Aufgaben kommen. Aber wenn es um das Lösen komplexerer Aufgaben geht, scheint das Gehirn ehemaliger Frühchen schneller überlastet zu sein. Ebenso schnitten Frühchen in Tests bei Aufgaben schlechter ab, die das räumliche Gedächtnis erforderten. Insgesamt sollen laut Studienlage die schulischen Leistungen bei Frühchen im Schnitt schlechter sein, insbesondere offenbar im Bereich Mathematik. Nicht wenige Frühchen benötigen eine spezielle Förderung, um gut lernen zu können und mit ihren normalgeborenen Mitschülern schritthalten zu können.

    Forscher vermuten, dass die Leistungsschwäche vor allem bei extremen Frühchen daher rührt, dass das Gehirn noch in der Grundschulzeit einen gewissen Entwicklungsrückstand hat, den es erstmal aufholen muss. Auch können Frühgeborene nicht die vollständige Gehirngröße erreichen und das Gehirn hat sich auf andere Weise entwickelt als das von termingerecht Geborenen. Diese Faktoren könnten die Lernschwäche vieler Frühgeborener mit erklären.

    Sind Frühchen anfälliger für Mobbing?

    Manche Forscher sind der Ansicht, dass Frühchen in der Schule eher zu Opfern von Mobbing werden als termingerecht Geborene. Daraufhin würden sie infolge des negativen Soziallebens in ihrer weiteren Entwicklung eher zu Depression und Angststörungen neigen. Demgegenüber stehen Forscher, die in Forschungsarbeiten kein erhöhtes Risiko für psychische Probleme bei Frühchen gegenüber den Normalgeborenen feststellen konnten.

    Frühchen haben zeitweise erhöhtes Sterberisiko

    Nicht nur während der kritischen Zeit kurz nach der Geburt haben Frühgeborene ein erhöhtes Sterberisiko. Auch später ist die Wahrscheinlichkeit, vorzeitig zu sterben noch größer als bei Normalgeborenen. Laut Studienlage soll aber nur das Alter von 1 bis 5 Jahren und dann das von 18 bis 36 Jahren für das ehemals Frühgeborene problematisch sein. In allen anderen Phasen bestünde kein höheres Sterberisiko.

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