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    Frühgeburt: Mutterschutz, Elterngeld und Co. – Finanzielle Hilfen für Frühchen-Familien

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    Macht sich ein Baby zu früh auf den Weg, ist das für die Eltern mit einer finanziellen Mehrbelastung verbunden. Bis zum 5. Geburtstag können so etwa 7000 Euro zusätzlich anfallen. Doch es gibt finanzielle Unterstützung für Familien, um die kostspielige Zeit nach der Geburt und in den ersten Jahren stemmen zu können. Neben Mutterschaftsgeld und Elterngeld stehen Frühchen-Eltern noch spezielle Finanzspritzen zu. Wir verraten euch, auf welche Hilfen ihr als Eltern bei einer Frühgeburt setzen könnt.

    Frühgeburt: Finanzielle Hilfen im Überblick

    Bestimmte finanzielle Hilfsangebote gibt es bei jedem neugeborenen Kind. Andere wiederum können nur von Eltern eines Frühchens beantragt werden. Folgende Leistungen sind sicher bzw. denkbar:

    • Mutterschaftsgeld
    • Elterngeld
    • Kindergeld
    • Kostenübernahme für eine Haushaltshilfe
    • Kostenübernahme für häusliche Pflegehilfe für Mutter mit Gesundheitsproblemen
    • Zuschüsse / Kostenerstattung für Therapien, Klinikaufenthalte, Medikamente, Fahrtkosten, Hilfsmittel
    • Kostenübernahme für die Betreuung von Geschwisterkindern
    • Kostenübernahme für die häusliche medizinische Versorgung des Kindes
    • Pflegegeld durch erhöhten Pflegeaufwand für die Eltern bei einer Behinderung
    • Steuererleichterungen
    • finanzielle Vorteile durch einen Schwerbehindertenausweis
    • Bundesstiftung „Mutter und Kind – Schutz des ungeborenen Lebens“ gewährt finanzielle Hilfe bei Bedarf
    • Kostenübernahme für Hebammenbetreuung
    • evtl. Bonus zur Geburt vom Arbeitgeber

    Die Regel lautet hier: Ohne Antrag kein Geld. Um im Fall einer Frühgeburt finanziell unterstützt zu werden, müssen Eltern viele Formulare ausfüllen. Doch es zahlt sich aus, diese Mühen in Kauf zu nehmen.

    Frühgeburt und Mutterschutz: finanzielle Hilfe durch das Mutterschaftsgeld

    Was ist der Mutterschutz?

    Eine große Entlastung für die Zeit rund um die Geburt ist der gesetzlich vorgeschriebene Mutterschutz und das damit verbundene Mutterschaftsgeld. Dieses wird sowohl an Mütter termingerecht geborener Babys als auch an Frühchen-Mütter ausgezahlt. Der Mutterschutz beginnt bei einer normal verlaufenden Schwangerschaft laut dem Mutterschutzgesetz 6 Wochen vor dem Geburtstermin und endet 8 Wochen nach der Geburt. Er dient dem Schutz der Mutter in der Zeit rund um die Geburt. Das Mutterschutzgesetz verhindert etwa, dass eine Mutter aufgrund der Geburt des Kindes gekündigt werden kann und dass sie so in finanzielle Nöte gerät.

    Wie lange dauert der Mutterschutz im Falle einer Frühgeburt?

    Bei einer Frühgeburt wird der Mutterschutz nach der Geburt um 4 Wochen verlängert, sodass einer Frühchen-Mama dann 12 Wochen ab der Geburt zustehen. Dazu kommt die Anzahl an Tagen bzw. Wochen, die von den 6 Wochen vor der Entbindung nicht genutzt werden konnten. Kommt beispielsweise ein Frühchen in der 33. Schwangerschaftswoche zur Welt, hat eine Mutter das Recht auf 18 Wochen Mutterschutz und Mutterschaftsgeld. Egal wie früh ein Frühchen kommt: 18 Wochen sind die maximale Dauer des Mutterschutzes. So kann auch das Mutterschaftsgeld maximal 18 Wochen lang bezogen werden.

    Für wen gilt der Mutterschutz und das Mutterschaftsgeld?

    Der Mutterschutz gilt für Angestellte in Vollzeit und in Teilzeit sowie im Mini-Job. Aber auch Frauen in befristeten Beschäftigungsverhältnissen, Frauen in der Ausbildung, Studentinnen und Schülerinnen mit einem Nebenjob sowie Frauen, die in Heimarbeit tätig sind, können Mutterschaftsgeld nach dem Mutterschutzgesetz beantragen. Selbstständige Frauen bekommen Mutterschaftsgeld in Höhe des Krankengeldes. Hausfrauen hingegen bekommen kein Mutterschaftsgeld.

    Wieviel Mutterschaftsgeld bekommt man im Mutterschutz bei einer Frühgeburt?

    Eine Frühchen-Mutter bekommt ebenso viel Mutterschaftsgeld wie eine Frau, die termingerecht entbunden hat. Das Geld umfasst die Höhe des Netto-Monatslohnes, den die Mutter vor Antritt des Mutterschutzes zur Verfügung hatte. Es wird – wenn Du gesetzlich versichert bist – zum Teil von der Krankenkasse gezahlt. Den Rest übernimmt der Arbeitgeber. Den Betrag kann sich der Arbeitgeber dann aber auf Antrag von seiner Krankenkasse zurückerstatten lassen. Die Kassen zahlen bis zu 13 Euro täglich pro Kalendertag. Der Rest wird vom Arbeitgeber aufgefüllt, bis Dein Monatsnettoeinkommen erreicht ist.

    Bei familienversicherten Frauen mit einem Nebenerwerb werden einmalig 210 Euro bezahlt. Bist Du privat krankenversichert, gibt es ebenfalls lediglich eine einmalige Zahlung von 210 Euro. Auch wenn Dein Arbeitsverhältnis während der Schwangerschaft oder danach gelöst wurde, stehen Dir 210 Euro Mutterschaftsgeld vom Bundesversicherungsamt zu. Selbstständige Frauen mit freiwilliger Krankenversicherung bekommen 70 % ihres beitragspflichtigen Einkommens. In diesem Fall handelt es sich um die Höhe des Krankengeldes.

    Mutterschaftsgeld bei einer Frühgeburt beantragen

    Als gesetzlich versicherte Schwangere beantragst Du den Mutterschutz bei Deiner zuständigen Krankenkasse. Bist Du hingegen privatversichert, beantragst Du die 210 Euro beim Bundesversicherungsamt. Um den Antrag einzureichen, benötigst Du eine Bescheinigung über die Frühgeburt von einem Arzt. Diese legst Du dem Antrag auf Mutterschaftsgeld bei.

    Auch der Arbeitgeber möchte eine Bescheinigung über die Geburt haben. So weiß er, ab wann Dein Mutterschutz beginnt und ab wann er den Zuschuss zum Mutterschaftsgeld zahlen muss. Die Krankenkasse kontaktiert nach Antragseingang den Arbeitgeber. Dann kann Dir das Mutterschaftsgeld ausgezahlt werden.

    Frühgeburt: finanzielle Hilfe durch Elterngeld

    Was ist Elterngeld?

    Eine weitere Erleichterung für Frühchen-Eltern ist sicherlich das Elterngeld. Es wird allen Eltern 12 Monate lang gezahlt, wenn nur einer der beiden Elternteile in Elternzeit geht. Teilen sich die Eltern diese auf, können sie 14 Monate lang Elterngeld beziehen. Dann kann ein Elternteil 12 Monate und das andere 2 Monate Elterngeld bekommen. Beide Eltern können auch zeitgleich Elterngeld beziehen. Dann verkürzt sich die Bezugszeit aber entsprechend. Dann ist der 14-monatige Elterngeldanspruch bereits nach 7 Monaten aufgebraucht.

    Der Anspruch auf Elterngeld beginnt mit dem Zeitpunkt der Geburt Deines Kindes. Mutterschaftsgeld und Elterngeld werden aber nicht gleichzeitig ausgezahlt. Solange Du Anspruch auf das Mutterschaftsgeld hast, gibt es kein Elterngeld. Bei einem Frühchen hast Du zwar den finanziellen Vorteil durch den verlängerten Bezug von Mutterschaftsgeld. Da der Anspruch auf Elterngeld aber automatisch zum Zeitpunkt der Geburt Deines Frühchens beginnt, verringert sich dadurch aber Deine Elterngeld-Bezugszeit um die Zeit, in der noch der Mutterschutz greift.

    Wieviel Elterngeld bekommt man bei einer Frühgeburt?

    67 % vom durchschnittlichen Nettomonatslohn der letzten 12 Monate. Das ist die Höhe des Elterngelds, das Eltern von termingerecht Geborenen und Frühchen zusteht. Der maximale Auszahlungsbetrag liegt allerdings bei 1800 Euro, auch wenn das Nettoeinkommen einen größeren Betrag erforderlich machen würde. Auch nicht berufstätige Frauen bekommen Elterngeld. Sie haben Anspruch auf den Mindestbetrag von 300 Euro pro Monat. Das Elterngeld wird monatlich ausgezahlt und ist einkommensunabhängig.

    Elterngeld bei einer Frühgeburt beantragen

    Der Antrag auf Elterngeld sollte 1 bis 2 Wochen – spätestens aber 3 Monate – nach der Geburt mit allen erforderlichen Unterlagen eingereicht werden. Die Elterngeldstelle kann von Bundesland zu Bundesamt variieren. So kann das Elterngeld beispielsweise vom Amt für Versorgung und Soziales, dem örtlichen Jugendamt oder einer offiziell eigens dafür eingerichteten Elterngeldstelle gezahlt werden. Die Elternzeit muss beim Arbeitgeber spätestens 7 Wochen vor dem Geburtstermin angemeldet werden.

    Frühgeburt: Finanzielle Hilfe durch das Kindergeld

    Auch im Fall einer Frühgeburt haben Eltern das Recht auf den monatlichen Bezug von Kindergeld. Seit dem 1. Juli 2019 beläuft sich das Kindergeld für das 1. und 2. Kind auf 204 Euro, für das 3. Kind auf 210 und ab dem 4. Kind auf 235 Euro. 2021 wird das Kindergeld um 15 Euro angehoben. Das bedeutet, für das 1. und 2. Kind wird es dann 219 Euro, für das 3. 225 Euro und ab dem 4. 250 Euro geben. Beantragen kannst Du das Kindergeld schriftlich oder online bei der Bundesagentur für Arbeit.

    Sonstige finanzielle Hilfen bei einer Frühgeburt

    Steuererleichterungen bei einer Frühgeburt

    Auch bei einem Frühchen könnt ihr als Eltern den Kinderfreibetrag auf der Lohnsteuerkarte eintragen lassen. Dies ist ein Freibetrag, der vom zu versteuernden Einkommen abgezogen wird. Dies wirkt sich steuermindernd bei der Berechnung der Einkommenssteuer aus. Bei der Steuererklärung können außerdem außergewöhnliche Belastungen, die im Zusammenhang mit einer Frühgeburt entstehen, abgesetzt werden. Dazu können Fahrtkosten oder Therapiezuzahlungen im Zusammenhang mit dem Frühchen zählen.

    Zuschüsse und Kostenübernahmen durch die Krankenkasse bei Frühgeburt

    Im Falle einer Frühgeburt haben Eltern erhebliche Mehrkosten zu schultern. Für Therapien, Medikamente, ambulante Nachuntersuchungen, Betreuung von Geschwisterkindern, Fahrtkosten und benötigte Hilfsmittel geben Eltern bis zum vollendeten 5. Lebensjahr des frühgeborenen Kindes knapp 7000 Euro aus. Auch kommt es in Familien mit Frühchen vermehrt zu Gehaltseinbußen, weil häufiger unbezahlter Urlaub genommen werden muss. Doch in vielen Fällen können Zuschüsse oder eine vollständige Kostenübernahme bei der Krankenkasse beantragt werden. Die Kosten für die intensivmedizinische Versorgung des Frühchens trägt in jedem Fall die Kasse. Folgende Leistungen haben weiterhin gute Aussicht auf finanzielle Unterstützung durch die Kassen:

    • eine Haushaltshilfe
    • die Fahrtkosten zur Klinik
    • die Therapien, Medikamente, Hilfsgeräte
    • eine häusliche Kinderkrankenpflege
    • Pflegegeld
    • eine häusliche Pflegehilfe für die Mutter
    Haushaltshilfe bei Frühgeburt

    Hat die Mutter gesundheitliche Probleme nach der Entbindung und möchte dennoch schon nach Hause, kann sie eine Haushaltshilfe gestellt bekommen. Dies gilt allerdings nur, wenn die Erkrankung eine alleinige Versorgung des Kindes oder der Kinder unmöglich macht. Dazu muss die Mutter ein ärztliches Attest einreichen. Auch wenn die Mutter wegen der Gesundheitsprobleme weiter im Krankenhaus bleiben muss oder sie an einer Reha-Maßnahme teilnimmt, steht ihr eine Haushaltshilfe zu. Voraussetzung: Im Haushalt gibt es keine andere Person, die die Versorgung des/ der verbliebenen Geschwister übernehmen kann. Dies gilt auch dann, wenn der Mann zwar in der Familie lebt, beruflich aber stark eingespannt ist.

    Auch wenn die Mutter keine Gesundheitsprobleme hat, aber wegen des Frühchens oft in der Klinik ist und daher wenig Zeit für das andere Kind oder die anderen Kinder hat, kann eine Haushaltshilfe beantragt werden. Telefoniere dazu mit Deiner Krankenkasse und dann mit einer Sozialstation, die diesen Dienst anbietet.

    Die Haushaltshilfe kann auch aus dem privaten Umfeld stammen. Sie muss allerdings eine Verwandtschaft 1. Grades mit der Mutter oder dem Vater aufweisen, damit die Kosten von der Kasse übernommen werden.

    Pflegehilfe bei gesundheitlichen Problemen der Mutter nach einer Frühgeburt

    Wenn die Mutter eines Frühchens trotz größerer Gesundheitsprobleme nach Hause möchte – beispielsweise, weil sie für die anderen Kinder da sein will, kann ihr eine häusliche Pflegehilfe zur Seite gestellt werden. Auf Antrag übernimmt diese Pflegehilfe dann die medizinische Versorgung der Mutter für eine gewisse Zeit. Die Kasse übernimmt dafür in der Regel die Kosten.

    Häusliche Kinderkrankenpflege und Pflegegeld nach Frühgeburt

    Ist das Frühchen schon stabil, kann es zur Entlastung der Klinik auch zu Hause betreut werden. Dafür können Eltern bei der Kasse einen Antrag auf Kostenübernahme für eine häusliche Kinderkrankenpflegehilfe stellen. Diese schaut dann regelmäßig nach dem Kleinen und betreut es medizinisch. Gerade wenn ein Frühchen nach Hause darf, aber noch diverse medizinische Apparaturen benötigt werden, ist die Familie auf die Hilfe einer Fachkraft angewiesen. Wenn etwa noch Sauerstoff zugeführt wird, das Frühgeborene inhalieren muss oder es noch eine Magensonde braucht, ist professionelle Hilfe unerlässlich. Die Kinderkrankenpflegerin kümmert sich außerdem um Fütterungs- und Verdauungsprobleme des Kindes, wechselt Verbände und vermittelt den Eltern, wie sie ihr Kind richtig versorgen.

    Die häusliche Kinderkrankenpflege kann bei einer Frühgeburt bis zu 4 Wochen in Anspruch genommen werden – je nach Erforderlichkeit. In dringlichen Fällen kann sie aber auch noch länger bewilligt werden.

    Gerade bei extremen Frühchen, die vor der 28. Schwangerschaftswoche geboren wurden, treten oft Komplikationen auf, die zu einer dauerhaften Behinderung oder zu Entwicklungsstörungen wie Futterstörungen führen können. Dadurch haben die Eltern einen erhöhten Pflegeaufwand. Erkundige Dich bei Deiner Kasse, ob Dir womöglich ein monatliches Pflegegeld zusteht. Dabei kann es sich je nach Pflegegrad um mehrere hundert Euro handeln.

    Hebammenhilfe

    Die Krankenkasse übernimmt die Kosten für die Hebammen-Nachsorge von Mutter und Baby für 10 Tage nach der Geburt. Die Hebammenbetreuung kann bei Bedarf ohne ärztliche Verordnung auf 8 Wochen ausgeweitet werden, etwa wenn Stillprobleme auftreten. Wenn ein Frühchen Trinkprobleme oder andere Schwierigkeiten hat, kann der Arzt eine noch längere Hebammenbetreuung verordnen. Diese Verlängerung muss aber medizinisch gut begründet sein, sonst wird sie von den Kassen nicht finanziert.

    Eine Hebamme untersucht nicht nur Mutter und Kind auf ihre Gesundheit, sondern steht Eltern auch bei Fragen rund um die Versorgung, Ernährung und Pflege des Kindes zur Seite. Achtung: Suche Dir möglichst frühzeitig eine Hebamme, da auch sie ihre Termine koordinieren muss. Am besten schaust Du Dich schon in der frühen Schwangerschaft nach einer Hebamme um.

    Kostenübernahme von Hilfsmitteln und Medikamenten bei einer Frühgeburt

    Viele Eltern mit einem Frühchen müssen für Zuhause bestimmte Hilfsmittel für ihr Frühchen anschaffen. Dazu zählt etwa ein Monitor zur Überwachung der Herz- und Atemfrequenz sowie ein Inhalationsgerät. Diese Kosten werden auf Antrag von der Kasse übernommen, da sie für die medizinische Versorgung unerlässlich sind. Der Monitor kann aber ebenso gut nur für eine gewisse Zeit ausgeliehen werden. Außerdem übernehmen die Kassen häufig die Kosten für ein Babyphone, Milchpumpen, Sauerstoffbehälter und andere benötigten Hilfsmittel, die ein Frühchen benötigt. In der Regel tragen die Kassen auch die Kosten für benötigte Medikamente. Einfach nachfragen.

    Finanzielle Unterstützung für Therapien aufgrund einer Frühgeburt

    Viele Frühchen – gerade die ganz frühen Frühchen vor der 32. Schwangerschaftswoche – benötigen in den ersten Lebensjahren viele Therapiestunden. Eine etwaige Sehschwäche, Entwicklungsauffälligkeiten, sprachliche Störungen und andere Beeinträchtigungen machen diverse Behandlungen erforderlich. Dazu gehören neben der Physiotherapie die Ergotherapie und die Logopädie. Erkundige Dich bei der Kasse, welche Leistungen übernommen oder zumindest bezuschusst werden.

    Fahrtkostenerstattung bei einer Frühgeburt

    Bei einer Frühgeburt fahren Eltern sehr oft ins Krankenhaus. Das wird schnell teuer. Wenn Du ein ärztliches Schreiben vorlegen kannst, aus dem hervorgeht, dass die häufige Anwesenheit der Eltern das Wohlbefinden des Frühchens fördert, werden die Kassen die Fahrtkosten womöglich bezuschussen. Es muss eine dringende medizinische Notwendigkeit für die Besuche der Eltern vorliegen. Dazu ist es sinnvoll, sich alle Fahrten aufzuschreiben, sodass Du den Überblick behältst. Tipp: Der Arzt soll im Schreiben den psychologischen Nutzen des häufigen Kontakts von Frühchen und Eltern anführen. Studien haben ergeben, dass Frühchen tatsächlich vom täglichen Kuscheln (dem „Känguruhen“) profitieren. Sie fühlen sich dann nicht nur wohler und schlafen besser. Auch entwickeln sie sich schneller und können eher das Krankenhaus verlassen.

    Eltern müssen sich an den Fahrtkosten mit einem Anteil von 5 bis 10 % beteiligen. Bezuschusst wird etwa eine Fahrt mit einem öffentlichen Verkehrsmittel. Ein Taxi wird nur gewährt, wenn es keine Verbindung mit einem öffentlichen Verkehrsmittel gibt. Sind die Eltern mit dem privaten Auto unterwegs, übernimmt die Kasse 0,22 Euro pro gefahrenen Kilometer – allerdings nur bis zu dem Betrag, den die Strecke mit einem öffentlichen Verkehrsmittel kosten würde, sofern es dieses für die Strecke gibt.

    Schwerbehindertenausweis für ehemalige Frühchen mit schwerer Behinderung

    Liegt bei einem Frühchen eine dauerhafte schwere Behinderung vor, ist die Beantragung eines Schwerbehindertenausweises sinnvoll. Dadurch bekommen Eltern nicht nur Ermäßigungstarife für alle möglichen Veranstaltungen, sondern profitieren auch von Steuervorteilen. Zusätzlich kann das Kind in vielen Bereichen des Lebens eine bevorzugte Behandlung erwarten. Den Antrag reichen betroffene Eltern beim Versorgungsamt ein.

    Arbeitgeber-Bonus zur Geburt des Babys?

    Erkundige Dich, ob Dein Arbeitgeber einen Bonus zur Geburt zahlt oder ein Recht auf Sonderurlaub gewährt. Es ist möglich, dass Du durch die Geburt Deines Kindes eine Kinderzulage bekommst. Diese muss aber ebenfalls beantragt werden.

    Verdienstausfall infolge von Untersuchungen oder Stillpausen sind unzulässig

    Eltern von Frühgeborenen haben das Recht, vom Arbeitgeber freigestellt zu werden, um das Baby zu stillen oder zu notwendigen Untersuchungen zu fahren. Diese Freistellungszeiten müssen den Eltern nicht nur gewährt werden. Der Lohn für die Zeit muss ebenfalls gezahlt werden, sodass Eltern aufgrund einer Frühgeburt an dieser Stelle kein finanzieller Schaden entsteht. Außerdem gilt: Eltern müssen diese Fehlzeiten nicht ausgleichen, indem sie sie vor- oder nacharbeiten.

    Zuschüsse der Bundesstiftung „Mutter und Kind – Schutz des ungeborenen Lebens“

    Die Bundesstiftung „Mutter und Kind – Schutz des ungeborenen Lebens“ leistet finanzielle Hilfe für bedürftige Mütter in finanziellen Notlagen. Die finanzielle Unterstützung ist beispielsweise für die Erstausstattung des Kindes gedacht, aber auch für die Wohnungseinrichtung und die Betreuung des Kindes. Die Zuschüsse werden nicht auf Sozialleistungen wie Arbeitslosengeld angerechnet. Ein Antrag kann bei der örtlichen Schwangerschaftsberatungsstelle schon in der Schwangerschaft gestellt werden.

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